Es sind manchmal die unverfänglichsten Situationen, in denen sich tiefsinnige Gespräche mit den Kindern ergeben. Die Kinder ins Bett bringen ist eine absolute Standardsituation. Vor dem Einschlafen wird auch in der Regel etwas vorgelesen. Heute war Marc etwas früher als die anderen fertig. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns gemeinsam in sein Bett gelegt. Ich habe etwas über körperliche Gebrechen geklagt. Und dass diese etwas mit dem Alter zu tun haben und dass es immer schlimmer wird. Sachen, die man so vor sich hinsagt. Irgendwann, habe ich gesagt, sinkt man dann nur noch ins Grab.

An dieser Stelle habe ich seinen Nerv getroffen. „Du musst aber noch 59 Jahre leben!“ Dann wäre ich 100. Das scheint für Marc eine magische Grenze zu sein. Ich will mir Mühe geben und alles dafür tun, habe ich gesagt. Ich habe die Schraube weitergedreht – und weiß nicht, ob das richtig war. „Man lebt, um irgendwann zu sterben.“ Marc ist traurig geworden. „Das will ich nicht. dann will ich gleich gar nicht mehr geboren sein. Das ist doch sinnlos.“ Das hat mich beeindruckt und ich habe mit einem Verweis auf die Gründung einer Familie die Kurve bekommen und, dass das Leben viel Spannendes zu bieten hat.

Ich habe das Gefühl, dass wir uns heute Abend nicht das letzte Mal über Geburt, Leben und Sterben unterhalten haben. Interessant, dass unser kleines Gespräch ausgerechnet kurz vor Weihnachten stattfand.

Übrigens: Ganz unbeschwert hat sich Tom in unsere Unterredung eingeschaltet. „Bevor man stirbt, kann man doch noch Opa werden.“ Und das stimmt.

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