MonthApril 2011

Ein Tag in Heidelberg

Die freien Tage nach Ostern waren für mich echte Familien-Qualitätszeit. Wir haben die Tage mit einer Mischung aus Spielen im Garten, Eisessen und Ausflügen gefüllt.

Höhepunkt war mit Sicherheit unser Ausflug nach Heidelberg. In der Vergangenheit waren wir schön häufiger im Heidelberger Tiergarten. Der Zoo im Neuenheimer Feld, nahe beim Neckar, ist ein sehr schönes Ausflugsziel. Ganz wichtig: Die Robbenfütterung darf man auf keinen Fall verpassen. Aber Heidelberg hat nicht nur Erwachsenen noch viel mehr zu bieten.

Hauptziel war dieses Mal der Freizeitpark Märchenparadies auf dem Königstuhl. Normalerweise sind wir nicht die wahren Freizeitparktypen. Meistens sind wir zu knausrig, um die Vergnügungen zu finanzieren. In dem Märchenpark ist allerdings die Mischung so gelungen, dass man auch bereit ist, die eine oder andere Wertmünze (im Gegenwert von 50 Cent) in die Automaten zu werfen. Die Märchenhäuser sind nett gestaltet. Die Auswahl der Märchen ist gut, die Dauer der Erzählung an den einzelnen Stationen ist auch genau richtig. Wir haben auf jeden Fall Lust bekommen, uns intensiver mit Märchen auseinanderzusetzen – sie standen bei uns bisher auf der Agenda nicht ganz oben.

Es gibt einige kleinere Fahrmöglichkeiten. Der Spielplatz ist sehr schön, vor allem auch die große Hüpfmatte. Es gibt auch ein Kletterhaus, wie man es von Indoor-Spielplätzen kennt. Ansonsten können die Kinder Boote in einem kleinen Bassin fernsteuern oder mit Wasserkanonen Bälle durch ein Labyrinth treiben. Ausreichend Sitzgelegenheiten zum Picknicken gibt es auch. Die Eintrittspreise sind moderat. Kinder zwischen 2 und 12 Jahren zahlen 3 Euro, Erwachsene 2 Euro. Während der Schulferien in Baden-Württemberg ist jeweils ein Euro mehr fällig.

Parkmöglichkeiten sind im Prinzip ausreichend vorhanden – und das Parken ist kostenlos. Daher haben wir uns auch dazu entschlossen, das Auto auf dem Königstuhl stehen zu lassen und mit der genialen Bergbahn runter- und wieder raufzufahren. Wir haben für das Familienticket 22 Euro gezahlt (Tal- und Bergfahrt). Kinder unter 6 Jahren zahlen noch nichts. Der Ausblick während der Fahrt ist großartig.

Das Schloss haben wir diesmal ausgespart. Wir sind durch die wunderbare Altstadt von Heidelberg geschlendert und haben in der öffentlichen Mensa der Uni im alten Marstall gegessen. Das ist gerade mit Kindern eine sehr empfehlenswerte Adresse. Zum Abschluss gab es natürlich noch ein Eis für alle.

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Der Hase wirkt

Wieder liegt ein Osterfest hinter uns – und erneut hat der Osterhase beste Dienste geleistet. Einige Tage vor Ostern hat Marc noch gesagt, dass er glaubt, dass es den Osterhasen gibt, weil die Eltern doch nicht so früh wach sind, um die Leckereien zu verstecken.

In diesem Glauben haben wir Ostern dann auch verbracht. Die Kinder haben am Samstag die Nester vorbereitet, die Karotten wurden verteilt (Wegzehrung für den Hasen). Und dann kam die Nacht, es war eine besondere Nacht – nicht nur, weil Ostern vor der Tür stand.

Ich will mich nicht in Details verlieren. Es gab bei den Kindern ein paar Unpässlichkeiten, die uns einige Stunde der Nachtruhe geraubt haben. Es war schon lange hell, bevor der Osterhase seinen Dienst tun konnte.

