MonthApril 2012

Wenn der Papa mit den Söhnen

Ein bisschen komisch war es schon, als wir am Freitag aufgebrochen sind zu unserem ersten Vater-Kind-Wochenende. An Bord waren nur die Männer des Hauses. Das war auch schon komisch. Meine Frau ist mit Nora zu Hause geblieben. Nora ist noch zu klein für eine solche Aktion. Nicht grundsätzlich. Da ich aber einer der Referenten war, wäre das nicht so gut gegangen.

Auf viele Dinge haben wir uns einfach mal so eingelassen. Das Kolping-Feriendorf in Herbstein besteht aus einer Vielzahl von Bungalows. Wir waren einigermaßen weit vom Haupthaus untergebracht. Ich dachte, es könnte mit dem Einschlafen und Schlafen reibungslos klappen. Ich habe Tom und Marc allein gelassen, bevor sie eingeschlafen waren. Marc war mit der Situation nicht so recht einverstanden. Ich habe gesagt, dass ich nochmal vorbeikommen würde. Das hatte ich auch vor, nur das war für Tom zu spät. Er hat natürlich Durst bekommen und Schuhe angezogen, die Jacke über seinen Schlafanzug gezogen und sich auf den Weg durch die Nacht gemacht.

Er konnte mich nicht wirklich finden. Ich war an einem ihm unbekannten Ort. Er war wohl einigermaßen verzweifelt, hat dann aber ein paar Kinder aus unserer Gruppe gefunden, die mich dann geholt haben. In der Zwischenzeit hat ein Mann ihn wieder zum Bungalow geführt, wo ich Tom dann ein wenig aufgelöst und durstig aufgefunden habe. Das Trösten war recht einfach, Marc hat schon geschlafen. Er war beim Aufbruch von Tom noch wach, hat ihn aber weder aufgehalten noch begleitet. Er war einfach zu müde. Aber am Ende war alles gut und ich habe den Tag dann doch ein wenig früher beendet als vorgesehen. Aber auch das war okay.

Der Samstag war Aktionstag. Marc und Tom haben sich sehr intensiv eingebracht. Es galt, ein Schiff, eine Arche Noah zu konstruieren und zu bauen. Marc hat die entscheidende Skizze beigesteuert. Tom hat sich in einer anderen Gruppe mit der Besiedlung der Arche befasst. Es galt, Tiere auszuschneiden und auf Pappe zu kleben. So wurden sie schließlich auf dem Deck der Arche befestigt. Interessant war, dass Tom nicht in Marcs Gruppe wollte. Er hat sich wirklich das Thema ausgesucht. Malen und Gestalten. Überhaupt war dieses Wochenende wieder sehr gut dazu geeignet, viel über sich und die Kinder zu lernen.

Am Nachmittag hat die Kinder dann der Ehrgeiz gepackt, zusätzlich ein Floß zu bauen. Das haben sie auch tapfer durchgezogen. Später dann schnappten sich die Väter die Arche, die sie großteils auch selbst gebaut haben (was sie später bemängelt haben) und schleppten sie zu einem Weiher. Voller Tatendrang packten auch die Kinder ihr Holzfloß an. Am Ende hat ihnen zwar die Lust gefehlt, Ihr Werk wieder zurückzutragen – aber auch das habe sie noch geschafft. Der Stapellauf der Arche war ein großartiges Event. Da ist dieser Gemeinschaftsgeist nochmal deutlich aufgeflammt.

Am Abend gab es dann das obligatorische Lagerfeuer. Das war sehr schön. Stockbrot inklusive. Die Stimmung allerdings ist mit steigender Müdigkeit bei uns drei Männern ein wenig gesunken. Ganz deutlich ist das am Sonntag hervorgebrochen. Die Toleranzschwelle war bei niemandem von uns Dreien mehr so richtig hoch. Aber ich denke, dass wir uns noch gut zusammengerissen haben. Mein Co-Referent Heiko hat noch einen sehr schönen Gottesdienst gestaltet. Und die Abschlussrunde war für uns Referenten sehr erfreulich und motivierend. Mehr zu dieser Veranstaltung aus Referentensicht könnt ihr bald auf www.vaterberater.de lesen.

