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Ab in den Keller, Wäsche wartet

Aus passionpapa

Neulich habe ich mich im Keller wieder gefunden. Nach dem letzten Heimspiel vor der Winterpause habe ich die Trikots der F-Jugend der SKG Bickenbach zum Waschen mit nach Hause genommen. Ich wollte mich schon früher anbieten, aber immer waren die anderen Eltern schneller. Es ist übrigens ganz lustig, dass es oft die Kinder sind, die wollen, dass man die verschmutzten – und zum Glück in diesem Alter nur selten nach Schweiß stinkenden – Leibchen und zugehörigen Hosen und Stutzen mitnimmt. Und dann können die Eltern nur schwer “Nein” sagen.

Viel zu lange habe ich die Sportlerwäsche nun also liegen lassen. Zum Glück war der Verschmutzungsgrad nicht sehr hoch. Frühestens im Februar werden die Trikots erst wieder gebraucht, insofern hatte ich auch keinen Zeitdruck. Ich bin allerdings froh, dass mich der Wascheifer gepackt hat. Möglich war dies aber auch nur, weil ich mit dem Bügeln meiner fünf Hemden für die ganze Woche am beschriebenem Sonntagnachmittag bereits fertig war. Unter dem Strich war es also ein richtiger Waschtag.

Noch fällt es mir nicht wirklich schwer, die Trikots der Buben zu waschen. Wenn man allerdings Wäsche aufhängt, verliert man sich gern in einer weiten Gedankenwelt. Mein erster Gedanke war: Lustig, dass Trikots, Hosen und Stutzen einer ganzen Mannschaft auf nur einen Wäscheständer passen. Wieviel Wäscheständer man wohl für den Trikotsatz der A-Jugend braucht? Und gleich darauf: Wirst Du in der Lage sein, so lange die Luft anzuhalten, bis Du die Klamotten der 17-Jährigen aufgehängt hast. Oder wirst Du in irgendeiner Form Schaden nehmen? Ein kleines Quäntchen Angst ist geblieben.

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Der Rechentrainer

Neulich, als wir drei Männer auf dem Weg zum Bäcker waren – an einem Wochenende wohlgemerkt, haben wir uns über die Schule unterhalten. Tom wird im kommenden Jahr eingeschult. In Hessen haben sie nun die Erstvorstellung der Kinder auf den März des Vorjahres vorgezogen. So kam ich irgendwie darauf, Tom mal wieder zu fragen, ob er sich denn auf die Schule freut. Bisher hat er immer etwas allergisch reagiert. An diesem Morgen war das anders.

Eigentlich sagte er gar nichts, dafür stieg Marc auf das Thema ein. “Bis es soweit ist, muss ich dem Tom noch ganz viel beibringen – Deutsch, Mathe. Wir fangen gleich mit Mathe an.” Tom hat sich nicht gewehrt, sondern hat ganz aufmerksam zugehört und versucht, die Rechenaufgaben zu lösen. Was auch mehr oder weniger funktioniert hat.

Als das Addieren zu langweilig wurde, wohl eher für Marc als für Tom, ging es an die Multiplikation. Natürlich sollte es eine einfach Aufgabe werden. “Tom, was gibt 1 mal 1?” Keine Antwort. Okay, dann versuchen wir es mit einer anschaulichen Textaufgabe. “Tom, wenn Du einmal zum Bäcker gehst und ein Brötchen kaufst und dann ein Brötchen hast, wieviele Brötchen hast du dann?” “Zwei!”

Das Beispiel war dann wohl doch zu anschaulich. Aber wir hatten einen Riesenspaß. Und darum geht es ja schließlich auch beim Rechnen. Mit den richtigen Lösungen kann man sich noch früh genug beschäftigen.

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Wenn das Süße zur Qual wird

Manche Situation findet man einfach zu süß, herzzerreißend, großartig. Von elterlichen Gefühlen überwältigt, bekommt der Verstand Pause.