Marc und Tom waren natürlich früh wach, um schon mal in den Nestern nachzusehen – doch da war noch nichts. Die Enttäuschung war gar nicht besonders groß. Wir konnten noch erklären, dass es bestimmt noch etwas gibt.

Zwar konnten die Kinder den Garten im Auge behalten, allerdings hat unser Besuch sie geschickt abgelenkt, so dass die Sachen ausgebracht werden konnten – und die Freude über die Gaben des Osterhasen war groß.

Am Montagnachmittag waren wir im Odenwald ein bisschen spazieren, mit Picknick. Auch da hat der Osterhase am Wegesrand das eine oder andere liegen gelassen. Die Kinder waren hin und weg, die Motivation war hoch und selbst die Kleinste war begeistert. Der Hase wirkt noch immer. Und irgendwie ist dieses Spiel doch ganz nett.

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Arbeit für Kinder: Ein neuer Sandkasten muss her

Ein arbeitsreiches und durchwachsenes Wochenende liegt hinter mir. Am Samstag habe ich schätzungsweise zwei Tonnen Erde und Sand durch die Gegend gewuchtet – und die Arbeit ist längst noch nicht beendet.

Da sich in unserer Sandkiste regelmäßig mehr als nur unsere eigenen Kinder tummeln, haben wir das Projekt „Neuer und größerer Sandkasten“ ins Leben gerufen. Pünktlich zum Saisonstart gab es beim Bauhaus ein quadratisches Modell mit zwei Meter Seitenlänge (etwa 80 Euro). Genau so etwas haben wir gesucht.

Na ja, eigentlich war der Plan ein anderer. Ich wollte eigentlich selbst etwas kreieren. Sollte auch gar nicht nur quadratisch werden. Wie so oft wurde dieser Plan dann zu Gunsten einer pragmatischen Lösung verworfen.

Dass etwa gemacht werden musste, lag auf der Hand. Der alte Sandkasten ist zu klein, zeigt erste Auflösungserscheinungen und ragt außerdem in unseren innergärtischen Fußballplatz hinein. So kam es gelegentlich vor, dass man den einen oder anderen Auswärtskicker, der sich mit den hiesigen Verhältnissen nicht so gut auskennt, aus dem Sandhindernis fischen musste. Damit sollte es also auch ein Ende haben.

In einem ersten Schritt habe ich nun also den neuen aus Douglasienholz bestehenden Sandkasten unter tatkräftiger Mithilfe von Tom zusammengeschraubt. Es war alles gut dokumentiert. Die beigelegten Torx-Schrauben wirken hochwertig. Douglasie hat übrigens den Vorteil, dass sie nicht behandelt werden muss. Das erspart das Aufbringen irgendwelcher giftiger Substanzen auf das Spielgerät. Im Verlauf wird das Holz allerdings grau nachdunkeln, was aber für uns überhaupt kein Problem ist.

Nächster Schritt: Neuen Platz auswählen und Sandkasten anpassen bevor der erste echte Knochenjob des Tages folgt, das Auskoffern.

Ich neige dazu, den Aushub etwas über Gebühr zu gestalten. Bei unserem ersten Sandkasten haben wir eine Folie unter den Sand gelegt, um ein Durchwachsen der Pflanzen zu verhindern. Das war eklig. Das Wasser fließt nicht vernünftig ab. An der Folie entsteht ein Biotop, mit dem man einen halben Zoo füllen kann. Jetzt entferne ich lieber mehr Erde. Dann kommt auch nichts mehr durch und die Kinder können tiefer buddeln, ohne umgehend an Erde zu stoßen.

