Es gibt da ein weitgehend unbekanntes Städtenetzwerk namens Cities for Children. Bei der dritten Jahreskonferenz der 2007 gegründeten Organisation gab es ein Premiere: Erstmals wurde european Award of Excellence Cities for Children verliehen. Ausgezeichnet werden europäische Städte ab 100000 Einwohnern für ihre innovativen Projekte für Kinderfreundlichkeit.

Gleich bei der Premiere hat jene Stadt, in der ich groß geworden bin, einen Preis in der Kategorie „Freiraumgestaltung und Spielflächen“ erhalten. Darmstadt hat einige Problemzonen, eine davon ist der Stadtteil Kranichstein. Diese Trabantenstadt ist seit jeher ein sozialer Brennpunkt. Jetzt hat man gehandelt und versucht das Viertel nicht zuletzt für Kinder lebenswerter zu machen. Der grüne Sozialdezernent Jochen Partsch ist nach Stuttgart gereist, um die Urkunde im Empfang zu nehmen. Das Stadterneuerungsprojekt, an dem Kinder und jugendliche direkt beteiligt waren, habe Vorbildcharakter für andere europäische Städte, heißt es in der Begründung.

In derselben Kategorie wurde auch die schwedische Stadt Malmö ausgezeichnet. Mit dem Projekt „Stapelbäddsparken“ sei die Stadt beispielhaft auf die Wünsche der Jugendlichen nach einem Ort für Extremsportarten (Skateboarden (!), Klettern) eingegangen. Zum zweiten habe man jungen Bürgern wertvolles Bauland in zentraler Lage zu Verfügung gestellt. Klingt nach einem sehr anderen Projekt im Vergleich zu Darmstadt.

In der Kategorie „Mobilität und Verkehrssicherheit“ wurden München und Liverpool geehrt. Insgesamt hatten sich 68 Städte aus 20 Ländern für die Preise beworben. Ich denke, dieses Netzwerk macht Sinn – und, wenn sich die Städte im Zusammenhang mit dem Award Gedanken über den Umgang mit Kindern machen, ist da auch zu begrüßen. Für Darmstadt ist die Auszeichnung sicher ein Image-Gewinn. Wenn es politisch dort auch nicht immer so besonders läuft.

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