Das hatte ich lange nicht mehr. Ich mache mir Sorgen um die Kinder. In welcher Welt werden sie groß? Was wird aus ihnen, welche Möglichkeiten werden sie haben? Wie sieht die Welt in 15, 20, 30 Jahren aus.

Als es um die Entscheidung ging, eine Familie zu gründen, habe ich mir schon die Frage gestellt, ob man in diese Welt voller Gewalt, Ungerechtigkeit und Verschmutzung Kinder setzen soll. Wahrscheinlich habe ich mir die Frage nur gestellt, weil es einfach dazu gehört, sich solche Fragen zu stellen, wenn man die Entscheidung für oder gegen Nachwuchs trifft.

Unter dem Strich ist es natürlich keine ernsthafte. Oft genug habe ich hier dargestellt, wie großartig es ist, Kinder zu haben, an und mit ihnen zu lernen und sich so erst ernsthaft weiterzuentwickeln.

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Und dennoch: Zwischenzeitlich komme ich doch immer wieder ins Grübeln. Diesmal war der Auslöser eine nachdenkliche Bemerkung meiner Frau.

Die Zeiten sind komisch. Am drängendsten erscheint im Moment die Krise Europas und die Überschuldung der wirtschaftlich starken Nationen und Länder (eigentlich ein Hohn, wenn man sich erst die wenig bis gar nicht entwickelten Länder und das Leid der Menschen sieht).

Terror und Krieg sind im Moment medial nicht so präsent. Das lässt leicht Dinge vergessen, die in der Welt sind, auch wenn die Medien ihren Spot gerade nicht darauf richten.

Energiefrage und Klimawandel sind weitere prekäre Themen. Eine Lösung ist nicht wirklich in Sicht, selbst wenn man sich nun von der unkontrollierbaren Kernkraft verabschiedet – und zwar nicht nur in Deutschland.

Dann die Digitalisierung der Welt, die in großen Schritten voranschreitet. Sie hat so viel interessantes und verbindendes zu bieten. Aber sie ist eben auch disruptiv. Keiner weiß in welche Richtung sich das Ganze weiterentwickelt – Fluch oder Segen? Eine Antwort steht aus.

Aber viele Antworten auf zahlreiche Fragen unserer Zeit werden in den kommenden 15, 20, 30 Jahren gegeben. Unsere Kinder werden sich intensiv mit den Antworten auseinandersetzen müssen. Die Atomisierung von Sicherheit, die Veränderung von Lebensabläufen, der demografische Wandel treffen sie mit voller Wucht.

Das sind große Herausforderungen. Das spüren und wissen wir Eltern. Wir tragen dafür Verantwortung, was heute geschieht und morgen als Antwort zur Verfügung steht. Ich habe Angst davor, dass wir daran scheitern, faire Verhältnisse für die Heranwachsenden zu hinterlassen.

Ich bin froh, dass die Kinder da sind. Und doch mache ich mir Sorgen. Manchmal mehr, manchmal weniger. Den Kindern innere Widerstandskraft mitgeben, das können wir leisten. Ansonsten wird es schwer, in einer immer komplexer werdenden Welt, Ansatzpunkte für Veränderung zu finden. Die Nachdenklichkeit ist zurück. Geht es anderen eigentlich auch so?

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