Nachdem also das Erdhäuflein erstellt war, habe ich den Kasten endgültig angepasst und etwa acht Zentimeter versenkt. Der Sand aus dem alten Kasten ist erneut mit tatkräftiger Unterstützung von Tom als Basis in die neue Kiste umgezogen. Hier wurde schon klar. Der große Sandkasten wird ein echter Sandschlucker. Die, sagen wir einmal, 150 Kilogramm Sand (umgerechnet vielleicht 120 Liter) haben nicht sehr viel bewirkt.

Also bin ich losgezogen und habe in zwei Etappen 600 Kilogramm Spielsand gekauft. 24 Säcke a 25 Kilo haben es echt in sich. Vor allem, wenn man sie mehrmals anpacken muss. Von der Palette auf den Wagen, vom Wagen ins Auto, vom Auto in den Sandkasten.

Um es kurz zu machen: Die Sandhöhe ist noch deutlich unzureichend. Am kommenden Wochenende versuche ich es mit weiteren 18 Säcken. Dann sollte das neue Spielgerät den Kindern zur Verfügung stehen. Den alten Sandkasten muss ich dann auch noch abmontieren. Erde ins Loch und Rasen drauf. Dann kann auch wieder unbeschwert gekickt werden. Für mich war der Samstag gelaufen – und der Sonntag auch irgendwie. Muskelkater ist aber nicht daraus geworden.

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Ein bisschen Säugling spielen

„Beim nächsten Mal beschmeißen wir uns dann doch noch mit Dreck.“ Natürlich war diese Aussage beim zweiten Ausbildungswochende GfG-Väterbegleiter ironisch gemeint. Wenn man zwei Tage intensiv reflektiert, zuhört, diskutiert, ist der Einsatz von Bewegungselementen und Rollenspielen unbedingt notwendig. So haben wir uns an den beiden vergangenen Tagen zweimal am Boden liegend wiedergefunden. Säuglingssimulation.

Mein Papa hieß Markus. Er hat versucht, mir, sagen wir einmal neun Monate alt, die Jacke anzuziehen. Erster Versuch: Hektisch, keine Kontaktaufnahme zum Kind, den Kommunikationsversuchen ausweichend, ruppig. Irgendwie hat es nicht so recht funktioniert. Einer der Kollegen hat im Anschluss berichtet, er sei als gespieltes Baby regelrecht aggressiv geworden. Anmerkung: Trotz Testosteronanwesenheit kam es zu keinen Handgreiflichkeiten. Zweiter Versuch: Der Vater sucht den Blickkontakt, sagt, was er als nächstes macht, er lobt und motiviert. Tatsächlich: Es funktioniert reibungsloser. Der Säugling, also ich, fühlt sich deutlich besser, angenommen, verstanden, integriert. Faszinierend: Obwohl es deutlich eine Rollenspielsituation von sehr kurzer Dauer ist, merkt man den Unterschied, selbst wenn man nur ganz kurz und gar nicht so wahnsinnig intensiv in sich hineinschaut.

Die zwei Tage waren sehr intensiv. Am Samstag wäre ich fast im Zug eingeschlafen. Diesmal ging es mehr um Wissensvermittlung, denn um Reflexion. Aber wieder waren alle Elemente vertreten. Methodisch war es äußerst abwechslungsreich. Die Teilnehmer haben sich mit Vorträgen eingebracht. In der kleinen Gruppe sind wahnsinnig viele Kompetenzen gebündelt.

Inhaltlich ging es um Elternzeit und Elterngeld, die Zeit im direkten Anschluss an die Geburt (Babyblues und Wochenbett), Babyhandling, die Entwicklung des neuen Erdenbürgers im ersten Lebensjahr – und ganz wichtig das Thema Bindung. Die Bedeutung der Bindung von Eltern und Kind für die weitere Entwicklung des Menschen bis hin in das Erwachsenenalter ist immens. Hier gibt es noch viel zu lernen, umzusetzen und vermitteln. Ich glaube, dass dieser Bereich wirklich sehr wichtig für unsere spätere Arbeit mit den Vätern ist. Reflexion hatte vor allem ihren Raum beim Thema Übergang vom Paarsein zum Elternsein. Auch hier muss ich, wie im ersten Modul bei anderen Themen, noch ein bisschen bei mir forschen.

