MonthOktober 2011

Ein kleines Miniaturwunderland im Odenwald

Vor etwa zwei Jahren waren Marc und ich in Hamburg. Höhepunkt war der Besuch des Miniaturwunderlandes. In diesem Jahr hat auch der Flughafen Knuffingen eröffnet. Vor zwei Jahren wurde schon heftig daran gebaut. Die Anlage ist der Wahnsinn. Es ist unglaublich beeindruckend, dass man so detailverliebt und geduldig sein kann, um so etwas zu schaffen. Von den handwerklichen Fähigkeiten ganz zu schweigen. Das ist wirklich ein Thema, das mir einigermaßen fremd ist.

Aus Modellbahnschau Odenwald

Vor einiger Zeit nun hat auch im Odenwald eine Modellbahnschau die Pforten geöffnet. Fürth im Odenwald liegt von uns aus gesehen in Schlagdistanz – ansonsten ist die Stadt nicht gerade ein Kleinod. Die Ferien haben wir für einen Ausflug genutzt, um uns die Anlage einmal anzusehen. Meine Erwartungen an die Modellbahnschau Odenwald waren nicht sehr hoch.

Aus Modellbahnschau Odenwald

Allerdings wurden sie deutlich übertroffen. Vier Anlagen sind in einer Halle im Gewerbegebiet aufgebaut. Die größte ist die Deutschland-Anlage von der Küste bis zu den Alpen. Auch diese Anlage hat dereinst der jetzige Chef-Modellbauer des Miniaturwunderlands, Gerhard Dauscher, gebaut. Ergänzt wird dieser größte Bereich der Anlage von einer US-, einer Schweiz- und einer Österreich (Dürnstein)-Anlage.

Auch hier sind die Details liebevoll gestaltet. So verstecken sich zwei Milkakühe in der Landschaft – und nicht nur dort, wo man sie erwartet. Besonders gut hat mir die Szene mit dem Drachensteigen gefallen. Wir haben uns mehrere Stunden dort aufgehalten. Und es wurde irgendwie nicht langweilig. Der Besuch der Schau ist absolut empfehlenswert. Marc war begeistert. Nicht zuletzt von der Wichtelsuche. Für die Großen gibt es auch ein anspruchsvolles Quiz,  das die Beobachtungsgabe schärft. In der Regel ist die Schau am Wochenenende geöffnet – in den Ferien auch während der Woche.

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Fegen: Vom Hobby zur Passion

Wenn ein kleines Kindchen die Flasche von sich weist und wie die Erwachsenen essen möchte, dann bedeutet das vor allem eines: Sauerei. Beschmierte Wände, Butter und Wurst in den Haaren, Marmelade im Nasenloch und ganz viel Brote und Reste auf dem Boden. Zwar haben wir unseren teuren Holzstuhl mit Weichledereinsatz längst gegen einen praktischen Ikea-Hochsitz getauscht, der sich auch viel besser säubern lässt. Dennoch heißt es nach jeder Mahlzeit: Boden säubern.

Und Brotereste sind längst nicht alles, was beim Essen herunterfällt. Mit dem Erstarken des eigenen Willens kommt es auch vor, dass das kleine Kindchen seinen Schnuller – oder alternativ „Schnuckel“, „Schnucki“ oder „Schnuck“ – wie diesen die Autorin des Mamablogs babykaufrausch in einer völlig gerechtfertigten ultimativen Lobhudelei so treffend beschreibt – wutentbrannt auf den Boden geflammt wird. Danach das Trinkfläschlein – der volle Teller oder was auch immer auf dem Küchentisch dazu geeignet erscheint, das Unbehagen durch einen Runterwurf auszudrücken. Ich sagen dann immer: „Mensch, man kann nicht immer alles im Leben sofort wegschmeißen“ – ernte aber meistens ein unverständliches Bääää.

Nach dem Mahl, von dem die Hälfte irgendwo klebt oder das Küchenparkett ziert, wird natürlich erst einmal gewickelt, die Attraktivität von Spielzeug erläutert und sobald der Kleine dann abgelenkt ist: Gefegt.

