MonthSeptember 2009

Asymmetrisch

Neulich waren wir das erste Mal zu fünft aus dem Haus. Wir haben uns mit Kinderwagen direkt ins Getümmel gestürzt. Kindertag im Nachbarort Seeheim. Viele Angebote für Kinder, viele Kinder.

Neu an der Situation zu fünft ist vor allem, dass man nicht mehr zu viert ist. Klingt banal, ist es nicht. Vorher waren es zwei Große, die sich die Aufsicht der zwei Kleinen geteilt haben. Jetzt sind es eben drei Kleine.

Wir schlendern also durch die Gegend. Marc hat zu einem Vortrag ausgeholt und mich verbal schwer in Beschlag genommen. Verantwortungsdiffusion. Nadja schiebt ja nur den Kinderwagen, sie wird schon auf Tom aufpassen. Aber auch ein Kinderwagen und vor allem das darin liegende Kind bindet Aufmerksamkeit. Ausgerechnet der kleine Wilde und Eigenen-Weg-Geher verschwindet aus unserem Bewusstseins- und schließlich auch Blickfeld.

Tom war einfach weg, wie vom Erdboden verschluckt. Marc rief schon ganz panisch: „Mein Bruder ist verschwunden“, Nadja war auch mehr als unruhig und ich flitzte wie aufgezogen erstmal in die Richtungen, in denen die Hauptstraßen nicht weit waren. Hoher Puls.

Ein Jugendlicher sagte schließlich, er habe einen herrenlosen Jungen gesehen. Und zwar ganz in der Nähe des Punktes, an dem sich unsere Wege unbeabsichtigt getrennt hatten. Herzschlag beruhigt sich.

Zwei Erkenntnisse haben wir gewonnen. Erstens: Wahrscheinlich bewegen sich Kinder gar nicht so weit von einem weg – und schon gar nicht so schnell – wie man es vermutet. Zweitens: Es ist eine ganz neue Situation, zu fünft unterwegs zu sein. Daran müssen wir uns erst noch gewöhnen. Und die Aufmerksamkeitsverteilung muss in der nächsten Zeit sicher noch lauten: 75% Tom, 20% Marc und 5% Nora.

Flattr this!

Verwechslung

Dienstag haben wir unseren Fernsehabend. Der ist gesetzt. Ich verrate nicht, was zu unserem Standardrepertoire gehört. Ich habe keine Lust auf Häme, nicht wegen einer Fernsehsendung.

Gestern saßen wir also gemütlich auf dem Sofa. Das Baby hat gerade noch pünktlich aufgehört zu schreien – vorübergehend. Die Jungs lagen im Bett. Ich hatte noch in meinem Arbeitszimmer am Computer gesessen. In dieser Zeit sind sie dann auch weggeschlummert. Automatisiert läuft es ab, das Babyphon in deren Zimmer zu aktivieren. Das Gegenstück wird nach unten mitgeführt.

Wir saßen da nun also. Das Unterhaltungsprogramm im Fernsehen lässt genügend Raum zur Unterhaltung. So schwätzen wir vor uns hin, die Liste flimmert vor sich hin. Gegen Ende der Sendung fängt dann auch das Baby wieder an ordentlich zu brüllen.

In einer kurzen Brüllpause hören wir dann gerade so ein verzweifeltes Weinen. Es muss von draußen kommen – wir haben ja das Babyphon aktiviert. Ich stürze aus dem Zimmer und erlangen Gewissheit: Tom weint bitterlich. Das Babyphon hat nicht reagiert – was ist los?

Ich flitze die Treppe hoch und höre die Live-Übertragung von Noras Geschrei. Ich hatte Empfänger und Sender vertauscht. Die Jungs wurden permanent beschallt. Tom wurde es zu bunt. Aus lauter Verzweiflung nicht schlafen zu können, musste er weinen. So kann man also auch aus lauter Dummheit seine armen Kinder zum Weinen bringen.

Flattr this!

Nicht mein Problem

In den vergangenen Wochen war ich oft mit unseren Jungs im Auto unterwegs. Häufig, aber keinesfalls immer, gibt es dann CD-Wunschkonzert. Mit Abstand der beliebteste Titel in dieser Zeit war „Nicht mein Problem“ von Silbermond und Jan Delay. Vor allem Tom hat den Titel immer wieder lautstark gefordert.

