Wenn ein kleines Kindchen die Flasche von sich weist und wie die Erwachsenen essen möchte, dann bedeutet das vor allem eines: Sauerei. Beschmierte Wände, Butter und Wurst in den Haaren, Marmelade im Nasenloch und ganz viel Brote und Reste auf dem Boden. Zwar haben wir unseren teuren Holzstuhl mit Weichledereinsatz längst gegen einen praktischen Ikea-Hochsitz getauscht, der sich auch viel besser säubern lässt. Dennoch heißt es nach jeder Mahlzeit: Boden säubern.

Und Brotereste sind längst nicht alles, was beim Essen herunterfällt. Mit dem Erstarken des eigenen Willens kommt es auch vor, dass das kleine Kindchen seinen Schnuller – oder alternativ „Schnuckel“, „Schnucki“ oder „Schnuck“ – wie diesen die Autorin des Mamablogs babykaufrausch in einer völlig gerechtfertigten ultimativen Lobhudelei so treffend beschreibt – wutentbrannt auf den Boden geflammt wird. Danach das Trinkfläschlein – der volle Teller oder was auch immer auf dem Küchentisch dazu geeignet erscheint, das Unbehagen durch einen Runterwurf auszudrücken. Ich sagen dann immer: „Mensch, man kann nicht immer alles im Leben sofort wegschmeißen“ – ernte aber meistens ein unverständliches Bääää.

Nach dem Mahl, von dem die Hälfte irgendwo klebt oder das Küchenparkett ziert, wird natürlich erst einmal gewickelt, die Attraktivität von Spielzeug erläutert und sobald der Kleine dann abgelenkt ist: Gefegt.

Ehrlich gesagt, habe ich selten so häufig gefegt und gewischt. Selbst unsere Kanarien, die es allmorgentlich lieben, die guten Körnchen zu verspeisen und die weniger attraktiven aus dem Käfig zu schnipsen, sorgen für weniger Essensreste, die via Kehrblech den Weg in die ewigen Jagdgründe der Awista finden.

Und vom Fegen angesteckt, nimmt auch der Kleine allmorgentlich und bei zahlreichen weiteren Gelegenheiten zunächst den Swiffer oder Kehrblech und Handfeger in Beschlag und hilft. Das ist zwar noch nicht sonderlich effizient, sieht aber doch recht lustig aus und führt vor allem dazu, dass das Fegerlein manchmal an Orte geschleppt wird, die man dann für den nächsten Kehraus doch erst wieder entdecken muss.

Nun gilt wie so häufig bei Eltern-Themen: Man mag denken, das sei banal. Dazu kann ich nur sagen: Wer Kinder hat, der weiß, wovon ich spreche – und Banalitäten gehören nun einmal ganz stark zum Elternsein dazu. Und man kann diese neuen Fähigkeiten ja auch für sich nutzen. So hilft es zum Beispiel bei aufgeregten Weinanfällen, wenn man den Kleinen aufs Bobbycar setzt und stundenlang durch die Wohnung schiebt. Diese Gelegenheit nutzend – denn die kleinen Füßchen schleifen noch häufig über dem Boden, hab ich ihm jüngst an jeder Socke einen Einmal-Aufnehmer befestigt und kann auch nach dieser erfolgreichen Maßnahme nur sagen..

Unsere neue Passion heißt: Fegen…

Etwas, was ich heute allerdings sehr betrübt zusammenkehren musste, waren die Reste, die von meinem Lautsprecherboxen übrig geblieben sind, doch dazu später gesondert mehr. Das mit der kindersicheren Wohnung jedenfalls, das ist so eine Sache…

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