MonthJuli 2011

Einfache Spiele – wie damals

Ein Stein, ein Hölzchen, ein Ast: Vielmehr braucht es gar nicht, um Spaß beim Spiel zu haben. Das hat unser Ausflug in den bayrischen Teil des Odenwalds an die Ruine Burg Wildenberg (auch als Wildenburg bezeichnet) gezeigt.

 

Zahlreiche Angebote für die Besucher gab es an dem Aktionstag. Eines davon: Alte, möglicherweise tatsächlich mittelalterliche, Spiele, mit denen sich Kinder früher ihren Spaß bei Spiel holten – kooperativ oder im Wettbewerb. Eine Art Minigolf-Vorläufer fanden wir besonders interessant. Ein etwa zehn Zentimeter langes Stöckchen wird nach hinten überhängend auf einen flachen Stein gelegt. Mit einem Ast versucht der Spieler nun das Hölzchen am hinteren Ende zu treffen und es möglichst weit nach vorne weg zu schlagen. Wer am weitesten kommt, hat gewonnen. Einfache Idee, mit einfachen Mitteln umgesetzt – genial. Sackhüpfen und Bohnen schätzen war auch mit dabei.

Eigentlich braucht es nicht immer das moderne Hightech-Spielzeug. Beeindruckend ist immer wieder, dass das die Kinder das eigentlich genauso sehen. Unsere Aufgabe besteht auch darin, das zu erhalten. Die richtige Mischung aus Moderne und Tradition tut ihnen auch gut, denke ich.

Übrigens: Die Wildenburg im Dreiländereck von Hessen, Bayern (Marc: „Warum steht auf dem Krankenwagen ‚Bayrisches Rotes Kreuz‘, sonst heißt es doch immer ‚Deutsches Rotes Kreuz‘ 😉 ) und Baden-Württemberg ist einen Ausflug wert. Wer den Anmarsch in Grenzen halten möchte, der sollte in das kleine Dorf Preunschen (Ortsteil von Kirchzell) fahren und dort parken. Ansonsten gibt es unter anderem auch einen Wanderweg von Buch aus. Es handelt sich wirklich um sehr ländliches, dafür aber auch sehr ruhiges und entspanntes Gebiet. Die Anreise mit dem Auto ist nicht ganz unbeschwerlich (extrem viele Kurven auf engen Straßen) – aber es lohnt.

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Die Nachdenklichkeit ist zurück

Das hatte ich lange nicht mehr. Ich mache mir Sorgen um die Kinder. In welcher Welt werden sie groß? Was wird aus ihnen, welche Möglichkeiten werden sie haben? Wie sieht die Welt in 15, 20, 30 Jahren aus.

Als es um die Entscheidung ging, eine Familie zu gründen, habe ich mir schon die Frage gestellt, ob man in diese Welt voller Gewalt, Ungerechtigkeit und Verschmutzung Kinder setzen soll. Wahrscheinlich habe ich mir die Frage nur gestellt, weil es einfach dazu gehört, sich solche Fragen zu stellen, wenn man die Entscheidung für oder gegen Nachwuchs trifft.

Unter dem Strich ist es natürlich keine ernsthafte. Oft genug habe ich hier dargestellt, wie großartig es ist, Kinder zu haben, an und mit ihnen zu lernen und sich so erst ernsthaft weiterzuentwickeln.

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Und dennoch: Zwischenzeitlich komme ich doch immer wieder ins Grübeln. Diesmal war der Auslöser eine nachdenkliche Bemerkung meiner Frau.

Die Zeiten sind komisch. Am drängendsten erscheint im Moment die Krise Europas und die Überschuldung der wirtschaftlich starken Nationen und Länder (eigentlich ein Hohn, wenn man sich erst die wenig bis gar nicht entwickelten Länder und das Leid der Menschen sieht).

Terror und Krieg sind im Moment medial nicht so präsent. Das lässt leicht Dinge vergessen, die in der Welt sind, auch wenn die Medien ihren Spot gerade nicht darauf richten.

Energiefrage und Klimawandel sind weitere prekäre Themen. Eine Lösung ist nicht wirklich in Sicht, selbst wenn man sich nun von der unkontrollierbaren Kernkraft verabschiedet – und zwar nicht nur in Deutschland.

Dann die Digitalisierung der Welt, die in großen Schritten voranschreitet. Sie hat so viel interessantes und verbindendes zu bieten. Aber sie ist eben auch disruptiv. Keiner weiß in welche Richtung sich das Ganze weiterentwickelt – Fluch oder Segen? Eine Antwort steht aus.

Aber viele Antworten auf zahlreiche Fragen unserer Zeit werden in den kommenden 15, 20, 30 Jahren gegeben. Unsere Kinder werden sich intensiv mit den Antworten auseinandersetzen müssen. Die Atomisierung von Sicherheit, die Veränderung von Lebensabläufen, der demografische Wandel treffen sie mit voller Wucht.

Das sind große Herausforderungen. Das spüren und wissen wir Eltern. Wir tragen dafür Verantwortung, was heute geschieht und morgen als Antwort zur Verfügung steht. Ich habe Angst davor, dass wir daran scheitern, faire Verhältnisse für die Heranwachsenden zu hinterlassen.

Ich bin froh, dass die Kinder da sind. Und doch mache ich mir Sorgen. Manchmal mehr, manchmal weniger. Den Kindern innere Widerstandskraft mitgeben, das können wir leisten. Ansonsten wird es schwer, in einer immer komplexer werdenden Welt, Ansatzpunkte für Veränderung zu finden. Die Nachdenklichkeit ist zurück. Geht es anderen eigentlich auch so?

