MonthNovember 2010

Aufwand, Ikea, Playmobil

Keine Frage, die Playmobil-Spielewelten sind großartig. Im aktuellen Programm ist wieder einmal für jeden etwas dabei. Die Drachenritter sind sicher vor allem für Kinder ab 6 ein Traum. Die tierischen Welten Zoo, Wildtierstation bzw. Tiere Afrikas und Bauernhof sind sicher auch schon etwas für kleinere Kinder.

Auch die Welten, die das normale Leben widerspiegeln, sind großartig. Tom hat zum vierten Geburtstag das Ferienhaus, den Kern der Ferienwelt geschenkt bekommen. Wieder einmal überzeugen die Details, wenn auch der Sanitärbereich ein wenig schwerer bespielt werden kann als Terrasse oder Wohnzimmer. Dann verlegt man das Stille Örtchen eben kurzerhand nach draußen.

Allerdings mache ich immer wieder den Fehler, einen Großteil der Vorarbeit nicht schon im Vorfeld zu erledigen. Ehrlich gesagt, geht es nämlich schneller von der Hand einen Kleiderschrank von Ikea zu erreichten, als ein mittelmäßig aufwändiges Gebäude von Playmobil. An vielen Stellen kommen die Kleinen nämlich auch selbst nicht weiter, abgesehen davon, dass man bei den kleinen Teile höllisch aufpassen muss, dass sie nicht unter dem Sofa verschwinden.

Wer die Welten nicht schon zum Teil errichtet an die Kinder übergibt, der muss mit nörgelnden Genossen rechnen, die einer ziemlichen Geduldsprobe ausgesetzt sind. Wenn Papa erstmal mal im Bau-Flow ist, dann lässt er sich auch noch recht ungern helfen. Spannungen sind programmiert. Da ist ein kühler Kopf gefragt.

Also liebe Eltern: Weihnachten naht, Playmobil-Welten wechseln wild die Besitzer. Gut beraten ist, wer einen kuschligen Adventsabend damit verbringt, sich als Baumeister zu betätigen. Das schont die Nerven – und man hat das ganze Spielzeug nur für sich allein. Aufwand, Ikea, Playmobil.

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Durchwachte Nacht, durchwachte Nacht

In der vergangenen Nacht habe ich ein weiteres Mal den Weg ins Wohnzimmer angetreten – unsere kleine Tochter im Schlepptau. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie spät es war. Am Wochenende sind die Uhrzeiten irgendwie schon egal. Ich weiß noch, dass ich nicht der erste war, der in dieser Nacht das Vergnügen mit der kleinen Dame hatte. Meine Frau war schon mit ihr unterwegs.

Als ích so mit Nora auf dem Sofa lag, während sie versuchte in den Schlaf zu finden, hatte ich mal wieder Zeit nachzudenken. Ich habe darüber nachgedacht, welche Herausforderungen das Elternsein oder das Vatersein auszeichnen.

Wenn die Kinder krank sind, es ihnen schlecht geht, das sind ganz schwierige Zeiten. Dabei muss es sich gar nicht um ganz schlimme Krankheiten handeln. Ein krankes Kind bringt den dicht getakteten Alltag immer ordentlich durcheinander. Organisation und Plan wird durchkreuzt, aber auch der eigene Geist kann sich nicht mehr richtig auf das Alltägliche konzentrieren. Man wird stark abgelenkt, ist mit seinen Gedanken beim Kind, beim Partner, der beim Kind ist.

Der zweite banale Punkt, über den ich mich hier heute auslassen will, steht teilweise mit dem ersten Aspekt in Zusammenhang. Muss er aber nicht. Unausgeschlafen sein und nachts durch die Wohnung irren ist für mich eine der härtesten Proben als Vater. Man merkt, wie einem Nacht für Nacht die Kraft mehr schwindet. Die Gefühle fahren Achterbahn. Einmal ist es ein Leichtes, Verständnis für das Kind aufzubringen. In einer anderen Nacht wieder wünscht man das Kind zur Hölle. Auch die letzte Empfindung muss man zulassen, finden wir. Deshalb liebt man sein Kind ja nicht weniger.

