MonthSeptember 2010

Auch ich bin wieder Erstklässler

Die ersten Wochen sind vorbei. Marc ist jetzt sechs Wochen in der Schule. Irgendwie fühlt sich aber die gesamte Familie wie ein kollektiver Erstklässler.

Es ist ja nicht so, dass man sich erst bei Schuleintritt mit diesem Thema beschäftigt, ganz bestimmt nicht. Über Nachbarn, Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen ist das Thema schon – ich möchte fast sagen – vor Jahren immer wieder nach oben gekommen, auch nicht erst mit der Schulanmeldung, die im Fall von Marc ja noch ungefähr ein Jahr vor Schulbeginn erfolgte. Heute muss man das Kind bereits im Frühjahr des Jahres vor dem Eintritt in der Schule vorstellen. Allerdings war all diese Beschäftigung mit dem Thema Grundschule – um da einmal ganz genau zu sein – nicht mit der Beschäftigung heute zu vergleichen. Der Unterschied: Früher war man Beobachter, heute sind wir involviert, natürlich auch ganz emotional.

Mit dem Phänomen Schule sind aber nicht nur die Eltern unmittelbar konfrontiert. Auch die Geschwister, seien sie noch so klein, bekommen schon einen Eindruck, davon, was es bedeutet, dass der große Bruder jetzt in die Schule geht.

Jetzt will ich aber erstmal bei mir bleiben. Und heute will auch erstmal nur ein Detail herauspicken. Mit Themen rund um die Schulorganisation werde ich mich sicher noch oft genug an dieser Stelle auseinandersetzen und auch zur Diskussion auffordern. Es soll hier ums Schreibenlernen gehen – ein sehr emotionales Thema, immer wieder.

Wer noch nicht so tief im Thema steckt, sei hier aufgeklärt: Die Kinder dürfen schreiben, was und wie sie hören. Ein Richtig oder Falsch gibt es da nicht. Die Kinder arbeiten mit einer Buchstabentabelle. Dort können sie die benötigten Lettern ablesen, gestützt durch Bilder von Gegenstände, die mit den jeweiligen Buchstaben anfangen. Für einen, der sich täglich mit Rechtschreibung, Grammatik, Sprachgefühl und Stil auseinandersetzt – sicher häufig recht, aber auch manchmal schlecht -, wirkt das ganz schön befremdlich. Dazu kommt die Ansage der Lehrkräfte, die Kinder vielleicht zu unterstützen, aber nicht in die objektiv richtige Richtung zu verbessern. Auch beim Buchstabieren muss man gehörig aufpassen, sonst sind „Fehler“ programmiert. Also bitte nur die Buchstabenlaute vorsagen und keine Buchstabenwörter wie „Bee“ oder „Haaa“ oder „Ess“. Harter Stoff, ehrlich.

Die aufgezeichneten Wörter, die mit dieser Technik herauskommen, sind großartig. Fast täglich könnte man Stilblüten auf den unterschiedlichen Arbeitsblättern in den unterschiedlichen Schnellheftern auftun. Vielleicht nur ein Beispiel: BNN heißt bei Marc Banane. Das Großartige an dieser Methode: Die Kinder können vom ersten Tag an Wörter schreiben, weil sie diese zusammensetzen, wie ein Gebäude aus Lego-Steinen. Das ist doch ein gutes Gefühl, eigentlich. Die Kehrseite der Medaille ergibt sich allerdings aus Gesprächen mit Lehrern von weiterführenden Schulen. Bei ihnen kommen nämlich Kinder an, die einfach nicht mehr die Kurve kriegen, um sich je ernsthaft mit Orthographie auseinander zu setzen. Die, platt gesagt, Schlauen und Pfiffigen werden sich durch intensive Auseinandersetzung mit der Materie Schrift und Sprache sicher im wahren Leben zurechtfinden und ihren Weg machen. Allerdings glaube ich auch, dass einige mit der herkömmlichen Lehrmethode eher auf Kurs zu bringen wären. Andere würden aber vielleicht auch früh die Lust am Schreiben und der Sprache verlieren, wenn sie sich nicht frühzeitig frei in dieser so reichhaltigen und bereichernden Welt von Schrift und Sprache bewegen könnten. Ich habe noch kein Urteil parat, wer ist schon so weit?