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90 Minuten alleine draußen

Gestern Abend war ich einmal alleine draußen auf den Feldern unterwegs. Ich war alleine zuhause und habe die Gelegenheit genutzt, einmal etwas zu machen, wozu ich sonst keinen Nerv habe. Fotorucksack auf und rauf aufs Fahrrad.

Das war ein wunderbarer einsamer Abend, im besten Sinne. Ich habe Eindrücke im hessischen Ried gesammelt. Was das genau war, könnt Ihr auf meinem Posterous-Blog nachlesen.

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Ein Tag in der Lochmühle

img_9119_bZu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher noch nie in dem Freizeitpark Lochmühle bei Wehrheim im Taunus gewesen bin – weder als Vater noch als Kind. Dabei habe ich kürzlich erfahren, dass meine Eltern mit meinen Neffen tatsächlich dort gewesen sind – lange nach meiner Kindheit (auf die Idee hätte also mein Vater auch schonmal früher kommen können).

Nun gut, nun haben wir mit unseren Nachbarn (ebenfalls drei Kinder) andlich einen ganzen Tag in der Lochmühle verbracht – und es war großartig. Zu spät haben wir daran gedacht, einen der zahlreichen Grillplätze zu buchen (es heißt, man sollte sich vier Wochen vorher darum kümmern). So haben wir uns eben mit einem Picknick auf der großen Spiel- und Liegewiese am hinteren Ende des Parks begnügt.

Die Lochmühle ist ein Freizeitpark der älteren Generation – die Fahrgeschäfte sind eher für kleinere Kinder gedacht und für Freizeitparkprofis wahrscheinlich eher unspektakulär. Am heftigsten geht es auf der Eichhörnchenbahn zu, gefolgt von der Wellenbahn und dem Bootkatapult. Die Eichhörnchenbahn ist eine Achterbahn, mit ordentlicher Steilkurve. Tom wollte unbedingt mit mir eine Runde drehen. Seine Begeisterung hat sich aber in Grenzen gehalten – war dann doch ein wenig zu spektakulär für ihn.

Während Marc mit den großen Mädchen der Nachbarn durch den Park zog, haben Tom und ich mehrere Runden Minigolf gespielt. Minigolf und Italien stehen für ihn in direktem Zusammenhang, nachdem wir im vergangenen Jahr auf dem Campingplatz einen völlig runtergekommenen und abgeranzten Minigolfplatz hatten – er hat ihn trotzdem geliebt. Manchmal fragt er, ob wir nicht wieder nach Italien fahren könnten – zum Minigolfspielen.

Nora hatte abseits aller Animationsangebote ihren Spaß mit den Großen – Kindern wie Erwachsenen. Die Ansprüche steigen bei den Kleinen zu Glück nur ganz langsam.

Der Freizeitpark Lochmühle ist ein echter Ausflugstipp für alle Leute aus Rhein-Main. Meiner Ansicht nach stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Kinder größer als 90 und kleiner als 120 Zentimeter zahlen 10,50 Euro, kleinere Kinder kommen kostenlos herein. Ab 120 Zentimetern werden 12 Euro fällig (Stand Sommer 2011). Alle Attraktionen – außer dem Ponyreiten – sind inklusive.

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Kaum zu glauben

Alles Gute, Marc!

Alles Gute, Marc!

Wir können es gar nicht glauben. Marc begleitet uns nun schon sieben Jahre unseres Lebens. Eigentlich ist er schon länger ein Teil von uns, natürlich. Wir können uns noch gut daran erinnern, wie es war, als die frohe Botschaft im Raum stand. Großartige Zeiten.

Heute feiert er also seinen siebten Geburtstag. Mit Star Wars. Das war nun nicht mehr wirklich zu verhindern. Zu sehr dreht sich alles in seinem direkten Umfeld um Luke, Han und Yoda. Er selbst ist schon ein richtiger Experte. Dann soll er halt mit seinen Raumschiffen unser Haus erobern – solange die Rebellion am Ende die Nase vorn hat.

Es ist unfassbar, dass Marc nach den Ferien schon in die zweite Klasse kommt. Das erste Schuljahr verging wie im Flug. Es war erneut ein Jahr, in dem auch wir als Eltern viel gelernt haben. Überhaupt hat Kindererziehung viel mit Lernen und persönlicher Weiterentwicklung der Erwachsenen zu tun. Dafür sollte man offen sein. Dann erlebt man auch persönlich einen Schub. Wir lernen mit und an jedem einzelnen Kind. Im Paket spricht man dann wohl modern am ehesten von einer Herausforderung. Aber auch die haben ihre Reize, die wir heute nicht mehr missen möchten.

Herzlichen Glückwunsch, Marc! Lass uns weiter zusammen, miteinander und aneinander lerenen. Ich freu mich drauf.

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Nette Worte

Ich war jetzt gut zwei Wochen daheim. Resturlaub. Jobwechsel. Heute ging es an neuer Wirkungsstätte für mich los. Das waren intensive Tage mit der Familie. Ein bisschen Cocooning, ein paar Ausflüge, drei Nächte Zelten am Bodensee.

Gestern war das Familiengefühl noch einmal besonders stark. Tom hat sich auf dem Sofa an mich gekuschelt und gesagt: „Ich bin so froh, dass Du da bist.“ Das hat er gemacht, während Nora auf meinem Bauch gelegen hat und ihren Kopf an meine Schulter schmiegte. Als ich dann mit Marc allein war, hat dieser noch gesagt, dass ich sein bester Freund bin und bleibe, auch wenn wir uns manchmal streiten müssen.

Das war wirklich ganz schön viel für einen Tag. Und es bleibt die Hoffnung, dass die Kinder möglichst lange so denken, handeln und fühlen.

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