MonthJuni 2009

Eigenlob

Heute habe ich das Gefühl, dass ich mich einmal selber loben muss. Das finde ich jetzt einmal gar nicht anrüchig. Es ist auch gar nichts besonderes passiert. Eigentlich war das ein ganz normaler Dienstag, ein alltäglicher Tag.

Ich muss dazu sagen, dass Dienstag an sich schon besondere Tage sind. Ich arbeite ja bei einer Fachzeitschrift, die wöchentlich erscheint. Dienstags ist Redaktionsschluss, meistens um 18 Uhr. Heute mussten die ersten Seiten von mir schon um 16 Uhr belichtungsfertig sein. Egal wie umfangreich die Strecke ist, die ich als eine Art Schlussredakteur verantworte, es wird immer stressig. Dafür sind interne wie externe Faktoren verantwortlich. Alles in allem war ich gut in der Zeit, wenn auch der Beleuchter gemeint hat, ich sollte mein Päckchen fertiger Seiten für das 16-Uhr-Produkt nicht so knapp abgeben. Ich war zufrieden mit meinem Timing. Das 18-Uhr-Produkt war dann kein Problem.

Getrieben von Tom bin ich heute schon seit 5 Uhr wach – der Stress hat die Müdigkeit wahrscheinlich verblasen. Es ist doch erstaunlich zu welchen Anstrengungen der Körper im Stande ist. Im Alltag merkt man das glaube ich erst, wenn man Familie hat. Das ist mit Sicherheit kein Männerphänomen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Frauen noch mehr Kräfte mobilisieren können als Männer. In unserer Gesellschaft mit klassischem Rollenbild müssen sie das wohl auch.

Auf jeden Fall kann ich heute auf einen einigermaßen runden Tag zurückblicken. Deshalb lobe ich mich einmal selbst. Der Tag war zu wenig besonders, als dass irgendjemand sonst einen loben würde. Ein bisschen Eigenlob zum richtigen Zeitpunkt fördert das Selbstwertgefühl und die Motivation für die restlichen Stunden des Tages. Kann ich nur empfehlen.

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Dialog am Morgen

Papa: Der Opa hat nächste Woche Geburtstag!

Marc: Wie alt wird der Opa?

Papa: 74.

Marc: Wie viel ist das?

Papa: Das ist eine 7 und eine 4. Die 7 vorne, hinten die 4. Und guck mal, Du wirst nächste Woche 5. Das ist ein ganz schön großer Unterschied! Stimmt’s?

Marc (lacht, und wird wieder ernst): Die Mama ist größer als der Opa.

Papa: Ja, aber deutlich jünger.

Marc: Wie klein wird der Opa noch?

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Spielfest

Das Wetter hat gehalten – und wir hatten viel Spaß beim Spiel- und Sportfest im Herrengarten in Darmstadt. Für die Kinder waren vor allem die kindgerechten Stationen interessant – natürlich. Der Turnparcours kam bei beiden gut an. Sehr erstaunt haben mich Marcs Fähigkeiten bezüglich Körperbeherrschung beim Kinder-Mitmach-Zirkus Hallöchen.

Erstaunlicherweise hatte Tom keine Lust, eine Runde in einer Mülltonne zu drehen. Dafür hat er ordentlich – ebenso wie Marc – beim Baseball gegen den Ball gehauen. An der Fußball-Station war leider kein Fußball frei. Das Werfen überdimensionaler Frisbee-Scheiben war dafür ein großer Spaß – aber auch ein bisschen anstrengend.

Nach einer kurzen Pause in einem Feuerwehrauto ging es an der Wasserrutsche vorbei – wo sich zig nackerte Kinder tummelten. Die Rollenrutsche ist eine der Attraktionen, entsprechend war Schlangestehen angesagt. Daneben gab es eine Station, wo Kinder ihren Eltern nasse Schwämme auf die Nase werfen durften. Irgendwie habe ich mir schon gedacht, dass der Marc nicht trifft. So war es dann auch. Aber andere Kinder hatten keine Scheu, fremden Papas den Schwamm entgegenzuschleudern – so kam es denn zu einem Streifschuss.

Am längsten haben wir uns dann abschließend noch im Sinnesgarten mit Barfußpfad aufgehalten. Das war dann noch einmal ganz nett – aber dann war es auch genug. Tom hat sofort im Auto den Schlaf des Gerechten geschlafen.

