Es wird Leute geben, die der Ansicht sind: „So schlimm ist das nun auch nicht.“ Mag sein, aber solche Gefühle sind ja auch individuell und tagesabhängig. Für mich war das ein Fehlstart.

Noch deutete wenig darauf hin am frühen Morgen – nur in dem Arzttermin steckte ein wenig Fehlstart-Potenzial. Und das wurde denn auch weidlich genutzt. Termin: 9 Uhr, erster Kontakt zum Arzt 10.30 Uhr. Vor 12 Uhr würde ich nicht zur Arbeit kommen. Das nervt mich dann immer total. Schon beim Warten kann ich nicht entspannen. Selbst Lesen funktioniert dann nicht mehr. Schließlich war die Konsultation beim Doktor wenigstens nicht ganz unerfreulich.

So richtig übel wurde es dann beim Warten am Bahnhof. Da spricht mich doch so eine Fertige an, ob Zug Darmstadt Bauhof fährt. Darmstadt Hauptbahnhof, ja, da fährt er hin. Ich löse mich rasch aus der Umklammerung. Plötzlich verfolgt mich diese Person. Sie hat übrigens ein rosa Tasche mit der Aufschrift Schönheits-Rituale dabei. Sehr passend, denke ich. Sie tritt zu mir: „Du mit mir sprechen!“ Dazu habe ich nun wirklich keine Lust. „Darmstadt Bauhof!“ Ja,ja. „Und Du fahren?“ Dann schlägt die Höflichkeit bei mir durch und ich höre mich antworten: „Frankfurt!“ So das soll es aber mit der aufgezwungenen Konversation gewesen sein.

Der Zug fährt ein. Ich gehe nach oben. Am besten wäre es, sich zu jemandem dazu zu setzen. Hab ich dann aber auch keine Lust. Ich setze mich auf einen Gangplatz. Sie geht nach oben, setzt sich in meine Nähe. Ich packe mein Handy, Kopfhörer rein, Dream Theater an. So lässt sich die Katastrophe vielleicht doch noch abwenden. Ein weiterer Konversationsversuch ihrerseits scheitert. Darmstadt Bauhof ist erreicht. Jetzt kann der Tag nur noch besser werden.

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