Ehrlich gesagt, habe ich selten so häufig gefegt und gewischt. Selbst unsere Kanarien, die es allmorgentlich lieben, die guten Körnchen zu verspeisen und die weniger attraktiven aus dem Käfig zu schnipsen, sorgen für weniger Essensreste, die via Kehrblech den Weg in die ewigen Jagdgründe der Awista finden.

Und vom Fegen angesteckt, nimmt auch der Kleine allmorgentlich und bei zahlreichen weiteren Gelegenheiten zunächst den Swiffer oder Kehrblech und Handfeger in Beschlag und hilft. Das ist zwar noch nicht sonderlich effizient, sieht aber doch recht lustig aus und führt vor allem dazu, dass das Fegerlein manchmal an Orte geschleppt wird, die man dann für den nächsten Kehraus doch erst wieder entdecken muss.

Nun gilt wie so häufig bei Eltern-Themen: Man mag denken, das sei banal. Dazu kann ich nur sagen: Wer Kinder hat, der weiß, wovon ich spreche – und Banalitäten gehören nun einmal ganz stark zum Elternsein dazu. Und man kann diese neuen Fähigkeiten ja auch für sich nutzen. So hilft es zum Beispiel bei aufgeregten Weinanfällen, wenn man den Kleinen aufs Bobbycar setzt und stundenlang durch die Wohnung schiebt. Diese Gelegenheit nutzend – denn die kleinen Füßchen schleifen noch häufig über dem Boden, hab ich ihm jüngst an jeder Socke einen Einmal-Aufnehmer befestigt und kann auch nach dieser erfolgreichen Maßnahme nur sagen..

Unsere neue Passion heißt: Fegen…

Etwas, was ich heute allerdings sehr betrübt zusammenkehren musste, waren die Reste, die von meinem Lautsprecherboxen übrig geblieben sind, doch dazu später gesondert mehr. Das mit der kindersicheren Wohnung jedenfalls, das ist so eine Sache…

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Herbstwochenenden – da sind sie wieder

Sie sind da, die ersten Herbstwochenenden. Jedes Jahr aufs Neue nehmen wir uns vor, häufig rauszugehen, auch wenn das Wetter nicht immer gerade dazu einlädt. Wir nehmen es uns einfach in diesem Jahr wieder vor.

Einige der Maronen, die wir heute im Wald gefunden haben.

Einige der Maronen, die wir heute im Wald gefunden haben.

Heute ist wettermäßig ein guter Tag – ein bisschen schattig ist es allenfalls. So sind wir also aufgebrochen, um oberhalb von Nieder-Beerbach am Fuße der Burg Frankenstein, den Wald unsicher zu machen. Wir waren nicht lange weg – aber es hat allen gut getan. Die Spezialität heute: Esskastanien sammeln. Wir waren einigermaßen erfolgreich, die Kinder waren gut und sinnvoll beschäftigt. Am Schluss war auch noch Zeit, einen Spielplatz zu besuchen.

Oberhalb der Grillhütte in Nieder-Beerbach wacht eine steinerne Echse.

Oberhalb der Grillhütte in Nieder-Beerbach wacht eine steinerne Echse.

Dieser kleine Ausflug war wieder einmal der Beweis: Unternehmungen draußen machen viel Spaß, sind lehrreich und insgesamt sehr wertvoll.

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Eine Burg, viele Tiere

Eigentlich wollten wir gar nicht nach Nordhessen, um dort einen etwas ausgedehnteren Ausflug zu machen. Mehr oder weniger ein Zufall hat uns ausgerechnet nach Bad Karlshafen verschlagen, den nördlichsten Punkt Hessens. Fast 300 Kilometer beträgt eine Strecke von daheim. Unterm Strich war die Aktion dann aber doch sehr gelungen.

