Ein bisschen komisch war es schon, als wir am Freitag aufgebrochen sind zu unserem ersten Vater-Kind-Wochenende. An Bord waren nur die Männer des Hauses. Das war auch schon komisch. Meine Frau ist mit Nora zu Hause geblieben. Nora ist noch zu klein für eine solche Aktion. Nicht grundsätzlich. Da ich aber einer der Referenten war, wäre das nicht so gut gegangen.

Auf viele Dinge haben wir uns einfach mal so eingelassen. Das Kolping-Feriendorf in Herbstein besteht aus einer Vielzahl von Bungalows. Wir waren einigermaßen weit vom Haupthaus untergebracht. Ich dachte, es könnte mit dem Einschlafen und Schlafen reibungslos klappen. Ich habe Tom und Marc allein gelassen, bevor sie eingeschlafen waren. Marc war mit der Situation nicht so recht einverstanden. Ich habe gesagt, dass ich nochmal vorbeikommen würde. Das hatte ich auch vor, nur das war für Tom zu spät. Er hat natürlich Durst bekommen und Schuhe angezogen, die Jacke über seinen Schlafanzug gezogen und sich auf den Weg durch die Nacht gemacht.

Er konnte mich nicht wirklich finden. Ich war an einem ihm unbekannten Ort. Er war wohl einigermaßen verzweifelt, hat dann aber ein paar Kinder aus unserer Gruppe gefunden, die mich dann geholt haben. In der Zwischenzeit hat ein Mann ihn wieder zum Bungalow geführt, wo ich Tom dann ein wenig aufgelöst und durstig aufgefunden habe. Das Trösten war recht einfach, Marc hat schon geschlafen. Er war beim Aufbruch von Tom noch wach, hat ihn aber weder aufgehalten noch begleitet. Er war einfach zu müde. Aber am Ende war alles gut und ich habe den Tag dann doch ein wenig früher beendet als vorgesehen. Aber auch das war okay.

Der Samstag war Aktionstag. Marc und Tom haben sich sehr intensiv eingebracht. Es galt, ein Schiff, eine Arche Noah zu konstruieren und zu bauen. Marc hat die entscheidende Skizze beigesteuert. Tom hat sich in einer anderen Gruppe mit der Besiedlung der Arche befasst. Es galt, Tiere auszuschneiden und auf Pappe zu kleben. So wurden sie schließlich auf dem Deck der Arche befestigt. Interessant war, dass Tom nicht in Marcs Gruppe wollte. Er hat sich wirklich das Thema ausgesucht. Malen und Gestalten. Überhaupt war dieses Wochenende wieder sehr gut dazu geeignet, viel über sich und die Kinder zu lernen.

Am Nachmittag hat die Kinder dann der Ehrgeiz gepackt, zusätzlich ein Floß zu bauen. Das haben sie auch tapfer durchgezogen. Später dann schnappten sich die Väter die Arche, die sie großteils auch selbst gebaut haben (was sie später bemängelt haben) und schleppten sie zu einem Weiher. Voller Tatendrang packten auch die Kinder ihr Holzfloß an. Am Ende hat ihnen zwar die Lust gefehlt, Ihr Werk wieder zurückzutragen – aber auch das habe sie noch geschafft. Der Stapellauf der Arche war ein großartiges Event. Da ist dieser Gemeinschaftsgeist nochmal deutlich aufgeflammt.

Am Abend gab es dann das obligatorische Lagerfeuer. Das war sehr schön. Stockbrot inklusive. Die Stimmung allerdings ist mit steigender Müdigkeit bei uns drei Männern ein wenig gesunken. Ganz deutlich ist das am Sonntag hervorgebrochen. Die Toleranzschwelle war bei niemandem von uns Dreien mehr so richtig hoch. Aber ich denke, dass wir uns noch gut zusammengerissen haben. Mein Co-Referent Heiko hat noch einen sehr schönen Gottesdienst gestaltet. Und die Abschlussrunde war für uns Referenten sehr erfreulich und motivierend. Mehr zu dieser Veranstaltung aus Referentensicht könnt ihr bald auf www.vaterberater.de lesen.

Es war übrigens sehr schön, wieder nach Hause zu kommen. Es gab viel zu erzählen. Und die ganze Familie hat das Wochenende wieder vereint in der Eisdiele abgeschlossen.

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