MonthFebruar 2012

Befreiende Rodelpartien

Eine von vielen Rodeleinlagen.

Eine von vielen Rodeleinlagen.

Etwa 50 Rodelpartien später war klar, von körperlicher Erholung konnte nach unserem Kurzurlaub im Schnee nicht die Rede sein. Es war eigentlich ziemlich anstrengend. Mein lädierter Bewegungsapparat hat ordentlich etwas zu tun bekommen. Das Stapfen durch den Schnee, auf unebenem Boden und glattem Geläuf strapaziert Körperbereiche, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. Und immer wieder ging es bergauf, Nora auf dem Schlitten im Schlepptau, manchmal auch einen der Jungs.

Ganz bewusst haben wir das Auto weitestgehend stehen gelassen. Wenn man schon Stunden im Freien verbringt, muss man sie nicht unbedingt selbst mit Abgasen belasten. Dass das am Ende nicht wirklich hilft, da die meisten anderen Holländer (aber nicht nur die) das anders sehen, vesteht sich von selbst.

Knapp fünf Tage waren wir also in Schonach im Schwarzwald. Mir gelingt es nicht, vom ersten Moment im Urlaub zu sein, wenn ich im Urlaub bin. Da geht es mir sicher wie den meisten anderen. Irgendwie müssen sich die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern erst einpendeln. Ein System lässt sich eben nicht unabhängig von der Umwelt und den Umständen verpflanzen. Wenn nur fünf Tage zur Verfügung sind, dann muss sich das System schon arg flott an die neuen Gegebenheiten anpassen. Das hat es versucht. Es gab Reibungen – sie haben schließlich Wärme erzeugt, ohne sich zu überhitzen.

Am Ende und mit einem bisschen Abstand muss dann sogar auch ich Urlaubsmuffel zugeben, dass unsere Rodelpartien neben den körperlichen Anstrengungen eine befreiende Wirkung hatten. Eine Befreiung vom Alltag. Als weitere Belohnung gab es ganz enge Erfahrungen mit den Kindern. Es war eine intensive Zeit. Zeit, die man im Block ganz anders nutzen kann, als im Alltag, wo sich die Qualitätszeit mit den Kindern auf wenige Zeit-Inseln innerhalb einer Woche konzentrieren. Ein Mehr dieser Zeit wäre notwendig, um sich und das System Familie in der Balance zu halten. Diese Erkenntnis bleibt neben vielen schönen Erinnerungen an einen kurzen und dennoch sehr wertvollen Urlaub.

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Und manchmal springt der Onkel ein

Ein erster Eistest ohne Schlittschuhe.

Ein erster Eistest ohne Schlittschuhe.

Manchmal muss ich als aktiver Papa einfach passen. Einige Dinge lerne ich als „alter Mann“ einfach nicht mehr. Eine dieser Sachen ist das Schlittschuhlaufen. Es hat lange gedauert, bis der Baggersee in der Nähe unseres Dorfes wieder einmal zugefroren ist. In diesem Winter ist es endlich so weit. Am Wochenende waren wir schon einmal dort, allerdings nur zum Spazierengehen. Auch aufs Eis haben wir uns gewagt. An vielen Stellen hat es getragen, nicht an allen. Die letzten Nachtfröste haben dem See aber sicher den Rest Eis gegeben.

Marc hat in diesem Winter Schlittschuhlaufen gelernt. Dazu waren nur wenige Übungseinheiten notwendig. Zuerst war es nur Kunsteis, doch jetzt kann man es auch Mal in freier Wildbahn erleben. Ist das nicht großartig?

Wie gesagt, ich bin dafür nicht der Richtige. Zum Glück muss ich nicht lange suchen, um den Richtigen zu finden. Mein Bruder ist von Klein auf auf Schlittschuhen gestanden. Damals in Polen war das eine der wesentlichen Freizeitbeschäftigungen im Winter. Dort hat man viel weniger den Sicherheitsaspekt im Blick gehabt, als es hier heute der Fall ist. Aus Vernunftgründen dürfte man sich natürlich noch nicht aufs Eis wagen. Aber warten bis es wieder taut, ist auch keine Lösung.