Kinder sind aus überlebensstrategischen Gründen mit einem unglaublichen Egoismus ausgestattet. Wir Erwachsenen haben gelernt, Rücksicht zu nehmen, auf die eigenen Kinder sowieso. Man muss sich als Vater oder Mutter eben ganz oft zurücknehmen. Macht man ja auch gern. Meistens. nachts nicht immer, manchmal mehr, manchmal weniger. Die kindliche Kraftsaugerei bringt einen gelegentlich an seine Grenzen. Wenn es morgen wird, und man wenigstens ein paar Stunden schlafen konnte, sind die Akkus wieder einigermaßen aufgeladen, bis zur nächsten Nacht.

Banale Dinge mit großer Wirkung. Die Statistik und Meinungsforschung sagt uns immer wieder: Die Männer in festen Beziehungen sind häufig Schuld daran, dass eine Partnerschaft kinderlos bleibt. Die Männer wollen nicht. Männer sind einfach zu bequem. Sie wollen sich offensichtlich weder den Alltag durcheinander wirbeln lassen noch die Nachtruhe rauben lassen.

Da wir hier aber unter anderem auch für eine aktive Vaterschaft werben wollen, muss man natürlich auch erwähnen, dass genau die negativen Dinge auch voller positiven und intensiven Erlebens sind. Ganz großes Kino: Das Spiegeln des Selbst im Kind. Ich bin übrigens kein großer Freund von irgendwelchen Rezeptbüchern, in denen steht, was zu tun ist, um bestimmte (nervende und störende) Eigenschaften der Kinder abzustellen. Wer die Fähigkeit zur Selbstreflexion hat und sich und sein Tun auch immer wieder einmal in Frage stellen kann, der macht schon das Richtige. Und wenn er dann merkt, dass das Verhalten der Kinder ihn unglaublich nach vorne bringen, dann weiß der Vater auch, warum er gern nächstens durchs Haus irrt, wenn es in der konkreten Situation nicht immer so leicht fällt.

Gern würde ich gerade zu diesem sehr persönlichen Thema einmal die Meinung der versprengten Leserschaft lesen. Nur zu, Kommentare sind ausdrücklich gewünscht.

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Markentreue bei Kinderautositzen

Vor einige Wochen habe ich mit Hilfe des Freemium-Dienstes Polldaddy ein Voting auf passionpapa.de gepostet. Ich habe dort gestützt danach gefragt, welcher Kinderautositz-Marke Ihr vertraut. Immerhin 33 Stimmen wurden abgegeben. Das Ergebnis war ziemlich eindeutig und deckt sich mit meiner Vermutung. An der Spitze liegt der Ulmer Spezialist für Kinderautositze Römer, mit einigem Abstand folgt der niederländische Anbieter Maxi Cosi.

Interessanterweise deckt sich dieses Ergebnis mit unserer Wahl der Autositze in der Vergangenheit. Die beiden Jungs haben Sitze von Römer, die Babyschale, in der Nora noch reist, ist ein „Maxi Cosi“ älteren Datums. Marc fährt in einem Römer Kid Auto. Tom besetzt einen Römer King, der schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Ich glaube, dass die Markentreue beim Thema Kinderautositze sehr hoch ist. Irgendwie führen wir hier den Beweis.

Nora wird in den kommenden Tagen oder Wochen ihre Babyschale verlassen und auf einen neuen Römer King Plus umsteigen. Noch hadern wir mit dem Wechsel. Noras Kopf ragt noch nicht über den Rand der Babyschale hinaus. Zudem reisen die Kleinen rückwärts gewandt im Fond am sichersten.

