Ich habe heute mit einem Kollegen gesprochen, der erzählt hat, dass schon vor 15 Jahren und mehr im Kindergarten darüber gesprochen wurde, wie man damit umgehen soll, wenn Kinder krank – vielleicht sogar wissentlich – in die Einrichtung geschickt werden.

Damals gab es wohl Eltern, die zum Schutz der eigenen Kinder erwartet haben, dass die Erzieherinnen die Kinder per Augenschein erfassen sollten, ob kranke Kinder in den Kindergarten gebracht werden. Die Erzieherinnen wollten sich den Schuh nicht anziehen. Es kamen wohl Fragen wie: „Sollen wir den Kindern am Eingang Blut abnehmen?“ Oder: „Sollen wir jedem Kind bei Ankunft erstmal Fieber messen?“

Diese Einstellung der Erzieherinnen, die sowieso ein ganz gutes Gespür dafür haben, war damals richtig und ist es auch heute. Die Verantwortung tragen die Eltern – für ihr Kind und das Umfeld. Eltern, die ihre Kinder wissentlich in den Kindergarten oder die Krippe geben, obwohl sie wissen, dass diese krank – vielleicht sogar ansteckend – sind, handeln unverantwortlich. Punkt.

Wahrscheinlich kommt es regelmäßig zu entsprechenden Verdächtigungen in den Kindergärten der Republik. Selbst wenn man genau weiß, dass Eltern ihren Kindern Fiebersaft oder -zäpfchen verpassen, damit die Erzieherinnen nicht merken, dass das Kind krank ist, fällt es schwer, das Thema anzusprechen.

Dennoch muss man allen Eltern immer wieder ins Gewissen reden, dass sie es nicht tun. Vielleicht bieten sich da Vier-Augen-Gespräche zwischen Erzieherinnen und Eltern oder auch Elternvertretern und Eltern an. Auch in den Elternabenden sollte das Thema wahrscheinlich regelmäßig auf der Tagesordnung stehen.

Am Ende tut man ja dem eigenen Kind nichts Gutes – wenigstens das sollte man wissen und sich selbst dann nicht ganz so wichtig nehmen.

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