Bitte auch die Kommentare beachten!!! (aktualisiert am 21. August 09)

Die Titelstory des Stern hat in dieser Woche neue Väter natürlich zum Kauf des Magazins animiert. Ehrlich gesagt: Der Titel hat mehr versprochen, als er halten konnte. In Stern-Manier wurden fünf Fallbeispiele runtergeleiert. Mehr oder weniger uninspiriert. Mit den typischen Floskeln zum Charakterisieren von Menschen – langweilig.

Über die Auswahl kann man auch streiten. Schließlich kam kein Beispiel von Vätern vor, die wirklich zu Hause bleiben – auch länger als zwei oder sechs Monate. Die gibt es auch. Aber in diesen Fällen müssen eben die Umstände stimmen: Die Frau muss den besseren Job haben, mehr verdienen. Dann klappt das nämlich auch.

Nur trifft man eben ganz selten auf eine solche Situation – und dazu tragen solche hohle Väter wie der in dem Stern-Beitrag beschriebene Mark Dieckmann bei. Großkotzig wird da von einem Sabbatical geschrieben, nachdem das erste von drei Kindern geboren war. Tatsächlich hatte er zu dem Zeitpunkt keinen Job – das ist ja ein gewisser Unterschied. Er ist heute als Chef und scheint massive Probleme zu haben, wenn Männer in seinem Unternehmen darauf pochen, mehr Zeit für die Familie zu haben. Flexible Arbeitszeitmodelle, Work-Life-Balance und ähnliche Begriff sind auch für die jungen Patriarchen wie Dieckmann ein Graus.

Die hohlen Chefs wissen gar nicht, welches Potenzial sie vergeuden, wenn sie einen hohen Druck auf ihre Mitarbeiter – egal ob Frauen oder Männer – in Familienfragen ausüben. Es geht Motivation flöten, Kreativität wird blockiert, die Zukunft eines Unternehmens wird aufs Spiel gesetzt.

Dieckmann ist mutig gewesen, seine überkommenen Ansichten in einem Stern-Interview zum Besten zu geben. So lange wir es mit solchen Entscheidern zu tun haben, werden wir auch nicht vorwärts kommen. Männer können ihre Bequemlichkeit nur ablegen, wenn die Umstände passen. Und wenn das einmal so sein sollte, dann haben wir auch neue und modern Väter in Massen – dann braucht man das Thema gar nicht mehr auf die Tagesordnung heben.

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