Heute wissen wir, dass wir einen solchen Aussetzer hatten, als Nora vor einigen Monat zum ersten Mal in Marcs Bett wollte, um gemeinsam mit ihm einzuschlafen. Klar, muss man einen solchen Wunsch nicht unterbinden. Aber aus einer Episode ist ein Standard geworden. Für Nora ist klar: Ich schlafe im Bett von Marc – und ganz selten auch in Toms Bett – ein.

Was ist unser Problem? Natürlich wird es den beiden irgendwann zu eng. Dann schreiten wir, wenn beide tief schlafen, zur Trennungsaktion. Nora landet in ihrem eigenen Bett, ganz sanft und auch gar nicht wirklich unzufrieden. Doch meist zwischen 0 und 1 Uhr ist ihr Schlaf nicht mehr ganz tief und sie realisiert, dass sie sich nicht mehr an jener Stelle befindet, an der sie eingeschlafen ist. Und das gefällt ihr gar nicht.

Und schon schnappt ein zweiter Automatismus zu. Wir holen sie, ihrer Unzufriedenheit lautstark Luft machend, in unser Bett. Meist klappt das ganz gut. Sie schläft in der Regel schnell ein und schläft dann bis in die Puppen. Leider gibt es auch Ausnahmen von der Regel – im Moment sind diese recht häufig, leider.

Jetzt beginnt die Arbeit. Wir brauchen einen neuen Standard. In der ersten Zeit geht er auf Kosten der Bequemlichkeit. Es ist einfach bequemer, wenn das Kind rasch einschläft und nicht noch ewig herumquängelt und die anderen vom Schlafen abhält, die dann auch noch zu Nörgeln beginnen.

Im Moment ziehen wir die Bequemlichkeit vor und bezahlen das mit Schlafmangel. Doch ewig kann das so nicht weitergehen……Irgendwann……muss damit……Schluss………sein….. Chrrrrrrrrrrrr……………..

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Die Sprachformerin

Irgendwann bekommen wir sie doch. Die kleine Nora hat uns mit ihren Wortschöpfungen ganz schön beeinflusst. Einige Worte sind in unseren Sprachgebrauch übergegangen. Doch bald ist es Zeit, sich von den Gewohnheiten zu verabschieden.

Ganz besonders hat uns, ich habe darüber berichtet, beeindruckt, dass sie ihren Namenkunde die ihrer Brüder auf ihre eigene Art interpretiert hat. Ma, Doos, Nona. Doos und Nona sind uns im Gebrauch mittlerweile auch ganz geläufig. Und tatsächlich, vor vielleicht zwei Wochen ist ihr das Wort Tom einfach so rausgerutscht. Wir waren natürlich begeistert, was wiederum ein kleines Kind (und in der Regel nicht nur diese) dazu animiert, das von der Umwelt begeistert aufgenommene auch zu wiederholen.

Mittlerweile ist es wahrscheinlich sogar so, dass wir häufiger Doos sagen als sie. Zum Glück hört Tom auf beide Varianten. Auch das Mädchen aus der Nachbarschaft nennt Nora jetzt nicht mehr nur beim Spitznamen. Gerade gestern ist aus Lu eine Lu Isa geworden, mit einer kleinen Pause zwischen den Silben. So langsam gewöhnt sie sich dann doch unsere eigentliche Sprache an.

Ich stelle mir die Frage, warum die kleinen Kinder an ihren Versionen von Worten so lange festhalten, obwohl sie doch hören, was die anderen sagen. Ich glaube in diesem Fall sind richtig und falsch keine relevanten Dimensionen. Es geht mehr darum, ob die Kommunikation funktioniert oder nicht. Und im Fall von Namen müssen die Angesprochenen einfach darauf reagieren, dass sie angesprochen werden. Und wenn das funktioniert, ist der Rest eben egal.

Dass Nora ganz genau versteht, was gesagt wird, zeigt sich beim Schauen der Zeichentrickserie Wickie. Der kleine Wikinger nennt seinen Papa, der eigentlich Halvar heißt, Vater. Für Nora heißt er dann eben auch Vater. Und eigentlich heißt gleich der ganze Film Vater. Und da schließt sich dann der Kreis zu Star Wars. Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte.

