MonthSeptember 2011

Nur nicht aufregen – Ein Telegramm

Ich habe lange kein Telegramm mehr gepostet. Heute Abend hat sich da aus einem Dialog etwas ergeben. Marc schreibt morgen die erste benotete Arbeit seines Lebens. Das ist eine echte Zäsur. Es wird ein Diktat. Ausgerechnet.

Mama: „Du schreibst morgen ein Diktat!?“

Marc: „Ich freu mich schon, es wird benotet.“

Papa: „Bist Du auch ein bisschen aufgeregt?“

Marc (lacht): „Natürlich bin ich aufgeregt.“

Mama: „Ach Marc, Du musst nicht aufgeregt sein!“

Marc: „ICH WILL ABER AUFGEREGT SEIN!“

Wir haben verstanden, Gespräch beendet.

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Schwups, schon ist er online

Da habe ich einen Moment nicht richtig aufgepasst, schon ist der Sohn Teil einer Online-Spielewelt. Das ist aber auch wirkllich ein perfides Vorgehen von Lego. Universe heißt das Massively Multiplayer Online Game (MMOG) der Dänen. Es wird natürlich im Lego-Magazin beworben – und irgendwelche Kollegen von Marc sind auch schon in diese Welt eingetaucht.

Per Telefon sollte ich technische Infos rüberschicken. Da hieß es dann, es werde etwas installiiert, Passwort angeben und so. Bestätigungsmail auf meinen Account. So langsam ist dann auch bei mir Spieler der Groschen gefallen, was da gerade abläuft.

Bisher haben die Browsergames der einschlägigen Spieleanbieter genügt. Jetzt musste also ein Spielebrowser installiert werden. Marc hinterlässt seine ersten digitalen Spuren im Netz.

Ich habe das Abenteuer noch nicht gestoppt. Es liegen im Moment sehr viele andere Dinge an. Die Zeit ist etwas knapp. Aber bis zum Wochenende werde ich entscheiden, ob ich das mit dem digitalen Alter Ego von Marc gut finden soll oder nicht. Ich werde mir die Spielewelt genau anschauen. Ich bin wirklich offen für alles. Aber ich glaube, dass ich die Kinder erst ein wenig digital entwicklen möchte, bevor ich die echte Spuren legen lasse. Dass es nicht altersgerecht ist, habe ich schon gesehen. Der Druck ist allerdings ziemlich hoch, da sich viele der umliegenden Eltern nicht sehr darum scheren. Die Rezeption der Star Wars-Filme von unter 8-Jährigen ist da ein Paradebeispiel. Universe ist ein Freemium-Angebot. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Kinder die nächste Stufen erreichen wollen. Und dann? Lego bekommt mich nicht rum…

Ich berichte, wie die Story weitergeht.

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Das Protokoll

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Kürzlich hatte Tom Besuch von einem Freund. Marc hat live ein Protokoll verfasst. Ich war leider nicht zu Hause. Meine Frau hat aber bestätigt, dass der Besuch in diesen wenigen Sätzen ganz gut zusammengefasst wurde.

 

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Ma, Doos, Nona

Nora und die Sprache.

Nora und die Sprache.

Das sind übrigens die Namen unserer Kinder. So langsam gewöhnen wir und dran – und manchmal ertappen wir uns dabei, wie wir diese Namen wählen, um die drei anzusprechen. Sie hören auch auf die Namen.

Der Spracherwerb von Nora schreitet voran. Allerdings ganz gemächlich. Sie nutzt ihre Freiheit. So lange wir sie verstehen und reagieren, gibt es eigentlich ja auch keinen Grund, sich das mühsam Gelernte wieder abzugewöhnen.

Gleichwohl spüren wir, wie sie versucht auch schon komplexe Lautfolgen und so etwas wie Sätze zu sprechen. Verständlich – akustisch – ist das aber noch lange nicht.

Das Heißlaufen des Sprachzentrums macht sich häufig nachts Luft, wenn sie ihre Worte spricht. Meistens ist sie dann wach. „Ma, Doos, Nona, Mama, Papa, Yaya, Haus, Auto, Oma, Opa, Heiß….“ und dann wieder alles von vorn und dann auch mal in einer anderen Reihenfolge. Manchmal ruft sie auch im Schlaf Namen – und dann nicht nur einmal oder nur einen.

Wir werden es vermissen, wenn sie erst richtig sprechen kann. Und so lange haben wir Spaß daran, wie Nora ihre Welt beschreibt. Immer mit einem eigenen Stil und voller Selbstbewusstsein.

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Über Stock und über Stein

Was kannst Du Deinem Kind zutrauen? Das ist eine Frage, die mich ständig bewegt. Dahinter steckt auch ein bisschen Furcht vor Überforderung und Überschätzung. Betroffen sind die geistige wie die körperliche Ebene.

Sehr körperlich ging es am Wochenende zu. Alle Kinder klettern gern. Wenige Minuten Fahrzeit von uns entfernt liegt wohl eines der genialsten natürlichen Kletterreviere für Kinder, das Felsenmeer.

Bisher waren eigentlich viel zu selten dort. Aber wir tendieren eben doch zu ziemlich großer Vorsicht. Und bisher war uns sogar Marc noch zu klein dafür. Der Ausflug gestern hat gezeigt: Spätestens jetzt ist er in einem optimalen Alter für das Herumkraxeln auf den Brocken, an denen einst die Römer ihre Steinhauerkunst verbessert haben.

Ab auf den nächsten Felsen. An der Kante geht es vier Meter in die Tiefe. Marc steh da oben, ganz selbstverständlich und ohne Furcht. Gewagte Sprünge von Stein zu Stein. Er genießt die Freiheit. Dann auch wieder ein Sprung auf den Waldboden, der Boden bebt. Er weiß meistens aber auch, wann es besser ist den Rückzug anzutreten. Keine Furcht, aber doch Respekt. Manchmal, denke ich, braucht er doch eine Hilfestellung, einen Tipp. Liege ich da richtig? Braucht er ihn wirklich?

Es ist sehr faszinierend das Treiben auf und in den Felsen zu beobachten. Auch Tom und Nora haben mitgewirkt. Nora natürlich meistens an der Hand. Aber auch Tom bewegte sich sehr geschickt auf den Granitbrocken. Er war aber dann doch stärker dadurch getrieben, was der Große vormachte. Und dann sie wieder da, die Ängste vor Über- und Fehleinschätzungen. Sie scheinen mir hier wieder berechtigter – aber ist das wirklich so.

Für mich war die Kletterpartie auch eine Herausforderung – meine Knie haben gehalten. Und der Erkenntnisgewinn ist auch riesig. Vertrauen und Zutrauen: Das sind ganz wichtige Elemente, um die Kinder zu stärken. Sie müssen Entscheidungen für sich treffen – auch, wenn sie noch ganz klein sind. Die richtige Dosis zu finden, ist nicht immer ganz leicht. Aber auf solchen Ausflügen lässt sich so etwas wunderbar üben.

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