Seit dem späten Herbst ist Nora meistens aufrecht unterwegs. Das ist eine Zeit, in der man die Aufenthalte im Freien deutlich herunterfährt. Vor allem erwartet man von dem kleinen Kind nicht gerade, dass es seine ersten Gehversuche in unwirtlicher Kälte macht. Der häufige Kontakt mit kalten, harten und schmutzigen Böden wird dann doch lieber gemieden.

Ihre ersten Winterstiefel hat Nora dann auch erst kurz vor Weihnachten bekommen. Der eine oder andere Schritt wurde dann auch schon mal recht wackelig auf verschneitem Grund gemacht. Obwohl sie noch nicht seht lange läuft, hat sie doch schon eine ordentliche Entfernung zweibeinig zurückgelegt. Meistens sind es dann doch Wege von A nach B. Kleinere Erkundungstouren haben sich dann in den vergangenen Wochen auch schon mal im Garten ergeben.

Und am Wochenende war es dann soweit: Die ganze Familie ergänzt um eine weitere Familie machte sich von milden Temperaturen gelockt auf den Weg zum Spielplatz. Freies Erkunden einer neuen Welt. Großartig. Für Nora aber auch die Beobachter.

Sand, Kieselsteine, Erde – erstmal alles ganz genau unter die Lupe nehmen. Ein zielloses herumirren war nie angezeigt. Besonderes Interesse hatte sie allerdings am Fußballspielen von Papa und Bruder. Ständig versuchte sie den Ball zu erobern. Den Regeln des Spiels nicht mächtig, schimpfte sie ordentlich, wenn man ihr den Ball nicht freiwillig übergeben wollte. Lustigerweise ist ihr das Treten gegen den Ball ganz wichtig. Das Ritual ist immer das gleiche: Zuerst wird der Ball in beide Hände genommen und gesichert. Dann fällt er vor die Füße und wird getreten. Anschließend wird hinterhergelaufen – und nicht selten über den viel zu großen Ball gestolpert. Kommt dann auch noch der Bruder, um den Ball zurückzuerobern, wird wieder maßlos geschimpft.

Die Eroberung der Welt wird bei uns das große Thema der kommenden Wochen und Monate sein. Irgendwie machen wir das alle bis ins hohe Alter – aber das Beobachten der Kleinen auf ihrem Weg bereitet dann doch einen ganz speziellen Spaß.

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