Ich habe es tatsächlich geschafft, zweimal auf das Schlossgrabenfest nach Darmstadt zu gehen – einmal alleine und einmal mit Familie. Ich hatte ja berichtet, dass es lange Zeit nicht danach ausgesehen hat, dass ich das schaffen sollte.

Hüsse von den B-Sides.

Gestern war ich ein Spät-Ausgeher. Gegen 22 Uhr habe ich das Haus verlassen. In der Stadt war ich schnell. Aber parkplatzmäßig sah es natürlich ganz übel aus. Der Fußweg war entsprechend lang. Als ich dann in Richtung Fest kam, begegneten mir schon deutlich zuviele Kinder. Und um die Bühnen herum war es deutlich zu voll. Einige Nadelöhre gibt es zudem auch immer. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Event vielleicht doch langsam aus dem Ruder läuft.

Peter von den B-Sides.

Eine Sache könnte Abhilfe schaffen: Unter-18-jährige sollten ab 22 Uhr verbannt und nach Hause geschickt werden. Dann wär die Hälfte der Menschen weg, und die Atmosphäre wäre bei weitem nicht mehr so gereizt und angespannt. Vor allem die Jungs mit Fläumchen im Gesicht und Muscle-Shirt machen extrem auf dicke Hose und denken, dass Körperkontakt in einem einzigen Geschiebe schon als Angriff auf Leib und Leben gedeutet werden muss. Das nervt.

Die B-Sides auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt.

Diese ganzen negativen Gedanken bei Seite geschoben,  stand ich dann kurz nach 23.30 Uhr an der Bühne, auf der die B-Sides spielen sollten. Ich habe schon einmal erwähnt, dass ich quasi keine andere Lokal-Band bräuchte außer dieser. Klassiker der jüngeren Musik-Geschichte bekommt man von ihnen auf hohem Niveau präsentiert. Ich kann nur jedem, der eine außergewöhliche Feier plant, empfehlen, ein Engagement dieses Trios/Quartetts in Betracht zu ziehen.

Daniel (links) und Peter von den B-Sides.

Während ich wegen der fortgeschrittenen Zeit zunächst dachte, ich würde das Ende nicht erleben, kam es dann doch anders. Um 1 Uhr war Schluss. Die Anwohner haben sich bereits beschwert – und so konnte leider nicht mehr „Killing in the Name of“ von Rage against the Machine angestimmt werden. Sei’s drum: Es war insgesamt okay. Ich kämpfte mich an urinierendem Jungvolk durch die Müllberge rund um das Festivalgelände – und entwickelte Gedanken eines Moralisten und Spießers. Dazu stehe ich aber. Ich weiß einfach nicht, warum ein netter Abend so enden muss.

Peter – wie gewohnt – das Schlagzeug voll im Griff.

Nach ein bisschen twittern landete ich dann um 2 Uhr im Bett. Die Nacht war deutlich zu kurz.

Hüsse von den B-Sides.

Gestern waren auch noch sehr spät Leute mit Kindern auf dem Fest, die vielleicht drei oder vier Jahre alt waren. Davon halte ich ja nichts. Es ist dunkel, voll, laut – das kann für kleine Kinder keine Spaßveranstaltung sein. So sind wir heute kurz nach 18 Uhr aufgebrochen, um zu viert ein wenig Nosie Katzmann zu lauschen und den Tag so ausklingen zu lassen. Das war sehr in Ordnung.

Obwohl nun noch der Sonntag von Partystimmung in Darmstadt geprägt sein wird, werde ich frühestens im kommenden Jahr wieder vor Ort sein. Aber diese Zeiten neigen sich auch dem Ende zu. Ich kam mir gestern schon ziemlich alt vor. Vielleicht ist so ein Event doch nur etwas für 18- bis 40-Jährige.

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