Der Aufpass-Zyklus

Der Alltag mit den Kindern ist so dynamisch – da bekommt selbst das geschulteste Gehirn Probleme, sich an Ereignisse zu erinnern, die bereits eine geraume Zeit zurückliegen. Wie war es denn, als die jetzt schon etwas größeren Kinder immer mobiler wurden? An den ersten Schritt erinnern sich noch viele Eltern. Wann aber – und vor allem wie – haben die Kinder das erste Mal Treppen bestiegen (in unbeobachteten Momenten) oder wann sind sie zum ersten Mal selbstständig aufs Sofa geklettert?

Nora hat jetzt, mit rund 17 Monaten, kein Verständnis mehr dafür, sich auf den Boden zu setzen, während der Rest der Familie selbstverständlich auf Sofas, Sesseln und Stühlen Platz nimmt. Also nutzt sie jede Gelegenheit, um vor allem aufs Sofa zu klettern. Ich habe wirklich keinerlei Erinnerungen mehr daran, wie das die Jungs angestellt haben. Vielleicht haben sie erst viel später den eigenmächtigen Aufstieg auf die Sitzmöbel geprobt. Zu einem Zeitpunkt, als man sich einfach keine Sorgen mehr um die machen musste.

Nora ist kürzlich also prompt vom Sofa gefallen. Natürlich auf den Kopf und natürlich auf den harten Parkettboden. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Auf jeden Fall haben wir gemerkt, dass wie mit den Jungs viel früher und häufiger geübt haben, mit den Füßen zuerst und rückwärts Stufen hinabzusteigen – oder eben auch das Bett oder das Sofa zu verlassen. Das ist eine absolut empfehlenswerte Übung. Die Kinder lernen schnell, wenn man es nur oft genug mit ihnen probiert.

Der Entwicklungsdrang von Nora hat natürlich Konsequenzen. Wir können wie nun nicht mehr für mehrere Minuten unbeaufsichtigt in einem Raum lassen. Selbst unserer Nebenerwerbsaufpasser können mit den Kletterkünsten der Kleinsten schnell überfordert sein. Auch wenn die Jungs anschlagen und uns rufen, kann ein Sofaausflug schnell auf dem harten Boden enden – manchmal sind Teppiche doch nicht so schlecht.

Damit sind wir im Aufpass-Zyklus wieder eine Runde weiter. Zuerst passt Du auf. Dann werden Kind und Eltern routiniert, weil sie die Situation sehr gut einschätzen können. Doch dann entwickelt sich das Kind doch tatsächlich weiter – und alles fängt wieder von vorn an. Ich habe mir sagen lassen, dass dieser Zyklus bis ins hohe Alter relevant bleibt.

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1 Comment

  1. Klasse Artikel. Da erkenne ich so viel von unserer derzeitigen Entwicklung wieder. Unser Sohn ist jetzt 11 Monate und wir stellen immer wieder fest, dass wir uns es gar nicht mehr so richtig vorstellen können, wie es war, als Timo einfach nur „rumgelegen“ hat 😉
    Aber wenn das jetzt bis ins hohe Alter so weiter geht, dann kann man sich ja nur noch dem Unausweichlichem fügen. 🙂

    LG,
    Mattes

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