Ich finde es einfach großartig, dass Marc mit seinem Onkel, der übrigens 14 Jahre älter ist als ich, diese Erfahrung macht. Und ich finde es super, dass mein Bruder mit Freude seinen Neffen schnappt und Marc diese Erfahrung möglich macht. Das ist eben ein Punkt, an dem der Papa passen muss. Und irgendwie finde ich es in solchen Momenten großartig, dass man eine Familie hat, die größer ist, als der begrenzte eigene fünfköpfige Tellerrand. Leider kommt dieses Empfinden in vielen anderen Fällen zu kurz.

Disclaimer: Dieser Artikel ist kein Aufruf, auf jedem x-beliebigen Teich oder Weiher Schlittschuhlaufen zu gehen. Betreten der Eisflächen nur auf eigene Gefahr.

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Acht Väterbegleiter auf einen Streich

Eine Übung zum Auftakt des Praxistages.

Eine Übung zum Auftakt des Praxistages.

Nach einigen Monaten haben sich heute wieder die ersten GfG-Väterbegleiter der Pilotgruppe getroffen. Und es war ein Treffen, als hätte man sich zuletzt vor drei Wochen gesehen. Wahnsinn, dass diese acht unterschiedlichen Typen mit ihrem Häuptling Volker Baisch zu einer solchen Einheit Zusammenwachsen konnten.

Warum ist das so? Es hat sich tatsächlich eine Wertegemeinschaft gebildet bzw. gefunden. Irgendwo wollen wir alle, dass die Gesellschaft besser wird. Ein hohes Ziel, natürlich. Das haben andere auch schon versucht. Wir allerdings sind der Meinung, dass eine kinderfreundliche, familienfreundliche und am Ende auch frauenfreundliche Gesellschaft über eine väterfreundliche Gesellschaft führt. Welchen Ausschnitt wir als einzelne auch in den Mittelpunkt rücken, das übergeordnete Ziel lässt sich auf unsere Art erreichen – wenn auch in ganz kleinen Schritten.

Wie auch nach den ersten drei Weiterbildungsmodulen, habe ich auch heute das Gefühl, dass von unserer gemeinsamen Arbeit auch meine eigene Familie profitiert. Auch wenn ich viele Stunden von meiner Familie getrennt war für diese Weiterbildung. Ich bin immer noch der Meinung, dass es sich hier um eine sehr wertvolle Erfahrung handelt. Ich wäre ein Stück ärmer, wenn ich diese Möglichkeit nicht genutzt hätte. Und nochmal gilt mein Dank meiner Familie und allen voran meiner Frau.

In jedem Fall sind meine Kollegen unterschiedlich weit mit ihrer Arbeit als Väterbegleiter. Die ersten haben Kurse hinter sich. Andere haben die ersten Kompaktkurse terminiert. Es wird fleißig an der Vernetzung und an Kooperationen gearbeitet. Der Tag hat mal wieder einen Motivationsschub gebracht.

Er hat uns aber auch in die Autonomie entlassen. Kursleiter Volker von der Väter gGmbH in Hamburg überlässt uns nun uns selbst. Im Juni werden wir uns treffen, um eine Mission Statement zu verabschieden und damit noch einmal über unser Selbstverständnis zu diskutieren. Wir wollen den Väterbegleiter zur Marke machen. Das wurde heute zwar nicht so deutlich gesagt, aber man hat es gemeint, denke ich. Im Herbst wird die nächste Gruppe von Väterbegleitern ausgebildet. Das Programm wird ein wenig modifiziert, entzerrt. Jeder Vater, der seine Vaterschaft als Berufung und Leidenschaft versteht und sich für eine familienfreundliche Gesellschaft einsetzen möchte, indem er werdende und junge Väter auf ihrem spannenden Weg begleiten sowie Spaß an einer aktiven Vaterschaft vermitteln will, sollte eine Teilnahme an dieser Ausbildung in Erwägung ziehen.

Informationen gibt es natürlich auf der Website des GfG-Bundesverbandes. Aber auch Volker Baisch wird sicher gern Auskunft geben. Nicht zuletzt darf man auch bei mir anfragen – und auch Kontakte zu meinen Kollegen vermittle ich gern.

Außerdem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Hessenstiftung den Pilotkurs unterstützt und damit angeschoben und ermöglicht hat.

Weitere Informationen über die Ausbildung und meine Angebote findet Ihr auf www.vaterberater.de.

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