Vor Kurzem ist Römer auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir uns vorstellen können, Markenbotschafter zu werden und die Produkte von Römer auf Herz und Nieren im Alltag – und hoffentlich ohne Unfall – zu testen. Aufgrund der bereits vorhandenen emotionalen Nähe zur Marke ist uns die Zusage nicht schwer gefallen. Den King Plus-Sitz haben wir entsprechend von dem Ulmer Unternehmen zur Verfügung gestellt bekommen. So werde ich an dieser Stelle bereits in wenigen Wochen über unsere Erfahrungen mit dem Sitz berichten. Wir kennen die Stärke und Schwächen der bisherigen Sitze und können uns sicher ein brauchbares Urteil bilden.

Ich möchte an dieser Stelle aber durchaus auch eine Diskussion anstoßen. Wer etwas über seine Erfahrungen mit Kinderautositzen mitteilen möchte, kann das gern tun. Auch als Kommentar auf diesen Beitrag.

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Der Milchzahn-Zyklus – Ein Gespräch mit Thomas Scholtyssek

Web 2.0 heißt Vernetzung. Und wenn man ein Blog wie dieses betreibt, dann entsteht die Vernetzung wie von selbst. Die Auseinandersetzung mit dem Vatersein findet an vielen Stellen im Netz statt, aber natürlich nicht nur dort. Über Twitter habe ich kürzlich Thomas Scholtyssek (@tscholty) kennengelernt. Er ist der Autor des Buches „Achterbahn zum ersten Milchzahn: Vater werden – mein Abenteuer mit Happyend“. Er ist 42 Jahre alt, arbeitet als Bauingenieur und lebt mit seiner Frau und dem 3,5 Jahre alten Sohn Marlon in Norddeutschland. Wir haben uns über das Buch, das Vatersein, die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Schreiben sowie seine weiteren Pläne unterhalten.

Von passionpapa

Passionpapa.de: Du hast eine Familie, Du arbeitest und Du schreibst Bücher. Die beiden ersten Punkte bedeuten ja schon volles Programm. Was genau hat Dich dazu gebracht, Deine Erfahrungen rund ums Elternsein aufzuschreiben?

Thomas Scholtyssek: Meine Frau Nicole hatte in der 32. Schwangerschaftswoche eine Schwangerschaftsvergiftung erlitten, das sogenannte – leider immer noch relativ unbekannte – HELLP Syndrom. Ich wollte auf dieses Syndrom unbedingt aufmerksam machen und das Erlebte verarbeiten. Das war der Auslöser zur Idee, ein Elterbuch zu schreiben. Hinzugekommen sind im Laufe der Zeit auch viele humorvolle Erlebnisse zum Thema Elternzeit und Vatermonate. Des Weiteren war es mir wichtig, andere werdende und frischgebackene Eltern zu informieren und zu erheitern.

Wie kam der Kontakt mit dem Sankt Ulrich Verlag aus Augsburg zustande? Hast Du viele Absagen bekommen, bevor Du einen Verlag gefunden hast?

Ohja, gerade zu Anfang habe ich einige Absagen bekommen bzw. überhaupt keine Antworten erhalten. Ich habe mir also über das Internet mögliche Verlage rausgesucht und die entsprechenden Unterlagen versendet. Relativ schnell kamen die ersten Angebote von sogenannten Druckzuschusskosten-Verlagen. Da ich aber mit meinem Buch in keine finanzielle Vorleistung gehen wollte, kam so eine Art von Vertrag für mich nicht in Frage. Zum Schluss hatte ich dann einfach das große Glück, aus mehreren Verlagen auswählen zu können. Meine Wahl viel auf dem Sankt Ulrich Verlag aus Augsburg weil ich hierbei das beste Gefühl hatte – was sich in nachhinein betrachtet ja auch bestätigt hat. Generell kann man sagen, man benötigt auf jeden Fall bei der Verlagssuche viel Geduld und sollte rechtzeitig damit beginnen. Das merke ich momentan leider auch bei dem gerade fertig gestellten Nachfolgebuch von „Achterbahn zum ersten Milchzahn“

Heute ist man sicher als Autor noch mehr gefordert als früher, selbst die Werbetrommel zu rühren, um Erfolg zu haben? Wie promotest Du Dein Buch?

