MonthOktober 2010

Die Tücken der Zeitumstellung

Ich versuche ja manchmal, mich mit Tatsachen und Entscheidungen anderer, die sich außerhalb meines Einflussbereichs befinden, abzufinden. So halte ich das im Normalfall auch mit der Sommerzeit. Ja, mir sind die Studien bekannt, die herausgefunden haben wollen, dass der Mensch mit seinem natürlichen Biorhythmus für solche Eskapaden nicht geeignet ist. Trotzdem ist meine Einstellung zur Zeitumstellung ziemlich liberal.

Am Tag nach der Zeitumstellung – und manchmal auch noch einige Tage danach – ist meine Meinung, von ganz subjektiven Ereignissen geprägt, dann doch eine völlig andere.

Wenn die mitteleuropäische Sommerzeit auf die Normalzeit wechselt kommt immer wieder die Sprache darauf, dass man eine Stunde geschenkt bekommt. Wer allerdings Kinder hat, wird da schnell eines anderen belehrt. Vor allem kleinere Kinder schert das Gerede nicht. „Toll, da kann man glatt eine Stunde länger schlafen!“

Wer gestern Abend dann auf die Abendgestaltung verzichtet hat und gemeinsam mit den Kindern oder allenfalls kurz danach in die Federn gesunken ist, hatte möglicherweise die Chance auszuschlafen. Bei uns war heute um 5.15 Uhr die Nacht beendet. Der Tag, der auf diese Nacht folgt, kann da schon ganz schön lang werden. Für alle Beteiligten.

Genörgel, Gejammer, Gequängel – und das an mehreren Tagen von mehreren Kindern. Da kann die Liberalität schon für einige Tage hinter Gittern landen.

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Tage mit Wert

Ich will weder Jammern, noch Mitleid noch Lob ernten. Aber ein Familie mit drei Kindern hat es schon in sich. Allein der Alltag kommt so dicht daher, dass der vollzeit-arbeitende Mann (in unserem Fall) immer nur staunen kann, wie die Frau (unbeschäftigt oder in Teilzeit) das System im Griff hat. Wer in einer solchen Familienkonstellation kein Organisationstalent hat, der muss sich Organisationsfähigkeiten aneignen. Sonst fliegt einem das System irgendwann um die Ohren.

Daher ist es immer wieder großartig, wenn sich der standardmäßige Geldverdiener gelegentlich einen ganz normalen Tag frei nimmt, um intensiv am Familienleben teil zu haben. Gestern war mal wieder ein solcher Tag voller Action, Staunen und Tatendrang.

Leider klappt es auch außerhalb der freien Tage nur selten die Kinder in Schule oder Kindergarten zu bringen. Gestern war dann für die i-Dötzchen (wie ABC-Schützen, Erstklässler im Rheinland) auch noch ein besonderer Tag. Es ging auf die Eberstädter Streuobstwiesen zum Apfelsaftkeltern. Ein offensichtlich großartiger Schulausflug, von dem alle begeistert zurückkamen. Im Gepäck ein halber Liter Apfelsaft aus eigenhändig gesammelten Äpfeln. Großer Stolz.

Zwischendrin war ich mit der fast 14 Monate alten Tochter beim Musikgarten. Singen, Tanzen und Bewegen mit fünf weiteren Müttern und einer sehr engagierten und gut ausgebildeten Leiterin. Nora war ein bisschen anhänglich. Gefallen hat ihr es sicher – ich will es mir einbilden -, diese Veranstaltung auch einmal mit dem Papa besucht zu haben.

Durch den Besuch eines Kindes aus der Nachbarschaft und die Mittagsruhe von Nora, verging der Nachmittag wie im Flug. Einen Großteil der Zeit verbrachte meine Frau mit dem Mittleren beim Kinderturnen.

Dann: fliegender Wechsel. Mama und Sohn kommen, Papa und Sohn gehen. Fußballtraining. Eine Meute kleiner Fußballerinnen und Fußballer wird von zwei bis drei Trainern gebändigt. Die Eltern zeigen sich mehr oder weniger engagiert – die einen beim Sport des Nachwuchses, die anderen beim Reden, Rauchen, Sekttrinken. Zugegeben, das eine oder andere Wundern findet an einem solchen Tag auch seinen Platz.

Dann geht es nach Hause. Der Geist ist frei. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man seine Lieben dann im Bettchen weiß. So sehen echte Tage mit Wert aus.

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Neueinstieg in den Alltag

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie ich mich gefühlt habe, als ich den ersten Gang in die Schule nach den Ferien absolvierte. Überhaupt habe ich an die Grundschulzeit kaum noch Erinnerungen. Im Gedächtnis geblieben sind mir eigentlich nur miese Ereignisse, die ihren Schauplatz allerdings abseits vom Schulhof hatten. Einmal wurde mir beim Fußballspielen von einem Kombattanten die Nase blutig geschlagen. Man hat mich aufs heimische Sofa geleitet, und mich erstversorgt. Gebrochen war wahrscheinlich nichts.