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Muss ich als Papa zurücktreten?

Immer wieder überkommen mich die Schuldgefühle. Manchmal vergesse ich, dass ich quasi wöchentlich dieselbe Verfehlung begehe. Ich bin ein Ausnutzer, ein Betrüger. Man vertraut mir etwas an – und ich achte schlicht nicht darauf, dass es sich nicht um mein Eigentum handelt. Ich verzehre, verdaue und weg sind sie, die Süßigkeiten.

Treuhänderisch verwalten meine Frau und ich die Süßigkeiten, die unseren Kindern nicht nur an Weihnachten reichlich geschenkt werden. Missmutig sammeln wir das Naschwerk ein, um es kurze Zeit später genüsslich zu vertilgen, ganz gemütlich beim Fernsehen und einfach auch nur so, zwischendrin. Veruntreuen nennt man ein solches Verhalten wohl.

Unsere Kinder fragen in der Regel nicht nach den süßen Gaben. Zu hoch ist manchmal die Geschenkefrequenz, sie können sich nicht daran erinnern. Ganz selten einmal bekommen sie mit, dass wir uns an ihrem Eigentum vergehen. Allerdings beruhigen sie sich ganz schnell wieder. Wir beteuern, dass es aus Versehen passiert ist, es nicht wieder passiert und das ganze süße Zeug für sie sowieso nicht gut sei. Zum Glück liefern sie selbst Argumente dafür. Wenn es ihnen mal wieder ganz besonders gut geschmeckt hat und die Gier unbändige Ausmaße angenommen hat, geben sie das ganze gute Zeug manchmal, wirklich nur ganz selten, auch wieder von sich, auf dem falschen Weg.

Meine Mutter mag füllige Kinder. Damit können wir nicht dienen. Zum Glück. Das hat etwas mit der Kriegs- und Nachkriegszeit zu tun. Damals hatte man doch nichts. Heute hat man, dann soll man es doch auch genießen. Meine Mutter hat uns als Säuglingen auch schon mal Mondamin in die Flaschennahrung gemischt. Dann musste man im Winter nicht so frieren. Sie meint und meinte es doch nur gut mit uns und unseren Kindern. So richtig übel nehme ich ihr das Ganze auch nicht.

Ich aber meine es auch gut mit meinen Kindern. Jetzt muss ich im Winter nicht so frieren – dafür muss ich aber von Gewissensbissen gequält an meinen Rücktritt als Papa denken. Große Vorbilder zeigen mir allerdings, dass Aussitzen das Gebot der stunde ist. Irgendwie bin ich doch ein Pattex-Papa.

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Das Jahr ist am Ende

Es ist die Zeit der Jahresrückblicke. Schockierend. Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Klar, der Blick auf die Kinder und deren Entwicklung führt einem deutlich vor Augen, dass die Zeit rasend schnell vergeht. Das ist eben immer so – und bei jedem.

Es war ein ereignisreiches Jahr. Für mich persönlich, aber auch für die Familie. Das wird mir erst so richtig klar, wenn ich heute zurückblicke. Irgendwie sind wahnsinnig viele, eigentlich intensive Momente zu sehr an mir vorbeigegangen. Ich habe mich zu viel mit mir selbst beschäftigen müssen. In vielen Situationen war ich nicht so nah an den Kindern dran und bei der Familie, wie ich es hätte sein wollen.

Daraus ergeben sich natürlich Vorsätze für das Jahr 2012. Das wird wieder ein ereignisreiches Jahr mit radikalen Änderungen im Gefüge. Massiv wird der Wiedereinstieg meiner Frau in das Berufsleben. Nora wird den Gang in den Kindergarten antreten. Für alle diese Dinge bin ich zuversichtlich – und doch bleibt ein Rest an Unsicherheit.

Mein Tipp für die Mütter und Väter, die es schon sind oder noch werden wollen. Genießt die Zeit mit den Kindern gerade in der frühen Phase ihres Lebens. Ich habe in diesem Jahr an dieser Stelle nicht alles richtig gemacht.

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