Ich denke eine gesunde Mischung ist wichtig. Einen Großteil der Werbung (z.B. im Thalia-Magazin etc.) übernimmt im Idealfall zumindest zu Anfang der Verlag. Als Autor selbst, muss man versuchen, auf sein Buch aufmerksam zu machen – vor allem mit Buchpräsentationen und Lesungen. Ganz wichtig ist die Werbung im Internet. Hierzu gehört u.a. die Präsentation im Internet per Homepage, in weiteren Netzwerken usw. Der Kontakt zu Euch, also Passionpapa, ist ja auch über Twitter zustande gekommen. Mein Buch „Achterbahn zum ersten Milchzahn“ (ISBN 978-3-6744-114-8) ist in der Schweiz, Österreich und Deutschland veröffentlicht worden und eigentlich überall erhältlich bzw. bestellbar.

Von Ablagebox

Was war Dein bisher schönstes Erlebnis im Bezug auf den Erfolg von „Achterbahn zum ersten Milchzahn“?

Eindeutig die Buchpräsentation als Deutschlandpremiere bei Thalia inklusive anschließender Signierstunde, bei der unter anderem einige schwangere Frauen anwesend waren und diverse Fragen hatten. Ein tolles Gefühl. Generell habe ich zu meinem Buch viel positive Kritik erfahren, was mich natürlich freut. Viele Eltern und auch Frauen, die ebenfalls an dem HELLP Syndrom erkrankt waren suchen Kontakt und berichten, dass sie sich und viele Situationen in meinem Buch wieder gefunden haben. Und auch einige Väter haben Rückmeldung gegeben.

Du hast vorhin das Nachfolgebuch angesprochen. Wie lautet der Titel und was erwartet den Leser?

Das Nachfolgebuch habe ich gerade fertig gestellt. Es schließt zwar an „Achterbahn zum ersten Milchzahn“ an, ist aber als unabhängiges Buch geschrieben. Der Arbeitstitel lautet „Milchzahn der Zweite – Jetzt rede ich“ und ist, wie der Titel schon verrät, diesmal aus der humorvollen Sicht meines Sohnes (also aus der Sicht eines Kleinkindes) geschrieben. Natürlich wieder in Kombination mit vielen Tipps und Tricks für Eltern. Wenn ich „Achterbahn zum ersten Milchzahn“ mit „Milchzahn der Zweite“ vergleichen soll, so würde ich sagen, dass das erste Buch auf den dramatischen Erlebnissen zum Thema HELLP Syndrom basiert und das Nachfolgebuch auf den Erfahrungen zu Themen wie Kindergartenerlebnisse, Schlafverhalten, Kinderkrankheiten, Erziehung usw. Ich denke beim zweiten Buch kann man noch mehr schmunzeln, als beim ersten und so soll das ja auch sein.

Du hast es schon angedeutet. Wird „Milchzahn der Zweite“ diesmal nicht im Sankt Ulrich Verlag erscheinen ?

Leider ist das so, wobei aus meiner Sicht wirklich nichts dagegen gesprochen hätte. Ich fühle mich beim Sankt Ulrich Verlag sehr gut aufgehoben, aber der Verlag hat vor kurzem entschieden, dass „Milchzahn der Zweite“ nicht so richtig ins Verlagsprogramm passt und mir eine Absage erteilt. Zur Erklärung: Der Sankt Ulrich Verlag veröffentlicht hauptsächlich Bücher mit dem Themenschwerpunkt Religion und Lebenshilfe/Ratgeber. Als mögliche Rubrik wäre aus meiner Sicht noch „Erziehung“ in Frage gekommen. Hat leider aber nicht geklappt. Wie gesagt, es ist eine unterhaltsame Mischung zwischen Ratgeber und Erlebnissen aus der Sicht eines Kleinkindes.