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Kannibalismus

Heute gab es Ratatouille, Reis und dazu gebratene Hähnchenschenkel. Sehr lecker. Marc hat mich kurz vorher gefragt: „Papa, darf ich Deine Haut haben?“ Ich habe es nicht gleich verstanden und mich gewundert. Dann ist der Groschen aber doch noch gefallen.

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Reise in die Vergangenheit

Das war ein schwülwarmer und drückender Tag. Trotzdem sind wir tapfer zum Einkaufen nach Bensheim aufgebrochen. Das hat auch ganz gut geklappt. Seit langem haben wir wieder einmal frisches Gemüse auf dem Markt besorgt. Marc hat sich vor allem von einer orangen Paprika angesprochen gefühlt.

Tom war zu früh wach – entsprechend hat es ihn bei der Rückfahrt im Auto dahingerafft. So wurde der Mittagsschlaf vor das Mittagessen verlegt. Dann gab es eine Risotto mit Pilzen und Karotten von Papa. Alle haben ordetlich zugelangt.

Danach sollte für mich ein Trip in die Vergangenheit beginnen. Ich bin in einem sozialen Brennpunkt in Darmstadt groß geworden (Süd 3). Dort hat das örtliche Jugendzentrum einen Tag für die Kinder und Jugendlichen unter dem Motto „Sommer im Süden“ veranstaltet. Ein Programmpunkt: Die Stromer, eine Theatertruppe aus Darmstadt, sollten das Stück „Überraschung für Victorius“ aufführen, und zwar Open Air. Da ich mich in der Gegend ja noch gut auskenne, sind wir auch dort gelandet, wo das Ganze eigentich steigen sollte. Wegen des ungewissen Wetters wurde das Stück allerdings in der evangelische Gemeindezentrum verlagt, so dass wir das gesamte Gebiet, in dem ich mich als Kind bewegt hatte einmal durchqueren mussten. Das war irgendwie aufregend aber auch komisch. Viele Bilder von damals sind in mit hochgekommen. Einiges hat sich verändert. Aber im Grundsatz ist dort alles genau so wie vor 30 Jahren  – inklusive der versoffenen Typen, die schon am Nachmittag total zugerußt duch die Gegend wanken.

Das Stück war dann auf jeden Fall sehr lustig. Für den Marc war es sehr okay. Tom ist noch zu klein, hat aber trotzdem sehr gut durchgehalten.

Am Abend wollten wir dann noch die Fête da la Musique im Platanenhain in Darmstadt besuchen. Leider ist diese Vorhaben ins Wasser gefallen. Wir waren kurz vor dem Ziel als der Regen losbrach. Morgen geht es dann aufs Spiel- und Sportfest in den Herrengarten – hoffentlich spielt das Wetter dann mit. Ich werde davon berichten.

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Chefin im Haus

Das ist ja interessant: Die Frauen haben doch die Hosen an. 40% der Befragten in einer Meinungsumfage der Marktforscher von Emnid haben angegeben, das die Frauen in den Familien das Sagen haben. Betrachtet man nur die Antworten der Frauen, lag der Wert sogar bei 45%. Ganz schön selbstbewusst! Befragt wurden übrigens Männer und Frauen aus Haushalten, in denen Kinder unter 18 Jahren leben.

In 32% der Familien hat demnach der Mann die Chef-Position inne. Nur 7% gaben an, dass sich Mutter und Vater die Stelle des Familienvorstands teilen. Das ist natürlich viel zu wenig.

Es stellt sich die Frage, wie ernsthaft vor allem die Männer geantwortet haben. Oft kokettieren sie mit der Rolle nur Zweiter in der Familienhierarchie zu sein. Insgeheim denken sie dann doch oft, dass sie überlegen sind – manchmal sind sie es auch tatsächlich.

Wer weiß, wie eine solche Befragung, meist telefonisch, abläuft, der weiß auch, dass man oft erst über die Frage nachdenkt, wenn das Gespräch mit dem Interviewer beendet wurde.

In diesem Fall kann man nur hoffen, dass sich im Anschluss an die Beantwortung die Erkenntnis breit machte, dass doch beide einträchtig zusammen die Geschicke der Familie lenken.

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