Für einen Vater von zwei kleinen Kindern habe ich mindestens eine schlechte Eigenschaft. Ich hasse Wasser – oder andersherum: Ich akzeptiere Wasser zum Waschen und vor allem Duschen und als Getränk. Was darüber hinaus geht, ist mir ein Graus.

Jetzt nervt mich Marc schon seit einigen Wochen, ich möge doch endlich einmal mit ihm ins Schwimmbad gehen. Es kommt die Stunde, da ich den Kelch nicht mehr an mir vorübergehen lassen kann. Vielleicht ist es sogar schon an diesem Wochenende so weit.

Ich war nie eine Wasserratte. Ich habe vergleichsweise spät Schwimmen gelernt. Kraulen kann ich bis heute nicht. Ich hatte aber auch nie ein entsprechendes Bedürfnis. Marc will aber plantschen und schwimmen üben. Also rein ins erfrischende Nass.

Die Liebe zum Wasser wurde mir früh vergällt. Schuld ist das Schulschwimmen. Vier Schuljahre lang wurde ich damit gequält. Endloses Einschwimmen, Schwimmen auf Zeit, tauchen, springen. Horror.

Jetzt spüre ich schon wieder einen Druck. Ich muss vermitteln, dass Wasser Spaß macht, dass man keine Angst davor haben muss und dass Schwimmen ein gesunder Sport ist, der viel für Körper und Geist macht.

Dazu kommt ja noch, dass auch in meiner körperlichen Verfassung das Thema Schwimmen durchaus einen Platz in meinem Leben einnehmen sollte. Ich werde es jetzt also wagen. Positiv Denken – und dann geht der Papa vielleicht eines Tages auch wieder einmal alleine und ganz freiwillig ins Wasser. Vielleicht sind die Kinder auch hier eine Chance – wie so oft.

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