Heute im Zug. Ungewöhnlich: Gleich hinter der Homebase Bickenbach wechselt der Regionalzug auf Linksverkehr. Ich finde das ja immer unheimlich. Hoffentlich wissen die anderen Züge, dass wir heute auf diesem Gleis fahren. Na ja, das Ganze wird technisch unterstützt. Da passiert schon nichts.

Dennoch, der Blick geht häufiger nach draußen als sonst. Ist irgendwie auch einmal ganz schön, auf dieser Seite zu fahren. Positive Gedanken beruhigen. Also weiter.

Von technik und verkehr

Schräg gegenüber sitzt ein junger Mann. Während ich in meinem Wired-Heft lese, studiert er intensiv ein Script. Irgendetwas Technisches oder Betriebswirtschaftliches. Scheint seine ganze Konzentration aufzusaugen – er hat Stöpsel in den Ohren. Einige Sitze weiter hackt ein Businessman Zeichen in sein Notebook. Auch er arbeitet konzentriert weiter.

Plötzlich rückt der Grund unseres Ausflugs auf die andere Seite ins Blickfeld. Auf unserer angestammten Spur saust ein Personenzug heran. Er mausert sich kurze später zu einem Autoreisezug. Er ist ordentlich belegt – mit Autos aber auch Motorrädern. Tanktaschen sind oft noch drauf, Satteltaschen sowie Rücksäcke und Isomatten ebenso.

Plötzlich werden die drei Männern zu drei Jungs. Sie schauen aus den Fenstern, die Züge bleiben eine ganze zeitlang auf gleicher Höhe. Die Jungs denken daran, was der Tag bringt. Ist es das Fernweh, das sie fesselt? Einen kurzen Augenblick scheint der Alltag vergessen – dabei war es doch nur ein Autoreisezug, völlig banal.

Es wird deutlich, warum sich Kinder und vor allem kleine Jungs so leicht von Zügen faszinieren lassen. Manchmal blitzt ein Teil davon auch bei den großen Jungs durch.

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