Ein anderes ebenfalls sehr emotionales Thema: Die Schreibschrift. Wir haben damals seitenweise irgendwelche Schwünge in solchen linierten Querheften geübt. Heute gibt es Druckbuchstaben, fertig. Meistens Großbuchstaben. Ich habe schon Leute gehört, die hier das Abendland untergehen sehen. Ich sehe das anders. Die Schrift formt sich irgendwie mit dem Leben. Hauptsache, die Kinder haben Spaß daran – entweder früh oder später als Jugendliche. Lesen sollte Dritte die Aufzeichnungen auch können. Aber das ist es dann schon auch. Disziplin und Ordnung können die Kinder auch in anderen Bereichen lernen, da braucht es keine Schönschrift.

So bin ich jetzt auch irgendwie wieder Erstklässler. Für mich ist das eine interessante Herausforderung. Ich glaube, ich kann noch viel lernen.

Flattr this!

Top-Gift of the day: Pferdefleisch als Babynahrung

Lieben Dank, liebe Besucher – für eure Zeit und eure Gaben!

Danke für eure tollen, hilfreichen Geschenke. Danke für die Strampler, die süß ausschauen, sich aber nur am Hals und nicht zum Wickeln öffnen lassen. Danke für den zwöften Teddy. Danke auch für die inzwischen dritte Spieluhr, die „Schlaf, Kindchen schlaf“ kann – wir lassen die drei jetzt im Kanon zwitschen. Danke für den Schlafsack, der oben viel zu hoch schließt. Danke für das Jäckchen, das zwar über zwei süße Öhrchen an der Kapuze verfügt, bei dem der metallene Reißverschluss aber direkt in Babys Mund reicht.  Danke besonders, dass ihr alle auf die selben Ideen kommt 🙂

Teddyflut. Jedes fünfte Teil kann auch "Schlaf, Kindchen schlaf" spielen...

Teddyflut. Jedes fünfte Teil kann auch "Schlaf, Kindchen schlaf" spielen...

Was denken sich einige Designer für Babyklamotten eigentlich, wenn die Verschlussknöpfe zwar lustig, aber unpraktisch angeordnet sind? Haben die so einen Strampler je an einem Kleinstkind ausprobiert? Sorry, H&M, aber hier gibt’s viele Preise für die Schönheit – aber höchste Punktabzüge bei der B-Note – der Usability.

Danke aber insbesondere auch für die ausgefallenen Dinge, die wir erhalten. Die Spaßgeschenke. Nach der 70 Jahre alten Milchpumpe folgte just das nächste Highlight. Zwei Töpflein Babynahrung aus feinstem Pferdefleisch und direkt aus Spanien mitgebracht. Wir müssen noch fünfeinhalb Monate warten, bis Baby diesen Leckerbissen kosten darf und wir die Reaktion bei Passionpapa reflektieren können.

If Baby likes Fury...

If Baby likes Fury...

cavallo omogeneizzato – Pferd homogenisiert – Gut’s Appetitle…

Unsere Wishlist:

  • 2 Bodys mit rundem Kragen und Verschluss unten – günstig – einfach.
  • 1 Strampler, der wenig kostet, sich aber unten öffnen lässt
  • Besuch, der auf ein Geschenk verzichtet und dafür unsere Küche anschmeißt und eine Kleinigkeit kocht
  • CDs mit Kindermusik, auf der _nicht_ Rolf Zuckowski zu hören ist und die einem nicht nach dreimal Hören auf den Draht geht (das Lied der Schlümpfe hab ich heute schon bestellt)
  • Mein erstes Buch – aus Stoff (ein Klassiker)

tbc…

Flattr this!

Fremdbestimmung und der friedlichste Erdenbürger der Welt

In den ersten Tagen, da unser kleiner Mann nun daheim ist, hat sich das Leben stark verändert. Was ich nicht wusste, ist dass ein Baby in den ersten vier Wochen so wenig kann – es kann weder lächeln noch seine Ärmchen beherrschen. Auch dem dem Gucken ist es noch nicht weit her. Gehört habe, ich dass ein Baby 25 Zentimeter weit sieht. Was es erkennt und ob es Mom von Dad unterscheiden kann? Ein Rätsel.