Es war übrigens sehr schön, wieder nach Hause zu kommen. Es gab viel zu erzählen. Und die ganze Familie hat das Wochenende wieder vereint in der Eisdiele abgeschlossen.

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Von Vorurteilen und Toleranz

Um den Begriff Vorurteil ranken sich viele Vorurteile. Eines davon ist, dass Vorurteile schlecht sind. Das sind sie natürlich nicht. Vorurteile helfen uns, den Alltag zu meistern. Sie geben Orientierung und Halt. Entscheidungen sind nur mit Hilfe von Vorurteilen und Vorannahmen möglich. Unsere Erfahrung ist ein Schatz an Vorurteilen.

Ein Vorurteil wird zu einem Problem, wenn es zu Intoleranz und unumstößlichen Urteilen führt. Und zwar aus Sicht desjenigen, der das Objekt von Intoleranz und Urteil wird.

Beispiel dafür gibt es natürlich täglich und überall. Im Makrokosmos und im Mikrokosmos. Und es gibt für entsprechendes Verhalten leider keine Altersgrenzen. Und jetzt komme ich zu meiner kleinen Geschichte.

Tom tanzt wahnsinnig gern. Das macht er in einer Tanzschule und im Kindergarten. Gestern nun trat er ein wenig verzweifelt an meine Frau heran. Zwei seiner Freunde haben ihm gesagt, dass Tanzen nur etwas für Mädchen ist. Das hat ihn schwer getroffen, klar. Nun kann man ja sagen: Das ist doch nur ein Geplänkel unter Kindern. Ich finde aber, dass man über so etwas nachdenken und reden kann – auch mit Kindern. Wir haben die Jungs darauf angesprochen und gesagt, dass das doch gar nicht stimmen würde. Da kam der Bumerang dann von dem Vierjährigen zurück – mit einem Grinsen im Gesicht. „Natürlich stimmt das.“

Okay, diskutieren macht keinen Sinn. Leider macht es auch keinen Sinn, mit den Eltern über Werte und Toleranz zu sprechen. Und darüber, dass es negative Vorurteile gibt, die andere verletzen und verärgern.

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass man möglichst eine Atmosphäre der Toleranz, Wertschätzung und Empathie in seiner eigenen Familie lebt, damit diese Werte auch bei allen ankommen. Der zweite Punkt ist der, dass man andere Menschen nicht ändern kann. Insofern kann man nur versuchen, seine Kinder stark zu machen und sie zu selbstbewussten Individuen erziehen, die solche Aktionen schadlos wegstecken können und tapfer auf ihrem Weg bleiben.

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Plan verfehlt und Ziel erreicht

Zwischenzeitlich war ich wirklich enttäuscht und auch ein bisschen sauer. Mein Osterurlaub ist vorbei – und natürlich ist er irgendwie zwischen den Fingern zerronnen. Ich wollte eigentlich nicht nur aufräumen, putzen und handwerken. Ich wollte etwas mit den Kindern, mit der Familie unternehmen. Ab nach draußen, Ausflüge machen – Aktion eben.

Tatsächlich hat das Wetter nicht wirklich dazu eingeladen. Aber gestern war zudem die Erstkommunion von Marc – und gab es eben noch einiges zu tun. Meine Frau hat die Vorbereitungen organisiert – und mich natürlich und auch zu Recht voll eingeplant.

Und trotzdem blieb auch Zeit für die Kinder – eingeplant, aber auch einfach genommen. Und ich muss sagen, dass es auch ohne größere Aktivitäten eine intensive Zeit mit ihnen war. Das übersieht man leicht, wenn man sauer ist, dass man sich die Zeit nicht so frei ausgestellten kann, wie man es möchte.

Wenn ich also diese negativen Emotionen wegradiere, dann bleibt ganz viel übrig. Lesen, Daddeln, Lego bauen, Bügelperlen stecken, Reden, Kuscheln, Quatsch machen, Streiten und auch Fernsehen. In diesen alltäglich Dingen steckt wahnsinnig viel. Das deutlichste Feedback einer solchen gemeinsamen Zeit kommt von Nora. Die Beziehung zu ihr hat sich in dieser zehntägigen Elternzeit nochmals deutlich verbessert und verfestigt. Ich bilde mir ein, aber das bestätigt auch meine Frau, dass sie sich in dieser Zeit auch sprachlich wieder ein Stück weiterentwickelt hat.

