MonthMai 2009

Gelnhausen liegt in Australien

Wir waren heute ein bisschen unterwegs. Es hat uns nach Gelnhausen verschlagen. Unsere Jungs haben von ihrem Cousin, der mehrer Monate in Australien war und nun zurückgekehrt ist, Kappen geschenkt bekommen. Marc und Tom tragen diese sehr gern. Auch heute. So ist zu dem Schnappschuss gekommen. Es handelt sich hierbei um die Wiese vor der Kaiserpfalz.

Tom  isst ein Eis – und der Papa hat es bildlich nur auf die Kappe abgesehen.

Ein Tipp für Gelnhausen-Besucher mit Kindern, die ein Gasthaus suchen. Das Gasthaus Baurat ist sehr zu empfehlen. Gute Preise, gutes Essen und hervorragende Ausstattung für Kinder: Hochstuhl, Geschirr, Besteck und kinderfreundliches Personal.

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Zu viel Jungvolk

Ich habe es tatsächlich geschafft, zweimal auf das Schlossgrabenfest nach Darmstadt zu gehen – einmal alleine und einmal mit Familie. Ich hatte ja berichtet, dass es lange Zeit nicht danach ausgesehen hat, dass ich das schaffen sollte.

Hüsse von den B-Sides.

Gestern war ich ein Spät-Ausgeher. Gegen 22 Uhr habe ich das Haus verlassen. In der Stadt war ich schnell. Aber parkplatzmäßig sah es natürlich ganz übel aus. Der Fußweg war entsprechend lang. Als ich dann in Richtung Fest kam, begegneten mir schon deutlich zuviele Kinder. Und um die Bühnen herum war es deutlich zu voll. Einige Nadelöhre gibt es zudem auch immer. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Event vielleicht doch langsam aus dem Ruder läuft.

Peter von den B-Sides.

Eine Sache könnte Abhilfe schaffen: Unter-18-jährige sollten ab 22 Uhr verbannt und nach Hause geschickt werden. Dann wär die Hälfte der Menschen weg, und die Atmosphäre wäre bei weitem nicht mehr so gereizt und angespannt. Vor allem die Jungs mit Fläumchen im Gesicht und Muscle-Shirt machen extrem auf dicke Hose und denken, dass Körperkontakt in einem einzigen Geschiebe schon als Angriff auf Leib und Leben gedeutet werden muss. Das nervt.

Die B-Sides auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt.

Diese ganzen negativen Gedanken bei Seite geschoben,  stand ich dann kurz nach 23.30 Uhr an der Bühne, auf der die B-Sides spielen sollten. Ich habe schon einmal erwähnt, dass ich quasi keine andere Lokal-Band bräuchte außer dieser. Klassiker der jüngeren Musik-Geschichte bekommt man von ihnen auf hohem Niveau präsentiert. Ich kann nur jedem, der eine außergewöhliche Feier plant, empfehlen, ein Engagement dieses Trios/Quartetts in Betracht zu ziehen.

Daniel (links) und Peter von den B-Sides.

Während ich wegen der fortgeschrittenen Zeit zunächst dachte, ich würde das Ende nicht erleben, kam es dann doch anders. Um 1 Uhr war Schluss. Die Anwohner haben sich bereits beschwert – und so konnte leider nicht mehr „Killing in the Name of“ von Rage against the Machine angestimmt werden. Sei’s drum: Es war insgesamt okay. Ich kämpfte mich an urinierendem Jungvolk durch die Müllberge rund um das Festivalgelände – und entwickelte Gedanken eines Moralisten und Spießers. Dazu stehe ich aber. Ich weiß einfach nicht, warum ein netter Abend so enden muss.

Peter – wie gewohnt – das Schlagzeug voll im Griff.

Nach ein bisschen twittern landete ich dann um 2 Uhr im Bett. Die Nacht war deutlich zu kurz.

Hüsse von den B-Sides.

Gestern waren auch noch sehr spät Leute mit Kindern auf dem Fest, die vielleicht drei oder vier Jahre alt waren. Davon halte ich ja nichts. Es ist dunkel, voll, laut – das kann für kleine Kinder keine Spaßveranstaltung sein. So sind wir heute kurz nach 18 Uhr aufgebrochen, um zu viert ein wenig Nosie Katzmann zu lauschen und den Tag so ausklingen zu lassen. Das war sehr in Ordnung.

Obwohl nun noch der Sonntag von Partystimmung in Darmstadt geprägt sein wird, werde ich frühestens im kommenden Jahr wieder vor Ort sein. Aber diese Zeiten neigen sich auch dem Ende zu. Ich kam mir gestern schon ziemlich alt vor. Vielleicht ist so ein Event doch nur etwas für 18- bis 40-Jährige.

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Kranke Kinder

Ich habe heute mit einem Kollegen gesprochen, der erzählt hat, dass schon vor 15 Jahren und mehr im Kindergarten darüber gesprochen wurde, wie man damit umgehen soll, wenn Kinder krank – vielleicht sogar wissentlich – in die Einrichtung geschickt werden.

Damals gab es wohl Eltern, die zum Schutz der eigenen Kinder erwartet haben, dass die Erzieherinnen die Kinder per Augenschein erfassen sollten, ob kranke Kinder in den Kindergarten gebracht werden. Die Erzieherinnen wollten sich den Schuh nicht anziehen. Es kamen wohl Fragen wie: „Sollen wir den Kindern am Eingang Blut abnehmen?“ Oder: „Sollen wir jedem Kind bei Ankunft erstmal Fieber messen?“

Diese Einstellung der Erzieherinnen, die sowieso ein ganz gutes Gespür dafür haben, war damals richtig und ist es auch heute. Die Verantwortung tragen die Eltern – für ihr Kind und das Umfeld. Eltern, die ihre Kinder wissentlich in den Kindergarten oder die Krippe geben, obwohl sie wissen, dass diese krank – vielleicht sogar ansteckend – sind, handeln unverantwortlich. Punkt.