Nach den ersten beiden Modulen wird sich nun langsam herauskristallisieren, wie sich unsere Angebote ausgestalten lassen. Jetzt geht es ans Strukturieren und die Konzeptentwicklung. Die Angebote wollen am Markt platziert werden. Die Berufung, werdenden und jungen Vätern den Einstieg in die neue Phase des Lebens zu erleichtern, will sich im wahren Leben manifestieren. Mein Ziel unter vielen anderen (was übrigens auch für diesen Blog gilt): Ich will das Positive an der Vater- und Elternschaft hervorheben. Es ist einfach unglaublich erfüllend, diesen Wandel in seinem Leben zuzulassen.

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Die Zufriedenheit der Kinder

Seit gut einer Woche ist Nintendos Spiele-Handheld 3DS nun auf dem Markt. Das Ding ist eine Revolution. Es ermöglicht 3D-Darstellungen, die man ohne Brille wahrnehmen kann. Die Bilder sind spektakulär. Am intensivsten habe ich Ridge Racer 3D (Namco Bandai) und Super Monkey Ball 3D (Sega) unter die Lupe genommen. In 3D werden selbst einfacher gestrickte Titel zu einem wahren Spieleerlebnis.

Es gibt aber bei aller Begeisterung Wermutstropfen. Schon im Vorfeld ist die besondere Beanspruchung von Auge und Gehirn thematisiert worden – und ich muss sagen, ganz zu recht. Nach einer Spielsession müssen sich die Augen erst wieder an das normale räumliche Sehen gewöhnen. Sinnvollerweise lässt sich der 3D-Effekt an dem Gerät stufenlos verstellen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit diesem Regler ist oberste Pflicht.

Das gilt vor allem, wenn man vor allem kleinere Kinder mit dem Gerät spielen lässt. Unter 6 Jahre sollten die Kinder sowieso nicht sein, da sonst irreversible Schäden nicht ausgeschlossen werden können. Aber auch ältere Kinder können nach meiner Erfahrung diesem technischen Wunderwerk gar nicht so viel abgewinnen. Ich habe das Gerät einem videospielerfahrenen zwölfjährigen Mädchen in die Hand gedrückt. Es ist die Nutzung des Nintendo DS XL gewohnt. Da war die Enttäuschung über den kleinen Bildschirm groß. Und auch die Nutzung der 3D-Fähigkeiten haben sie nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen können. Unter dem Strich kommt es, glaube ich, den Kindern auf das Spiel und die Spielidee sowie die Umsetzung an – und nicht auf die Grafik und technische Spielereien. Kinder sind oft mit viel weniger zufrieden als wir so gerne glauben.

Ich denke, der Nintendo 3DS ist ein Erwachsenen-Spielzeug, und dazu vor allem für Männer mit Technik-Affinität geeignet. Mir gefällt das Gerät mit seinen Features schon sehr. Vieles ist sehr durchdacht, die Umsetzung ist gut gelungen. Nur muss man das Gerät sicher nicht seinen Kindern in die Hand geben. Wenn es denn ein Spiele-Handheld sein muss, dann tun es sicher auch die Vorgänger-Modelle. Als Elternteil, zumal als Vater, sollte man die Marketingmaßnahmen der Spieleindustrie (und anderer Branchen) nicht in sein eigenes Umfeld hinein transportieren. Eine unvorbelastete Auseinandersetzung der Kinder mit technischen Geräten ist sicher der beste Ansatz, um zu sehen, ob es bestimmte Dinge braucht oder nicht. Das gehört auch zur Entwicklung von Medienkompetenz – noch bevor man dann als Elternteil korrigierend eingreift.

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