Date27/07/2009

Von Löwen und Seelöwen

Es war mit wieder an der Zeit, einen Zoo zu besuchen. Wir waren am Sonntag früh dran. Die Jungs und ich machten uns auf den Weg nach Heidelberg. Für Leute, die eher in Richtung Rhein-Main-Gebiet orientiert sind, ist das ein Geheimtipp. Für alle aus dem nordbadischen Bereich und der Pfalz nicht. Entsprechend ist der Andrang. Spätestens ab 11 Uhr wird es an schönen Tagen voll.

Von tiere

11 Uhr ist eine magische Zeit für den Zoo-Besuch. Dann werden nämlich die Seelöwen gefüttert. Das heißt eigentlich: Sie werden beschäftigt und die Zoo-Besucher dürfen sich daran erfreuen. Knapp 45 Minuten hat die Show gestern gedauert. Schatten gibt es nicht gerade reichlich. So ist das immer eine recht harte Prüfung für große und kleine Menschen. Im Moment hat das Seelöwen-Becken noch ein anderes Highlight parat. Es gibt Nachwuchs.

Von tiere

Diesem Thema haben sich auch die Riesen-Schildkröten gewidmet. Tom, Marc und ich wurden Zeugen eines Geschlechtaktes. Herr Schildkröte hat ordentlich gestöhnt. Die Panzer haben geknirscht, Frau Schildkröte hat den Kopf eingezogen. Marc wollte wissen, warum und wann die untere Schildkröte platt gemacht wird. Er hat ein wenig gebohrt. Dann habe ich ihm rudimentär erklärt, dass die Zwei kleine Schildkröten machen wollen und sich dafür ein wenig anstrengen müssen. Das sei bei den meisten Lebewesen so. Das hat er dann auch akzeptiert – und wir konnten zu den Löwen weitergehen.

Von tiere

Dort erwartete uns der Chef mit starrem Blick. Im Raubtierhaus befindet sich übrigens auch der Wickelraum – interessanter Zusammenhang. Dann beobachteten wir die Flamingos, bevor es zu den Elefanten weiterging, die gerade ein neues Zuhause bekommen. Das Vogelhaus mit eingebettetem Faultierreich ist nur über einen Zugang zu erreichen.

Von tiere

Tom war es besonders wichtig, bei den Affen vorbeizuschauen. Das hängt wahrscheinlich mit dem Spielen von SOS Affenalarm zusammen. Allerdings war es dort auch sehr unterhaltsam. Bei keinem anderen Tier hat man im Zoo das Gefühl, dass auch die Besucher eine Art Studienobjekt für die Tiere sind. So hat ein Gorilla interessiert zugesehen, wie ein Besucher ihm den Inhalt seines Rucksacks präsentierte.

Von tiere

Den stärksten Eindruck hat Tom vom Streichelzoo mitgenommen. Eine Ziege ist in die Schleuse geschossen, als ich das Tor zum inneren Bereich öffnete. Tom hatte Angst, ich schnappte und tröstete ihn – aber auf Ziegenstreicheln hatte er dann keine Lust mehr.

Nach der Fütterung der Seelöwen hatten wir keine Zeit mehr für die Spielplätze im Zoo. Sie sind aber sehr empfehlenswert – sowohl für kleine als auch größere Kinder. Im Auto dürfte Tom dann von Ziegen geträumt haben.

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Chickenfoot

Die Begriffe Hardrock und Heavy Metal sowie die sich dahinter befindende Musik sind sehr stark mit den 70er, 80er und 90er Jahren verbunden. Die Stile haben sich weiterentwickelt, neue Begriffe wurden gefunden. Hardrock und Heavy Metal sind Worte aus der alten Welt. Aber auch sie können mit neuem Leben gefüllt werden – ob sie allerdings Digital Natives ansprechen, bleibt fraglich. Etwas ältere Semester können von guten Produkten noch immer gepackt werden. Die wirklich guten Ergebnisse bringe ich auch meinen Jungs näher.

Ein überraschend gutes Album haben ein paar alte Haudegen aus den USA hervorgebracht. Chickenfoot heißt die Band. Mit von der Partie sind Sammy Hagar, Michael Anthony, Joe Satriani und Chad Smith. Die ersten beiden waren einmal eine Hälfte von Van Halen. Sammy Hagar hatte auch schon vor der Van Halen-Zeit eine Stimme mit großem Wiedererkennungswert. Tatsächlich steht sie aber für Van Halen 2, also die Zeit nach David Lee Roth. Entsprechend schwer fällt es dem Quartett, nicht an die guten alten Zeiten zu erinnern.

Dieses Problem ist unter dem Strich wahrscheinlich aber gar nicht so groß. Musikalisch haben wir es hier nämlich wirklich mit dem Feinsten zu tun, was im Genre Hardrock gerade so möglich ist. Wesentlich trägt dazu natürlich Gitarren-Held Joe Satriani bei, der einst als Autodidakt eine solche Klasse erreichte, dass er Gitarristen wie Steve Vai und Kirk Hammett das Schrammeln beibringen durfte. Über die perfekte Rockröhre von Hagar muss man eigentlich auch kein Wort verlieren. Red Hot Chili Peppers-Drummer Chad Smith wirkt im Hintergrund extrem unaufgeregt und klar. Dasselbe gilt für die solide Rhythmus-Arbeit von Michael Anthony am Bass.

Bis auf zwei Titel handelt es sich bei diesem Album um einen rechten Rockhammer. Als Appetizer würde ich „Oh Yeah“, „Get it up“ und „Down The Drain“ empfehlen. Diese Songs zeigen sehr schön, worauf es bei gradlinigen Rock-Hammern ankommt. Die Songs My Kinda Girl und Learning to Fall (die Nummern 8 und 9) fallen etwas ab, finde ich.

Nachdem Marc mittlerweile ein großer Fan von Bon Jovi geworden ist, werde ich ihm künftig beim Autofahren auch mit Chickenfoot beglücken. Mal sehen, ob er diese Songs auch gesanglich interpretieren wird.

Chickenfoot von Chickenfoot bekommt von mir 7 von 10 möglichen Punkten.

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