Wahrscheinlich kommt es regelmäßig zu entsprechenden Verdächtigungen in den Kindergärten der Republik. Selbst wenn man genau weiß, dass Eltern ihren Kindern Fiebersaft oder -zäpfchen verpassen, damit die Erzieherinnen nicht merken, dass das Kind krank ist, fällt es schwer, das Thema anzusprechen.

Dennoch muss man allen Eltern immer wieder ins Gewissen reden, dass sie es nicht tun. Vielleicht bieten sich da Vier-Augen-Gespräche zwischen Erzieherinnen und Eltern oder auch Elternvertretern und Eltern an. Auch in den Elternabenden sollte das Thema wahrscheinlich regelmäßig auf der Tagesordnung stehen.

Am Ende tut man ja dem eigenen Kind nichts Gutes – wenigstens das sollte man wissen und sich selbst dann nicht ganz so wichtig nehmen.

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B-Sides in DA

Bevor ich es vergesse: Auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt rocken heute Abend (nicht wie schon anders in diesem Blog zu lesen) die B-Sides die Sparkassen-Bühne. Das wird ein spätes Vergnügen. Um 23.30 Uhr geht es los. Viel Spaß dabei.

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Schlossgrabenfest

Es kommt immer wieder vor, dass man sich längerfristig etwas vornimmt. Und dann wird einem klar, dass nur die spontane Planung die wahre Planung ist. Das ist familienimmanent.

Am Wochenende steigt in Darmstadt wieder das Schlossgrabenfest. Start ist heute, am Sonntag ist Schluss. Top-Acts sind unter anderem Max Mutzke und Extrabreit. Konzerte umsonst und draußen – eigentlich eine nette Geschichte, wenn man denn hingehen würde.

Meine lokale Lieblingskombo spielt auch, am Freitag um 23.30 Uhr. Die B-Sides werden die Bühne wohl ohne mich rocken. Die Eltern würden ja gern einmal zusammen fortgehen. Aber unsere Jungs sind fremdes Personal nicht so gewohnt. Natürlich könnte man eine Lösung finden. Wenn Eltern aber erst um 1.30 Uhr nach Hause zurückkehren wollen, dann braucht es schon übernachtende Babysitter. Oder die Kinder müssten irgendwo übernachten – wem will man das aber zumuten?

Dazu kommt noch die große Unbekannte in Form von Krankheitserregern. Die campieren gerade bei uns. Komischer Ausschlag, 40 Grad-Fieber, Husten, Schnupfen, Rotz – das alles ist keine gute Vorausseetzung, um die Kinder irgendwo zurückzulassen.

Nun hofft alles auf ein Wunder – dann könnte man nachmittags vieleicht einmal mit den Kindern durch die City von Darmstadt ziehen. Live-Musik ist ja schon deren Sache. Vielleicht schaffen wir es ja – ich werde darüber berichten.

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Fußgänger

In einer Großstadt wie Frankfurt fällt so etwas natürlich viel mehr auf als in einem Dorf wie Bickenbach. Allerdings ist in einer Großstadt auch viel gefährlicher. Es geht um das Überqueren von Straßen, obwohl Autos Vorfahrt und im Zweikampf mit den Fußgängern die besseren Karten haben.

Ein Ort für die Beobachtung von Lebensmüden ist die Straßenüberquerung am Bahnhofsvorplatz. Man kann es oft gar nicht glauben, dass es die Leute so eilig haben. Klar, einige von ihnen wollen einen Zug erwischen, der in Kürze losfährt. Das kann aber nur der verschwindend geringe Anteil von Menschen sein, die sich in lebensbedrohliche Situationen begeben.

Oftmal ist die Verkehrslage überschaubar, so dass auch nicht jeder, der bei Rot über Straße huscht, ernsthaft in Gefahr ist. 10% der Leute sind es aber sicher. Tatsache ist, das der Gewinn einer Lebensminute das Risiko des Lebensverlustes offenbar aufwiegt. Ich finde, dass es noch nicht einmal den Hinweis auf die Vorbildfunktion für Kinder bedarf. Es reicht doch schon, wenn man sein eigenes Leben schützt.

Richtig absurd wird es an dieser Stelle, da man auch den sicheren unterirdischen Weg wählen kann. Nun gut, auch da verliert man eine wichtige Minute seines Lebens. Aber einigermaßen ungefährlich ist der Umweg dennoch. Ich finde, dass das für die mobilen Menschen von heute eine gute Alternative darstellt. Sie müssen nicht stehen und warten – der Inbegriff der Sinnlosigkeit des irdischen Daseins. Sie dürfen unterwegs sein und das Gefühl haben, dass sie Teil der Dynamik der Zeit sind.

Manche von den Rastlosen ärgern sich dann wenige Minuten später, wenn der Zug später ankommt als vorgesehen. Dort manifestiert sich dann die Abhängigkeit von Umständen. Das Leben ist halt doch sinnlos – das ist die bittere Erkenntnis. Wer schon vorher wohlwollend mit seinem Leben umgeht, kommt um diese Erfahrung herum.

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