Gerade sind in Hessen die Herbstferien zu Ende gegangen. Marc musste also das erste Mal in seinem Schulleben wieder nach den Ferien in die Schule. Eigentlich macht es ihm nichts aus, in die Schule zu gehen. Er kommt mit den wesentlichen Kindern in der Klasse aus. Die Lehrerinnen sind auch beliebt. Der Lernstoff fordert – und das ist zumindest im Moment mit viel Spaß verbunden.

In den vergangenen Tagen haben wir den Neueinstieg in den Alltag eigentlich nicht sehr oft thematisiert. Gestern Abend beim Essen habe ich das Thema kurz angeschnitten. Das Bedauern der Tatsache Ferienende hat sich doch deutlich im Gesicht gezeigt.

Heute morgen war dann alles okay. Die Schritte gen Lehranstalt waren bestimmt und flott – und doch waren wir beim Betreten der Schule zögerlich. Anders als sonst üblich war es willkommen, dass ich noch bis zum Klassenraum mitgekommen bin. Doch dann galt es, die Schwelle zum Alltag endgültig zu überschreiten. Begeisterung sieht anders aus. Gleich erfahre ich, ob sich das Blatt schon am ersten Schultag nach den Ferien wieder gewendet hat.

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Poll: Welcher Kindersitzmarke vertraut Ihr?

Allen Eltern liegt die Sicherheit ihrer Kinder im Auto am Herzen. Es ist nicht immer ganz einfach, das richtige Modell oder die beste marke herauszufinden. Mich interessiert – und hier sind wohl vor allem erfahrene Eltern gefragt -, welche Marke das größte Vertrauen genießt. Ich glaube ja, dass bei Mehrfacheltern die Markentreue eingermaßen groß ist. Seid Ihr anderer meinug, dann nutzt die Kommentarfunktion. Für Eure Markenpräferenz müsst Ihr ganz einfach nur voten. Danke.


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Rezension: Babys und Kinder fotografieren

Spätestens, wenn der Nachwuchs sich ankündigt, wird aus jedem Papa ein Fotograf und/oder Videofilmer (es macht Sinn, sich nicht erst nach dem ersten Schrei des Babys mit Fotoapparat und Videokamera auseinanderzusetzen). Die eigenen Kinder halten als Models her, ob sie wollen oder nicht. Es ist großartig, wenn man später die Bilder betrachten kann, die jeden Entwicklungsschritt festgehalten haben. Die Eltern verbinden mit dem fotografisch Fixierten ganz bestimmte Emotionen. Entsprechend kommt es gar nicht so sehr auf eine objektivierbare Qualität der Fotos an. Und das ist unter dem Strich auch völlig in Ordnung so.

Cover: Babys und Kinder fotografieren

Cover: Babys und Kinder fotografieren

Manch einem mag das „Knipsen“ irgendwann nicht mehr reichen. Meistens ergänzt man seine selbst fabrizierten Werke durch die von professionellen Fotografen. Allerdings packt gerade in der Zeit digitaler Fotografie immer mehr Papas und Mamas der Ehrgeiz, selber schön gestaltete und perfekt umgesetzte Fotos zu machen. Anregungen finden sich im Fotozeitschriften – und natürlich schier unendlich im Netz. Aber auch das gute, alte Buch kommt zu seinem Recht. Bei mitp ist jetzt ein Buch erschienen, das ambitionierten Hobby-Fotografen zahlreiche Tipps mit auf den Weg gibt. Jens Brüggemann und Leonie Ebbert haben mit „Babys und Kinder fotografieren – Tipps und Tricks für bezaubernde Fotos“ ein sehr schön gestaltetes und gut strukturiertes Werk auf den Markt gebracht.

Recht schnell wird deutlich, dass die Autoren sehr großen Wert auf herausragendes Equipment legen. Insofern wird der Kompaktkamerafan nicht mit allen Anregungen glücklich werden. Teure Bodys, hochwertige und lichtstarke Original-Objektive, die teuersten Reflektoren auf dem Markt, Studioblitzanlage nicht unter 1000 Euro: Das gehört offensichtlich dazu, wenn man Fotos der Qualität erzeugen will, wie sie in dem Buch großteils abgebildet sind. Die Fotos sind wirklich von herausragender Qualität. Da lässt sich einiges Abschauen – und doch wird man enttäuscht sein, wenn man die selben Ergebnisse mit seiner Einsteiger-Spiegelreflex mit Kit-Objektiv erzielen will.

Großes Augenmerk legen die Autoren auf das Thema Beleuchtung. Das ist natürlich der richtige Ansatz. Man lernt viel über Blitztechnik und den Einsatz von Reflektoren und Studioblitzanlage. Die Bildbeschreibung lässt in der Regel keine Frage offen. Die wesentlichen Einstellungen (Brennweite, Blende, Belichtungszeit und ISO) fehlen so gut wie nie. Skizzen, auf denen zu sehen ist, welche Hilfsmittel wie positioniert wurden und woher das vorhandene Licht kam, helfen, die Settings nachzubauen bzw. nachzustellen. Sehr vorbildlich.