Alltag und viel Zeit miteinander verbringen heißt aber auch mehr streiten als sonst. Wer viel Zeit mit den Kindern verbringt, ist eben auch häufiger im Clinch mit ihnen. Es ist gut, dass man an solchen ganz normalen Tagen erleben kann, wie schwierig es oft für den ist, der den Großteil der Zeit mit den Kindern verbringt. An solchen Tagen kommt der Partner dann ein bisschen aus der Schusslinie – und das ist ganz gut so.

Meine Lehren aus den vergangenen zehn Tagen: Ich muss nicht immer etwas mit den Kindern unternehmen, um ihnen ganz nah zu sein und an ihrem Leben teilzuhaben und Impulse zu setzen. So toll es ist, in Urlaub zu fahren und Ausflüge zu unternehmen: Am Ende kommt es darauf an, dass man Zeit mit den Kindern verbringt, für sie da ist. Ein anwesender Vater zu sein, das ist der Schlüssel für eine gute Beziehung zum Kind.

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Der Osterhase lebt

Osterei am Strauch

Frohe Ostern!

Wer glaubt denn schon noch an den Osterhasen? Es sind mehr Menschen als man denkt.

Tom (5 1/2) ist schon seit einigen Tagen sehr aufgeregt. Auch Marc (7 3/4) ist von dem hoppelnden Eierverteiler überzeugt. Nur Nora kümmert das ganze Gerede über Ostern und den Hasen nicht. Sie ist erst wieder aufgewühlt, wenn die Süßigkeiten im Nest liegen.

Wir haben im Vorfeld wirklich nicht viel Gewese um Ostern gemacht. Und trotzdem waren die Jungs gestern ganz aufgeregt. Erst um 22 Uhr ist Ruhe eingekehrt – das kommt wirklich selten vor.

Mama hat gedacht, wenn die Kinder erst so spät einschlafen, bleibt am Morgen genug Zeit, dem Hasen unter die Arme zu greifen. Der Wecker stand auf 7 Uhr. Doch der Wecker aus Fleisch und Blut in Gestalt von Tom, tauchte bereits um 6.30 Uhr am elterlichen Bett auf. Auch sein großer Bruder ließ nicht allzu lange auf sich warten.

Irgendwie haben wir es dann doch noch geschafft, die Kinder zu beruhigen, so dass am Ende alles noch geschafft, der Schein gewahrt werden konnte.

Wie war es denn bei Euch so?

Ich wünsche Euch auf jeden Fall frohe und friedliche Ostern – mit oder ohne Hase.

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Mit Iron Maiden an der Wäsche

Ganz oft sind es die kleinen banalen Dinge des Alltags, die wahnsinnig viel Spaß machen können – man muss es nur zulassen.

Am Freitagnachmittag habe ich mal wieder der Wäsche zugewandt. Wäsche zusammenlegen ist bei fünf Personen eine Geschichte, die nicht in wenigen Minuten erledigt ist.

Zum Glück hat mich Nora dabei unterstützt – und wir hatten wahrlich eine Menge Spaß.

Das lag vor allem daran, dass wir dieser Tätigkeit nachgegangen sind, während sich die neue Iron Maiden-Blu-ray „En Vivo“ in der PS3 drehte. Harte Töne sind sonst nicht unbedingt die Sache von Nora. Doch in diesem Fall hat es Freude gemacht. Wir haben sehr viel zusammen gelacht.

Sie hat vor allem dann gelacht, und zwar fast so schmutzig wie Bruce Dickinson, wenn ich mein Haupthaar schleudernd Luftgitarre gespielt habe. Eines werde ich leider nie erfahren: Hat sie mich angelacht – oder hat sie mich ausgelacht? Egal, wir hatten Spaß – und zwar beim Wäsche zusammenlegen.

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