Du suchst also einen Verlag?

So kann man das sagen. Ich mache mich momentan schlau, zu welchem Verlagsprogramm das neue Buch gut passen würde und versende anschließend die entsprechenden Unterlagen. Von Thalia habe ich netterweise erneut die Möglichkeit angeboten bekommen, auch das neue Buch dort als Buchpremiere präsentieren zu dürfen, sobald es veröffentlicht wird.  Falls ein Verlag diese Zeilen liest und sich angesprochen fühlt und Interesse zeigt, kann er sich gern per Mail (marlonsmilchzahn@live.de) bei mir melden.

Wie bekommst Du Familie, Beruf und Schreiben unter einen Hut. Bleibt da noch Zeit um selbst mal ein Buch zu lesen?

Früher (die Zeit vor dem Nachwuchs) habe ich viel gelesen. Dann wurde es zeitbedingt immer weniger und begrenzte sich zum Schluss auf meine Urlaube. Mittlerweile finde ich kaum noch die Möglichkeit, in Ruhe ein Buch zu lesen. Es ist in der Tat schwierig, all die genanten Punkte unter einen Hut zu bekommen. Mein Beruf als Bauingenieur ist ein Fulltimejob und meine Familie soll natürlich auch nicht zu kurz kommen. Mein Sohn Marlon ist 3,5 Jahre alt und fordert meine ganze Aufmerksamkeit, wenn ich nach Hause komme. Das Schöne ist: Ich kann mich beim Spielen mit ihm wunderbar entspannen und er entdeckt gerade sein großes Interesse für Fußball. Auf jeden Fall muss man sich die zur Verfügung stehende Zeit sehr genau einteilen.

Wird es eigentlich noch weitere Bücher von Dir geben?

Wenn die Zeit es zulässt, mit Sicherheit. Ich habe viel Freude beim Schreiben und denke, es ist ein schönes Hobby. Ich habe schon wieder einige Sachen im Kopf, die sich aber wieder mit einem völlig anderen Thema beschäftigen werden. Und wer weiß, vielleicht wird mein nächstes Buch ein Roman? Ich denke, man muss den Leser auch immer wieder überraschen um nicht irgendwann in einer bestimmten Schublade zu verschwinden. Aber aktuell muss ich mich natürlich erstmal primär um die Verlagssuche für mein neues Buch „Milchzahn der Zweite – Jetzt rede ich“ kümmern.

Thomas, ich wünsche Dir dafür viel Geduld und schließlich Erfolg. Vielen Dank für das Gespräch.

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Das Alien aus der Flasche

Von passionpapa

Manchmal kommen Mama und Papa auf komische Ideen. Oft ist das semi-delirischen Zuständen geschuldet, die vor allem durch Schlafmangel oder andere zwanghafte Situationen entstehen.

Es ist eigentlich ein ganz schöne Sache, wenn das Kind im Arm liegt und ein Fläschchen verabreicht bekommt. Aber schräg kann es auch schon mal werden.

Gerade jetzt, in diesen Tagen wiederholt sich das mit Nora, was auch schon bei den Jungs zu beobachten war. Man sitzt auf der Bettkante und das Kind liegt entspannt in den Armen. Bis auf die Sauggeräusche hört man nicht viel, es ist dunkel, müde ist man selbst auch.

Plötzlich hast Du das Bedürfnis die Geräusche aus der Flasche einmal genauer zu analysieren. Dann mache ich es so, dass ich mein Ohr an den Flaschenboden halte. Manchmal halte ich die Flasche dann überhaupt nur mit meinem Ohr fest. Und dann wird das Gerausche und Gesause unnatürlich laut. Wenn ich dann die Augen schließe, malt die Phantasie dann die Bilder zu den Geräuschen. Heute Abend kam es mir vor, als ob Aliens kurz vor der Geburt stünden. Noch befinden sie sich in ihrer Nährlösung. Doch die Kommunikation ist schon recht ausgeprägt. Wirklich positiv sind meine Assoziationen in diesem Fall nicht. Wenn ich allerdings die Augen öffne, weiß ich wieder, wo ich bin. Und wenn das kleine Monster es dann schafft, schnell in den Schlaf zu finden, bin ich vollends zufrieden.