Die Jugendherberge in Helmarshausen

Die Jugendherberge in Helmarshausen

An einem Tag wollten wir den Ritt hin und zurück dann doch nicht auf uns nehmen. Es wurde mal wieder Zeit, eine Jugendherberge zu bevölkern. In dem Bad Karlshafener Ortsteil Helmarshausen befindet sich eine Jugendherberge der dritten Kategorie. Sie verfügt über 200 Betten. Das Haus hat eine interessante Geschichte. Ursprünglich war es ein Sanatorium für Bergarbeiter. Die Anlage ist in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden. Im Zweiten Weltkrieg ist es zu einem Kinderkrankenhaus umgewandelt worden. In den 70er Jahren stand das Haus drei Jahre leer, bis der Jugenherbergsverband das Haus übernommen hat. Beim Komfort müssen sicher einige Abstriche gemacht werden.

Für die Kinder ist der Aufenthalt in einer Jugendherberge immer etwas Besonderes. Gerade Tom genießt es sehr, sich frei bewegen zu können und zu zeigen, dass er selbstständig ist. Deutlich wird das immer dann, wenn er stolz mit seinem Teller zum Büffet marschiert, um sich doch noch eine Kleinigkeit zu holen. Je mehr Kleinigkeiten, umso häufiger kann man selbstständig sein.

Die Nacht war nicht ganz optimal. Ein Großteil der Familie lag lange wach. Das mag auch mit dieser absoluten Stille zu tun haben. Auch die Lichtverschmutzung ist in dieser Region minimal. Dazu kommt, dass sich der zunehmende Mond schon recht bald vom Himmel verabschiedet hat. Noch nicht einmal irgendwelche Tiere waren in der Nacht zu hören – echt beeindruckend.

Am Nachmittag waren wir noch auf einem Bauernhof mit angeschlossenem Café und vielfältigen Spielmöglichkeiten bis hin zum Minigolf. Ein gefundenes Fressen für die Jungs.

Der Tierpark Sababurg mit Blick auf die Sababurg

Der Tierpark Sababurg mit Blick auf die Sababurg

Höhepunkt sollte aber der Besuch des Tierparks Sababurg werden. Dabei handelt es sich wahrhaft um ein traumhaftes, romantisches Plätzchen. Gerade an diesem Spätsommertag zeigte sich der Zauber auf besondere Art. Wir waren sehr früh am Start. Gegen 9.30 Uhr standen wir an der Kasse. Der Nebel hatte sich noch nicht ganz verzogen. Aber die Sonne setzte mit all ihrer Kraft alles dran, eine klare Luft zu schaffen. Die Tiere waren schon klar zu sehen. Märchenhaft hat sich im Dunst die trutzige Sababurg versteckt gehalten. Tatsächlich können die Kinder mit diesen Schönheiten der Welt nicht unmittelbar etwas anfangen.

Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass die Kinder nicht wirklich begeistert waren – das sollte sich später am Tag dann widerlegen. Nora war zufrieden. Ich musste sie etwa 80 % der Zeit auf meinen Schultern tragen. Der Tierpark gehört zu den größten seiner Art in Deutschland. Da gab es dann einige Kilometer zurückzulegen. Vor allem Tom hat damit dann doch so seine Schwierigkeiten gehabt. Wildschweine, Fischotter, Pinguine: 700 Tiere insgesamt befinden sich auf dem weitläufigen Areal. Wisente und Przewalski-Pferde haben ordentlich Auslauf. Es empfiehlt sich für 1,50 Euro am Eingang einen Bollerwagen mitzunehmen. Dann kann man wenigstens sein Gepäck und das eine oder andere Kind damit transportieren.

Einer der Hauptwege im Tierpark, er wird gesäumt von mächtigen, alten Eichen

Einer der Hauptwege im Tierpark, er wird gesäumt von mächtigen, alten Eichen

Rund drei Stunden waren wir in dem Tiergarten unterwegs. Das ist natürlich viel zu kurz. Es gibt einen Spielplatz, ein Museum und selbstverständlich auch einen Shop. Essen und Trinken kann man mitbringen, man kann sich aber auch vor Ort versorgen. Der Tierpark Sababurg ist eine klare Ausflugsempfehlung – da lohnt sich auch einmal eine längere Anreise.

Dass es den Kindern wohl doch sehr gut gefallen hat, zeigte sich dann am Abend, als Marc und Tom der Nachbarin erzählt haben, welche Tiere sie gesehen haben. Da wussten wir dann doch, dass wir vieles mit unserem Ausflug richtig gemacht haben.

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