MonthMai 2010

Die immerwährende Suche nach dem Gleichgewicht

Unser System ist ganz schön in Bewegung. Manchmal wundert man sich ja über die Verhaltensweisen der Kinder, die von gefühlt heute auf morgen neue Ticks und Macken entwickeln. Möglicherweise geht es den Kindern mit ihren Eltern ebenso.

Tatsächlich handelt es sich bei einer Familie um dynamische Systeme. Stoßen neue Mitglieder hinzu, kann nichts mehr so sein wie vorher. Erreichen einzelne Teile des Systems eine neue Entwicklungsstufe, verhält es sich so ähnlich. Und bei fünf Systemteilen können sich die Ereignisse auch schon einmal überschlagen, so dass man den Überblick verliert und gar nicht mehr merkt, dass und was sich da gerade verändert.

Und immer wieder ist das Sandwichkind der Gradmesser für Veränderung. Nora ist jetzt knapp neun Monate alt und entwickelt ihren eigenen Stil, ihre Züge werden deutlicher, charakterlich wie physiognomisch. Die ersten viereinhalb Zähne sind da. Aber vor allem: Sie ist jetzt mobil. Sie robbt zu jedem Ziel, das sie ins Visier nimmt. Sie zieht sich am Regal hoch, immerhin bis auf die Knie. Sie schafft es immer häufiger, sich alleine hinzusetzen. Jeden Tag gibt es da neues zu beobachten.

Marc bewegt sich mit großen Schritten auf das Ende der Kindergartenzeit zu. Bald geht es in die Schule, ein wichtiger Übergang für Persönlichkeit und System.

Und mittendrin ist der kleine Tom. Er entwickelt sich irgendwie immer im Schatten der anderen beiden. Kein Wunder, dass er mit schrägen Aktionen und auch mit Trotz reagiert. Manchmal ist es schräger, manchmal weniger schräg. Jetzt ist es gerade ziemlich schräg. Auch bei ihm gibt es täglich Neues – nur rutscht es uns zu häufig aus dem Fokus. Und dann können wir ihn nur schwer verstehen. Doch das liegt dann an uns – und weniger an ihm.

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Sport und Wort

Das hätte ich nicht gedacht, dass dieser Samstag vor Pfingsten noch einmal ein so großartiger Sporttag werden sollte. Die sportlichen Ereignisse waren nicht die einzigen an diesem Tag, die Überraschungen parat haben sollten.

Gehen wir aber einmal chronologisch vor. Leider hat der Tag aus sportlicher Sicht nicht sehr gut begonnen. Überraschend war, dass kurzfristig ein Freundschaftsspiel der G-Jugend der SKG Bickenbach gegen Blau-Gelb Darmstadt vereinbart wurde. Am Start waren vor allem Buben aus dem Jahrgang 04, ergänzt um zwei Jungs mit Geburtsjahr 2003 und einer aus dem Jahrgang 06. Es war also nicht die beste Mannschaft auf dem Platz. Nach einer 2:0-Führung musste Marc noch fünf Dinger durchlassen. Er hat es sportlich genommen, die gesamte Atmosphäre war sehr entspannt. Das war das Angenehme.

Am Abend warteten dann noch die Eishockey-WM und die Champions League. Beide Wettbewerbe haben sich überraschend gut entwickelt. So stand zuerst das Halbfinalspiel Deutschland-Russland im Eishockey auf dem Plan. Marc schaut gerne Sport. Eishockey haben wir eigentlich noch nie gesehen. Interessant ist, dass er die Logik des Fußballs auf das andere Spiel übertragen kann. Er hat die Spieler mehrfach zum Abspielen aufgefordert. Er hat im Fußball doch wirklich viel gelernt. Das Spiel wurde zwar verloren – aber Marc durfte das Spiel bis zum Schluss anschauen, während Tom schon selig schlummerte. Zum Champions-League-Finale sage ich jetzt mal nichts.

Aber für die größte Überraschung sorgte Marc während des Eishockey-Spiels. Da fragt er mich doch: „Papa, wenn ich anfange ein Wort auszusprechen, kann ich dann damit wieder aufhören?“ Ich: „???, wie meinst Du das?“ Marc: „Bei einem Wort mit drei Buchstaben wie Tom kann ich beim O aufhören. Was ist aber bei einem Wort mit zwei Buchstaben?“ Er hat das Ganze dann noch ein wenig ausgeführt. Mir war es dann doch ein wenig zu abstrakt. Also über dieses Problem habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, wirklich nicht.

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