Glück ist, wenn es an dem Tag, an dem Du mehrere Stunden im Keller verbringen musst, ohne Unterlass regnet. Dieses Glück war mit denn tatsächlich am vergangenen Samstag hold. Der Keller ist ein Problemteil bei uns. Es ist schon lange an der Zeit, sich intensiv mit ihm zu beschäftigen.

Heute kommt das Sperrmüllauto und wir haben nun wirklich noch einiges, was nur eine Zukunft haben kann. Müllpresse und dann Müllverbrennung. So habe ich mich im Keller verschanzt und die Spreu vom Weizen getrennt. Raus mit dem Zeug. Und wenn man schon dabei ist, dann macht es auch Sinn, andere Dinge auszumisten. Und so kam es zu mehreren Begegnungen mit der Geschichte.

Als altgedienter Videospielefan mit Neigung, die Sachen viel zu spät wegzuwerfen, habe ich natürlich noch massenweise Spielanleitungen und Spielekartons aufgehoben. Ein Wahnsinn. Manche der Handbücher für Abenteuer- und Rollenspiele, von Flugsimulationen ganz zu schweigen, waren 200 Seiten und mehr stark. Kein ambitionierter Gelegenheitsspieler hatte irgendwann mehr die Lust, sich erst einmal mehrere Wochen an eine Spiel heran zu tasten, um dann weit in der Zukunft das erste Mal Spaß zu haben.

In einer Kiste habe ich noch zahlreiche Disketten gefunden. Ehrlich gesagt: Hier konnte ich mich noch nicht zur Vernichtung durchringen. Bei vielen Dingen, die mir begegnet sind, dachte ich mir, dass es gut wäre bei Gelegenheit ein kleines Museum mit Sachen aufzumachen, die es heute gar nicht mehr gibt und von denen jüngere Generationen gar nicht wissen, dass es sie jemals gab.

In diesem Zusammenhang gibt es auch eine Begebenheit der vergangenen Woche, die mich hat laut auflachen lassen. Ein zehnjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft war bei uns zu Besuch. Und die Jungs ließen nicht locker. Sie wollten unbedingt „Mario Kart: Double Dash“ mit ihr spielen. Dieses Spiel stammt aus Gamecube-Zeiten. Es wird also auch an der Wii mit einem klassischen Controller gespielt. Als ich das Ding aus dem Schrank gezogen und noch einmal darauf hingewiesen hatte, sich wegen der kabelgebundenen Bauweise nicht zu heftig mit ihm zu bewegen, um die Wii nicht herunterzureißen, schaute sie mich entsetzt an und fragte: „Was, dieses Ding hat ein Kabel? Das habe ich ja noch nie gesehen!“

Es geht alles so schnell. Solche Episoden zeigen das ganz deutlich.

Zurück in den Keller. Natürlich hatte ich dort auch eine Begegnung mit dem Schulkind Christoph. Ein paar der Originaldokumente aus Schulzeiten habe ich natürlich noch aufgehoben. Und das zeug kommt auch garantiert nicht weg. Die Zeit am Wochenende war zu knapp, um den Kindern diese Aufzeichnungen zu zeigen.

Mein Foto des Tages 119

Mehrere Stunden später waren dann der „antike“ Werkzeugschrank demontiert, todgeweihte Teppiche identifiziert, olles Gerümpel zusammengestellt. Gestern abend wanderte das Zeug im Regen an den Straßenrand, um hoffentlich heute den nächsten Schritt hin zum sicheren und endgültigen Ende zu gehen.

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