Irgendwie ist es schon sehr lustig wenn dann die Beiden von hinten grölen: „Das ist mir viel zu unbequem, und überhaupt nicht mein Problem.“

In der ganzen Zeit haben mich die Erzieherinnen glücklicherweise nie darauf angesprochen, dass meine Jungs eine – sagen wir es vorsichtig – desinteressierte Haltung gegenüber den Kita-Aktivitäten an den Tag gelegt haben.

Flattr this!

Faszination Kind

Ich verrate hier sicher nichts Neues: Jedes Kind ist anders. So allgemeingültig diese Aussage auch ist: Es fasziniert mich immer wieder, wie unterschiedlich Kinder sind, die doch von den selben zwei Personen abstammen.

Einen Kampf – vielleicht keinen allzu großen, aber doch einen Kampf – haben wir mit unserem neuen Sandwichkind. Der Tom ist trotzig wie es der Marc nie war. Er ist ein Provokateur. Er kann einen an den Rand der Verzweiflung bringen. Trotzdem ist er genauso liebenswert wie sein Bruder, der seinen Charakter natürlich schon deutlicher ausgeprägt hat.

Tom kann vieles noch nicht, was Marc im gleichen Alter schon konnte. Dann ist man ungerecht und verlangt, dass er das doch auch können muss. Dabei übersieht man Dinge, die er viel besser kann als Marc damals.

Tom ist sprachlich nicht ganz auf der Höhe. Erst, seitdem Röhrchen in seine Ohren eingebracht wurden, ist es besser geworden. Die Trommelfelle waren aufgrund ständiger Infekte fest. Auch das Sauberwerden ist nicht sein Ding. Dafür versucht er schon mit Messer und Gabel zu essen (was gar nicht so schlecht klappt). An- und Ausziehen kann er sich auch schon ganz gut. Die beiden letzten Punkte werden einem erst bewusst, wenn man richtig darüber nachdenkt. Dann muss man sich das immer wieder vor Augen halten und Geduld haben. Einfach fällt es uns nicht immer, vor allem, wenn er unsere Nerven wieder bis zum Zerreißen anspannt.

Mit Nora haben wir jetzt also noch die Nummer drei im Haus, die sicherlich auch überraschend Dinge an den Tag bringen wird. Wir sind sehr gespannt.

Flattr this!

Die große Gefahr

Mit Säuglingen haben wir jetzt schon Erfahrung. Es gibt Dinge, die kehren immer wieder. Beim ersten Kind schaut man bei jedem komischen Geräusch, den das Kleine von sich gibt, in den Stubenwagen. Heute sind wir da sehr entspannt. Alles Grunzen, Röcheln, Knöttern bringt einen kaum aus der Ruhe. An viele Sachen erinnert man sich aber erst, wenn es wieder soweit ist und man die Realität mit den Erinnerungen abgleicht.

Rund um die Geburt eines Kindes in unserem Haushalt wiederholt sich aber auch etwas anderes. Der Papa als größtes vorstellbares Weichei hat meist vor der Geburt irgendwelche gesundheitlichen Probleme. Sind die eingermaßen im Griff, dann will das Baby raus. Wenige Wochen nach der Geburt ereilt den Stammsältesten dann ein Infekt – hier Schnupfen und beginnender Husten. Dann wird Papa zur größten Gefahr für die Gesundheit des Säuglings.

Ich halte mich nun also von den Kindern fern, wobei Marc und Tom auch latent verschnupft sind. Wir hoffen natürlich, dass vor allem Nora diese Phase und den ersten Virenbeschuss unbeschadet übersteht.

Flattr this!

Google-Sucher

Es ist schon lustig, mit Hilfe welcher Suchbegriffe Leute auf passionpapa.de landen. Eine schon häufiger gesuchte Phrase: „spanische männer im bett“. Hübsche Probleme haben die Leute da draußen. Leider werden die Bedürfnisse auf passionpapa.de nicht wirklich „befriedigt“.

Flattr this!

© 2019 passionpapa

Theme by Anders NorenUp ↑