Warum müssen sich Frauenzeitschriften – und mittlerweile auch vermeintlich coole Familienzeitschriften – so oft des Themas Sex annehmen? Natürlich auf total intellektuell-psychologischer Ebene und nicht auf die plumpe Art der Männermagazine. Dort herrscht eher das Motto vor: Gib dem Mann die Abbildung einer nackten Frau, dann weiß er schon selbst, was er zu tun hat!

Der Familienableger des Stern, Nido , hat zum Start auch das Prinzip Sex Sells befolgt. „Guter Sex trotz kleiner Kinder – Wie auch müde Eltern mehr Spaß im Bett haben“: So eine Grütze.

Wenn Eltern warum auch immer müde sind, dann sollten sie schlafen. Sie sollten ihre Bedürfnisse befriedigen und sich nicht vorschreiben lassen, dass sie nun doch um des Familienfrieden-Willen miteinander schlafen sollen – und nicht gegeneinander.

Gegen Müdigkeit helfen nur Drogen und sicher keine Zeitschriften-Texte. Und den Konsum von Drogen sollte ein Familienmagazin wie Nido sicher nicht propagieren.

Wenn Eltern miteinander schlafen wollen, dann sollen sie es tun. Wenn sie – aus welchem Grund auch immer – keinen Bock drauf haben, dann sollen sie es lassen. Wen bringt es weiter, wenn pseudo-psychologische Ratschläge erteilt werden, die einem erst einreden, dass in der Beziehung ja wohl etwas nicht stimmen kann, wenn man körperlich gesehen gerade einmal keinen Bock aufeinander hat.

Partnerschaft und Familie besteht ja wohl aus ein bisschen mehr.

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