Was hört Ihr, wenn Ihr das Ohr an den Flaschenboden haltet? Das würde mich schon interessieren.

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Ein Samstag im Keller

Glück ist, wenn es an dem Tag, an dem Du mehrere Stunden im Keller verbringen musst, ohne Unterlass regnet. Dieses Glück war mit denn tatsächlich am vergangenen Samstag hold. Der Keller ist ein Problemteil bei uns. Es ist schon lange an der Zeit, sich intensiv mit ihm zu beschäftigen.

Heute kommt das Sperrmüllauto und wir haben nun wirklich noch einiges, was nur eine Zukunft haben kann. Müllpresse und dann Müllverbrennung. So habe ich mich im Keller verschanzt und die Spreu vom Weizen getrennt. Raus mit dem Zeug. Und wenn man schon dabei ist, dann macht es auch Sinn, andere Dinge auszumisten. Und so kam es zu mehreren Begegnungen mit der Geschichte.

Als altgedienter Videospielefan mit Neigung, die Sachen viel zu spät wegzuwerfen, habe ich natürlich noch massenweise Spielanleitungen und Spielekartons aufgehoben. Ein Wahnsinn. Manche der Handbücher für Abenteuer- und Rollenspiele, von Flugsimulationen ganz zu schweigen, waren 200 Seiten und mehr stark. Kein ambitionierter Gelegenheitsspieler hatte irgendwann mehr die Lust, sich erst einmal mehrere Wochen an eine Spiel heran zu tasten, um dann weit in der Zukunft das erste Mal Spaß zu haben.

In einer Kiste habe ich noch zahlreiche Disketten gefunden. Ehrlich gesagt: Hier konnte ich mich noch nicht zur Vernichtung durchringen. Bei vielen Dingen, die mir begegnet sind, dachte ich mir, dass es gut wäre bei Gelegenheit ein kleines Museum mit Sachen aufzumachen, die es heute gar nicht mehr gibt und von denen jüngere Generationen gar nicht wissen, dass es sie jemals gab.

In diesem Zusammenhang gibt es auch eine Begebenheit der vergangenen Woche, die mich hat laut auflachen lassen. Ein zehnjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft war bei uns zu Besuch. Und die Jungs ließen nicht locker. Sie wollten unbedingt „Mario Kart: Double Dash“ mit ihr spielen. Dieses Spiel stammt aus Gamecube-Zeiten. Es wird also auch an der Wii mit einem klassischen Controller gespielt. Als ich das Ding aus dem Schrank gezogen und noch einmal darauf hingewiesen hatte, sich wegen der kabelgebundenen Bauweise nicht zu heftig mit ihm zu bewegen, um die Wii nicht herunterzureißen, schaute sie mich entsetzt an und fragte: „Was, dieses Ding hat ein Kabel? Das habe ich ja noch nie gesehen!“

Es geht alles so schnell. Solche Episoden zeigen das ganz deutlich.

Zurück in den Keller. Natürlich hatte ich dort auch eine Begegnung mit dem Schulkind Christoph. Ein paar der Originaldokumente aus Schulzeiten habe ich natürlich noch aufgehoben. Und das zeug kommt auch garantiert nicht weg. Die Zeit am Wochenende war zu knapp, um den Kindern diese Aufzeichnungen zu zeigen.

Mein Foto des Tages 119

Mehrere Stunden später waren dann der „antike“ Werkzeugschrank demontiert, todgeweihte Teppiche identifiziert, olles Gerümpel zusammengestellt. Gestern abend wanderte das Zeug im Regen an den Straßenrand, um hoffentlich heute den nächsten Schritt hin zum sicheren und endgültigen Ende zu gehen.

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