Unter dem Strich lässt sich sagen, dass das Buch sehr gelungen ist. In die Hand nehmen darf und kann es wirklich jeder, der Spaß an Kinderfotos hat. Manch einem wird es allerdings eher als Bildband denn als Anleitung für die eigene Praxis dienen. Angesprochen ist der sehr ambitionierte Hobbyfotograf. Auch Profis, die über ein Studio verfügen, allerdings erst noch in das Geschäftsfeld der Kinderfotografie eindringen möchten, werden hier auch glücklich. Mir persönlich sind einige Passagen – vor allem in dem Kapitel 2.1. zu den Entwicklungsstadien des Kindes – zu laienhaft-entwicklungspsychologisch. Das mag daran liegen, dass ich ein bisschen Psychologie studiert und mittlerweile drei Kinder habe. Wem es jedoch ähnlich wie mir bei der Lektüre geht, blättert einfach drüber und schaut sich die Bilder an.

Auf einer Skala von 1 bis 10 bekommt das Buch „Babys und Kinder fotografieren“ von mir 8 Punkte.

Jens Brüggemann und Leonie Ebbert, Babys und Kinder fotografieren: Tipps und Tricks für bezaubernde Fotos, 2010, mitp, 204 Seiten, 29,95 Euro

Das Buch hat mir übrigens der Fotograf Michael Kirchner, Studio Omori, @omori_de im Rahmen einer Blogger-Aktion zur Verfügung gestellt.

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Lesen, Schreiben, Lesen

Nur zwei Stunden war ich auf der Buchmesse in Frankfurt unterwegs. Und es war wahnsinnig inspirierend. Großartige Bücher werden dort regelmäßig großartig präsentiert. Die Atmosphäre gefällt mir immer sehr gut. Kreative treffen auf Neugierige, die ihren Wissensdurst mit Hilfe des – noch immer meist – gedruckten Wortes befriedigen wollen. Und natürlich auf Händler, die ich hier nicht unterschlagen möchte.

Besonders viel Spaß haben mir die Kinderbuchverlage gemacht. Bücher für Kinder sind etwas Wunderbares. Heute lese ich noch sehr viel vor. In wenigen Jahren werden die wissbegierigen Kleinen hoffentlich vornehmlich Bücher (oder auch digitale Endgeräte, auf denen Buchstaben und Illustrationen weiterleben werden) nutzen, um ihre Neugier und ihren Wissensdurst zu befriedigen.

Man sagt mir innerfamiliär nach, dass ich schon immer eine Leseratte gewesen bin. Objektiv betrachtet ist das nicht ganz richtig. Es gibt sicher Menschen, die noch viel mehr lesen und gelesen haben als ich. Dennoch halte ich mich für ein recht gutes Vorbild für meine Kinder. Fast schon peinlich ist es mir, dass es jemanden in meiner näheren Verwandschaft gibt, der geradezu stolz ist, nie auch nur ein einziges Buch gelesen zu haben bzw. sich nicht mehr daran erinnern zu können. Wie ist ein solches Leben möglich?

Nun gut. Das mit den Maßstäben ist so eine Sache. Neulich habe ich aber auch anderer Stelle etwas gehört, was mich damals nachdenklich gemacht hat und nach dem Besuch der Messe wieder in mir hochgekommen ist. Es wurde in einem größeren Kreis darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, dass die Kinder so schreiben lernen, wie es im Moment modern ist. Also nach Gehör und mit Hilfe einer Buchstabentabelle ohne ein Korrektiv. Ein Vater sagte, dass es bei seinem größeren Sohn später nie mehr mit der Rechtschreibung geklappt habe. Die Pädagogen setzen unter anderem darauf, dass durch das Lesen Orthographie nebenbei gelernt wird. Er sagte, Lesen sei halt nicht das Ding des Jungen.

Bong, das hat gesessen und einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Das Heranführen an das Lesen, die Bücher, von mir aus auch an digitale Endgeräte ist doch in der Regel die Aufgabe der Eltern, allenfalls der Eltern in Kooperation mit der Schule und den Lehrern. Einfach die Lehrmethode zu hinterfragen und zu verurteilen, und dann noch seinen Anteil am Ganzen auszublenden, halte ich für schwierig.

Ich bin froh, wenn die Kinder den Spaß am Schreiben nicht schon in den ersten Monaten in der Schule verlieren. Ich schreibe gern, wenn das meinen Kindern genauso geht (sie müssen ja nicht gerade Schriftsteller oder Journalist werden), ist mir das sehr recht. Und lesen sollen sie auch – und zwar sollen sie mehr Zeit damit verbringen, als mit jeder anderen Indoor-Aktivität. Ich weiß, die positiven Effekte von Fernsehen, Computer/Internet und Videospielen zu schätzen. Doch den Wissensdurst stillt man immer noch am besten mit Lesen. Weitere positive Effekte nimmt man da doch gerne mit.

Also: Lesen, Schreiben, Lesen – und das mit Spaß und Begeisterung. Nur so können die Kinder auch Gefallen an Sprache und Schrift finden. Der Rest ist dann eigentlich egal.

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