Endlich habe ich mein Versprechen wahr gemacht. Marc und ich haben ein Wochenende in Hamburg verbracht – Fahrt mit dem ICE inklusive. Ich war nun zwar auch schon öfter dort – aber so habe ich es eben auch noch nicht erlebt. Hamburg ist wahrscheinlich die interessanteste Stadt in Deutschland. Ganz sicher gilt das für eine Städtetour mit einem Kind.

Die Zeit war knapp. Wir haben uns etwa 30 Stunden dort aufgehalten. Der Samstag war von mir gut vorbereitet. Für 14 Uhr habe ich eine Hafenrundfahrt kompakt bei Kapitän Prüsse klar gemacht. Ich hatte zwar vorher angerufen – das ist aber zu dieser Jahreszeit wohl nicht mehr nötig. Kollegen hatten mich darauf hingewiesen, dass man mit einer Barkasse und nicht mit einem Ausflugsschiff fahren soll. Dieser Ratschlag ist tatsächlich zu beherzigen.

Von hamburg1009

So ging es für 90 Minuten auf die Elbe. Ein kurzer Abstecher in die Speicherstadt inklusive. Köhlbrandbrücke und Containerhafen waren meine absoluten Highlights. Die Erklärungen vom Kapitän waren super, auch wenn Marc nach zehn Minuten gefragt hat: „Wann hört der Mann auf zu reden?“ Meine Gegenfrage: „Wieso?“ Marc: „Der nervt mich!“ Okay, aber es war wirklich in Ordnung. Für Marc waren die 90 Minuten etwas zu viel. Aber er hat es gut ausgehalten – wie er überhaupt ein großartiger Typ ist.

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Nach einer kurzen Essenspause sind wir zur Miniatur Wunderwelt gegangen. Die Schlange ging bis vors Haus. Ich denke 90 Minuten Wartezeit waren es allemal. Darauf hätte ich keine Lust gehabt. Ein Tipp: Im Internet kann man sozusagen Karten für eine bestimmte Zeit reservieren. Dann fährt man mit einem Aufzug an der Schlange vorbei und wartet dann vielleicht fünf Minuten an der Kasse. Das hat super geklappt.

Von hamburg1009

Die Miniatur Wunderwelt ist ein Muss für einen Hamburg-Besuch mit Kindern. Die dort geschaffenen Modelleisenbahn-Welten sind die der Hammer. Besonders beeindruckend: Hamburg und die Schweiz. Las Vegas ist auch krass. Imitiert wird auch der Tagesablauf. Nachts wirken die Welten nochmals stärker, wenn überall die kleinen Lichter angehen. Die Detailverliebtheit ist unglaublich.

Von hamburg1009

In Hamburg steht die absolute Referenz in Sachen Modellbau – das ist mal sicher. Man sollte wahrscheinlich gar keine eigene Welt daheim aufbauen – an diese Klasse kommt man einfach nicht heran. Lieber dreimal im Jahr nach Hamburg fahren und die Kreativität der anderen genießen. Im Moment wird ein Verkehrsflughafen gebaut, der ab 2010 zu sehen sein wird. 2011 kommen noch Italien und Frankreich auf 150 m² dazu.

Das war sicher das alles überragende Highlight der Fahrt – auch für Marc. Wir waren 2,5 Stunden dort. Man kann aber auch locker die doppelte Zeit dort verbringen. Allerdings gibt es ein Luftproblem. Dafür ist in einem Bistro für Essen und trinken gesorgt. Zu wirklich guten Preisen. Man hat nicht das Gefühl, abgezockt zu werden.

Dann waren wir chinesisch essen – Schnellrestaurant in der Europa-Passage. Für den Preis war es dort okay (Hongkong Express). Marc hat es gar nicht geschmeckt. Ungewohnte Gerüche, ungewohnter Geschmack. Ein wenig gebratene Nudeln hat er sich reingequält. Das war okay. Als wir dann gemeinsam zur Toilette gingen, sagte er sehr ernst zu mir: „Papa, das Essen heute Mittag (Anmerkung: Currywurst, Pommes, Ketchup), das war richtig………………………deutsch, oder?“ Lustig.

Übernachtet haben wir im Europa-Gästehaus. Dort ist es sehr ruhig. Vom Bahnhof braucht man mit U-Bahn und Fußweg rund 15 Minuten. Toiletten und Dusche sind auf dem Gang. Wir hatten ein Doppelzimmer – 67 Euro für Papa und Sohn fand ich jetzt nicht ganz billig. Aber es war okay. Frühstück ging auch.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Schiffahrt. Wir haben uns gegen Hagenbecks entschieden, obwohl das Wetter dafür auch in Ordnung gewesen wäre. Aber Zoo ist dann eben doch Zoo. Die Giraffe in Hamburg auch nicht viel anders als in Frankfurt.

Von hamburg1009

Vormittags waren wir dann also nochmal an den Landungsbrücken, auf dem Museumsschiff Rickmer Rickmers. Das war überschaubar und doch interessant. Nachmittags haben wir dann noch einen Museumsmarathon hingelegt. Dafür langt dann schon ein Museum. Wir waren im Internationalen Maritim Museum bei der neu entstehenden Hafencity. Zehn Stockwerke voll mit allem rund um die Seefahrt. Schiffsmodelle ohne Ende – und damit auch für Kinder sehr interessant. Über vier Stunden haben wir uns in dem Gebäude aufgehalten. Im Erdgeschoss gibt es ein Bistro – sehr schön gemacht -, wo man zu wirklich fairen Preisen essen und trinken kann (Nudeln mit Pesto 4,80).

Von hamburg1009

Im 1. Stock gibt es eine Spieleecke mit Lego-Steinen. Dort steht auch ein sensationelles Modell der Queen Mary 2 – auch aus Lego-Steinen. 780.000 Stück wurden da verbaut – Hammer. Wenn man dieses Museum verlässt, kann man wirklich alles über die Seefahrt wissen, was man möchte. Ist man mit Kindern unterwegs, muss man da Abstriche machen. Aber Anlass zum Fragen, Antworten und Reden gibt es massig. Einen ganzen Tag könnte man dafür auch problemlos einplanen.

Wieder draußen haben wir noch ein wenig das schöne Wetter genossen und der Binnenalster einen Besuch abgestattet. Klar, das ist dann für Kinder nur mäßig interessant – vor allem, wenn man schon ein bisschen platt ist. Im Bahnhof gab es noch einen süßen Snack. Proviant holt man in Hamburg bei Rossmann.

Knapp über vier Stunden Zugfahrt standen dann noch an. Marc war schon gut überdreht – er hat geredet wie ein Wasserfall. Opfer wurden alle, die ihm über den Weg liefen. Mir ist es schwer gefallen, den Pauseknopf zu finden. Geschlafen hat niemand. Um 22.30 Uhr sind im heimischen Bett dann die Augen zugefallen.

Von hamburg1009

Also: Hamburg ist sicher die beste Adresse, um eine Städtetour mit Kindern zu machen. Da lege ich mich jetzt fest. In mir ist schon die Entscheidung gefallen, dass wir im Herbst 2010 mit der gesamten Familie in Hamburg einfallen. Die Jugendherberge buche ich schon Anfang des Jahres – versprochen. Da ist es wieder, ein neues Versprechen.

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