Einzig und allein meldet es sich, wenn es Hunger hat oder Langeweile. Das Stimmchen ist in den ersten Tagen noch ganz zart – und man denkt beim „Schreien“ – och, das ist ja nicht so laut. Nun das ändert sich schnell, denn Baby nimmt nach jeder Still-Einheit zu, wird kräftiger und weiß auch sein Stimmchen besser einzusetzen. Liebe Nachbarn, kauft euch jetzt schon Ohrenstöpsel, ich habe da eine Ahnung…

Gestern stand der erste Großbesuch an. Die Oma und Cousine waren da, der beste Freund mit seiner Frau und seinem Einjährigen. Und bei dem ganzen Trubel hatte der kleine eines vergessen: Das Essen. „Mann ist der lieb“, hieß es. Und heute Nacht bekamen wir dann die Quittung. In den ersten Nächten hatten wir noch von Mal zu Mal gedacht, er könne ja jetzt bald durchschlafen… Pustekuchen.

Unser Henning hat sich heute Nacht jedenfalls beständig alle zwei Stunden gemeldet. Kräftig, laut, nervraubend. Und zwischen jeder Stilleinheit wird dann gewickelt. Das ist dann – immer wenn der Papa da ist – meine Aufgabe. Ich mache das wider Erwarten eigentlich ganz gern. Bzw. „wir“ kommen dabei ganz gut klar, wenn ihm nicht gerade einfällt, genau in der Wickelpause zu pieseln. Unser Equipment: Eine Pampers, einige nicht parfümierte Einmal-Papierwaschlappen, ein Stofffetzen, den ich in die Pampers lege, damit der Po nicht wund wird und bei Bedarf etwas Wundsalbe. Einmal runderneuert, geht das zarte Päckchen dann wieder zurück zur Mom. Und irgendwie fühlt man sich dann, als habe man als Mann einen kleinen Beitrag in dem großen Baby-Alltag geleistet. Also gut.

Schlafen, Schreien, Futtern, Wickeln. Die ersten Tage haben eine feste Routine. Die Nächte auch...

Schlafen, Schreien, Futtern, Wickeln. Die ersten Tage haben eine feste Routine. Die Nächte leider auch...

Es sind sehr elementare Dinge, die Baby praktiziert. Essen, Schlafen, Pubsen, Schreien. Aber eines beherrscht Baby perfekt: Sich genau in dem Moment zu melden, in dem man eigentlich gerade etwas anderes machen möchte – ein wichtiges Telefonat zum Beispiel. Und auch noch etwas läuft bislang beständig prima: Immer wenn Besuch da ist, dann gibt sich Baby als friedlichster Erdenbürger der Welt.

Flattr this!

Bonding

Bonding...

Bonding...

Nach all den Vorbereitungen geht jetzt das echte Leben zu Dritt und damit auch das echte Bloggen als Papa los. Henning Jonas ist da, erfreut sich großer Beliebheit, kann aber noch nichts außer trinken, schlafen und pubsen (letzteres aber mit einer riesengroßen Passion). Er hat ein cooles Geburtsdatum bekommen: 08.09.10 – und hält ab sofort die Kleinfamilie auf Trab. Planen – das ist nun nicht mehr ganz so einfach. Wir müssen unsere Zeit neu sortieren – die Nächte, in denen er von 1 bis 3 Uhr zur Höchstform aufläuft und die zahlreichen Still- und Wickelpausen. Wir freuen uns sehr. Gestartet ist Henning übrigens wie es sich gehört: Mit einem Papa-Bonding. So nennt man das, wenn der Dad sein Kind auf den blanken Oberkörper legt und Vater und Sohnemann sich kurz nach der Geburt kennenlernen.

Flattr this!

Arzt-Telegramm

Die Telegramme, die die Kinder an uns Erwachsene adressieren, können schon ganz schon böse und entwaffnend sein. Da bin ich doch lieber Adressat eines Telegramms, in dem andere die Hauptrolle spielen. Heute: Meine Frau. Absender: Marc Uhrzeit: 7 Uhr

„Papa, warum geht Mama nicht zum Arzt, um lieber zu gucken.“

Wir lernen: Empfange Deine Kinder morgens mit einem freundlichen Gesicht, sonst hagelt es eine Empfehlung, es einmal bei einem Schönheitschirurgen zu versuchen.

Flattr this!

Taschengeld für ABC-Schützen


Flattr this!

© 2021 passionpapa

Theme by Anders NorenUp ↑