Es ist bekannt und irgendwie auch nachvollziehbar, dass Playmobil und Lego die absoluten Spitzenreiter im Bereich der Kunststoff-Spielewelten sind – zumindest bei uns in Deutschland ist das so. Es ist auch bekannt, dass die meisten Kinder leicht einen Zugang zu den diversen Themenwelten finden. Die Begehrlichkeit ist groß, als Schenkender ist einem zumindest die temporäre Endlos-Liebe sicher.

Es gibt allerdings auch die eine oder andere beachtenswerte Alternative. Wer also noch Platz in Haus oder Wohnung und Playmobil sowie Lego schon rauf und runter gespielt hat, kann auch noch in neue Spielewelten eintauchen. Eine dieser Spielwarenserien ist Tomica aus dem Hause Tomy. Am Wochenende haben wir das Starter-Set Hypercity 85401 auf Herz und Nieren getestet.

Von passionpapa

Um es gleich zu Anfang zu chrakterisieren: Es handelt sich hier um eine Mischung aus einem automatisierten Parkhaus und einer Brio-Bahn aus Kunststoff. Und wie bei allen Spielewelten muss man auch hier eine gewisse Zeit für den Aufbau einrechnen. Allerdings geht es hier bei weitem nicht so handwerklich zu wie bei den größeren Playmobil-Welten.

Die Parkhauseinheit ist kompakt und zu 99% fertig aus dem Karton zu nehmen. Der Supermarkt auf der Grünen Wiese braucht beim Aufbau und Bekleben etwas Fingerspitzengefühl – hier geht es etwas kleinteiliger zu. Das Schienensystem für den elektrisch angetriebenen Pseudo-ICE können dank eines sehr einfachen aber funktionierenden Stecksystems auch die Kleinen zusammenbauen. Allenfalls die Verbindung zur Hauptspieleeinheit muss man als Elternteil vielleicht unterstützen. Das optimale Alter der Spieler wird mit 4 bis 7 Jahren angegeben. Das ist absolut in Ordnung – auch die obere Altersgrenze ist ehrlich.

Von passionpapa

Dem Set liegt ein dreiteiliger Zug bei, ebenso zwei Spielzeugautos in Standardgröße. Damit ist klar, dass auch alle anderen Spielzeugautos gern gesehen sind. Auch das Schienensystem ist durchaus mit anderen Schienengefährten aus dem Bestand der Kinder kompatibel. Das gilt allerdings nur für den manuellen Betrieb.

Die Steuerungseinheit befindet sich in dem Hauptmodul. Wenn man das Spiel einschaltet und den Zug mit einem separaten Schalter auf seinen Rundkurs schickt, organisiert sich der Verkehr im Automatikmodus von ganz alleine. Die Autos halten an der Schranke, wenn der Zug in den Bahnhof einfährt und kurz darauf die Fahrt fortsetzt. Er kann auch haltlos durch die Gegend fahren. Auch da funktioniert die Selbstorganisation. Die Autos werden mit einer Art Aufzug nach oben befördert. Für den permanenten Verkehr sorgt die Schwerkraft.

Von passionpapa

Interessant wird es, wenn die Kinder die Kreuzungssituation im manuellen Betrieb selbst organisieren. Dann kommt es zu ziemlich vielen Unfällen und hektischem Treiben. Die Autos verkeilen sich mit dem Zug, schieben sich ineinander. Zugegeben ist dann der Spaß eigentlich am größten, vor allem im gemeinsamen Spiel. Die Verkehrsgeräusche und das Klackern des Autoaufzugs sowie das Schreien und Gicksen konnte man über viele Stunden in unseren vier Wänden vernehmen.

Von passionpapa

Doch irgendwann kommt der Punkt, da die Kinder auf der Matte stehen, leicht verzweifelt gucken und sagen: „Die Batterien sind alle!“ Das klassische Problem. Die Steuereinheit benötigt drei Babyzellen, der Zug nochmals eine. Die Batterien liegen – wie so oft – dem Spiel nicht bei. Das ist grundsätzlich kein Problem, nur sollte ein Schenker oder Übergeber diese 5 bis 6 Euro gleich noch mit investieren, damit es keine langen Gesichter gibt. Akkus sind natürlich auch möglich.

Auf einer Skala von 1 bis 10 vergebe ich für das Spielset Tomica Hypercity 85401 7 Punkte. Die Spielewelt ist nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Aufkleber sehr detailreich. Die Verarbeitung ist für ein Kunststoff-Spielzeug sehr gut. Die Schienen lassen sich leicht stecken, der Zusammenhalt ist gut. Die Spielsituation Verkehr und Leben in der Großstadt ist realitätsnah, wenn auch die thailändische Herkunft des Spiels zumindest Erwachsenen auffällt. Die Grundausstattung ist natürlich erweiterbar. Der ordentliche Energiebedarf und der recht hohe Preis (normalerweise kostet das Set rund 90 Euro, im Moment (Stand: 6.Dezember 2010) ist es bei Amazon für unter 70 Euro zu haben) zählen sicher zu den Negativpunkten.

Transparenzhinweis: Das Starter-Set Tomica Hypercity 85401 wurde uns als Testmuster kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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