MonthMai 2012

Zecken jagen

Eine gefangene Zecke

Die Zecke richtet keinen Schaden mehr an.

Ich bin jetzt 41 Jahre alt, in dieser Zeit haben sich meines Wissens allerhöchstens drei Zecken an meinem Blut bedient. Ich bin in einer Art Betonwüste groß geworden. Ich war wahrscheinlich nicht oft genug in Wald und Flur unterwegs damals?

Jetzt leben wir in einem kleinen Ort. Zudem leben wir hier in einem FSME-Risikogebiet. Daher richtet sich in dieser Jahreszeit unser Blick schon intensiv auf die Haut aller Familienmitglieder. Und man muss noch nicht einmal in Wäldern und auf Äckern herumstreifen, um sich ein solch kleines Biest einzufangen. Das haben uns die vergangenen Tage eindrucksvoll gezeigt.

Unsere kleine Nora (noch nicht einmal 3) hat sich innerhalb der vergangenen zehn Tage gleich zweimal eine Zecke eingefangen. Geholt hat sie sich diese in den Gärten der Nachbarn. Schon in früheren Jahren haben wir festgestellt, dass es nur einen Aufenthalt im Garten und dort in ungemähtem Rasen bedarf, um sich einen Blutsauger der unangenehmen Art einzufangen.

Der erste Zeckenbiss bei Nora am Oberarm ging etwas tiefer. Hier halten wir die Augen gut auf, um möglichst schnell festzustellen, ob es sich um einen Eingriff mit Nachwirkungen handelt. Wenn sich die Stelle rötet, dann geht es gleich zum Arzt, um abzuklären, was dann zu tun ist. Das Tier gestern hat nur ganz leicht in der Haut gesteckt. Es war mit der Zeckenpinzette gut zu entfernen.

Also mein Tipp: Auch im Garten kann die Gefahr lauern. Schaut Euch Eure Kinder genau an, wenn sie draußen unterwegs waren. Dieser kleine Aufwand lohnt sich – auch in Gebieten, die nicht Als FSME-Gebiet gelten. Auch Borreliose ist keine Krankheit wie ein Schnupfen.

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Die Überraschungsgabe

Kinder sind immer wieder für Überraschungen gut. Und auch das macht sie so unendlich wertvoll.

Gestern waren wir zum Kaffeetrinken im Anschluss an eine Konfirmation eingeladen. Marcs Kommunionfeier ist erst wenige Wochen her. Man konnte damals beobachten, dass das Ganze eine große Bedeutung für ihn hatte. Die anwesende Verwandtschaft hat deutlich gemacht, dass es sich hier um ein wichtiges Ereignis handelt. Man könnte auch sagen, dass das Ereignis auf diese Art emotional aufgeladen wurde. Natürlich waren auch die Geschenke von gewisser Bedeutung. Keine Frage.

Marc war nun dabei, als wir uns darüber unterhalten haben, wie viel Geld wir zur Karte packen wollten. Er hat sich eingebracht und wollte sich finanziell beteiligen. Das haben wir natürlich toll gefunden. Aber wir haben auch gesagt, dass wir das schon selbst machen und er nichts von seinem Ersparten dazu geben muss. Es gab gar keine lange Diskussion. Für ihn war das in Ordnung.

Aber war es das wirklich? Als wir dann gestern die Karte überreicht haben, zauberte Marc einen 5-Euro-Schein aus der Hand und übergab ihn stolz der Konfirmandin. Er hat also in der Diskussion zurückgezogen, um uns dann vor Ort zu überraschen. Das ist ihm wahrlich gelungen.

PS: Weniger geplant war es dann, dass er eifrig beim Abräumen von Gläsern und Geschirr geholfen hat. Das hat einige Gäste so beeindruckt (und uns erneut überrascht), dass er 3 Euro Trinkgeld von den Gästen einstreichen konnte.

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Die Sache mit dem Entscheiden

Eine der ganz wichtigen Dinge, die ein Mensch auf seinem Lebensweg lernen muss, ist es, Entscheidungen zu treffen. Die hohe Kunst ist es, richtige Entscheidungen zu treffen. Täglich hat der Mensch die Chance, seine Fertigkeiten zu trainieren, sich in diesem Punkt zu verbessern. Die Nach-Entscheidungs-Dissonanz ist ein dauerhafter Begleiter durch Leben. Sie macht es einerseits schwer, andererseits aber auch erst möglich, Entscheidungen zu hinterfragen und beim nächsten Mal vielleicht noch richtiger zu entscheiden.

Wann aber entscheidet der Mensch sich zum ersten Mal für irgendwas? Beim Entscheiden handelt es sich um einen kognitiven Vorgang. Intuition und Bedürfnisbefriedigung sind anders geartet.

Kinder bekommen schon früh mit, wie es ist, wenn sich jemand entscheidet. Die ersten Entscheider im Umfeld der Kinder sind natürlich die Eltern. Zum Leidwesen der Kinder sind die Eltern vor allem auch Bestimmer – aber das ist noch eine andere Geschichte.

Am vergangenen Samstag gab es dann endlich mal so etwas Richtiges für Marc zu entscheiden. Er wollte sich von seinem eigenen Geld ein Fahrrad kaufen. Zwei Geschäfte haben wir hierfür aufgesucht. Das hat tatsächlich gereicht. Und im zweiten Geschäft sollte dann auch die Entscheidung fallen. Das Rad stand in voller Pracht vor Marc. Er war nachdenklich. Ganz sicher war er sich nicht. Das ist auch völlig in Ordnung. Und dann kam ein Satz, der mir wieder einmal schön den Spiegel vorgehalten hat. Ein Satz, der viel über das eigene Entscheidungsverhalten oder das anderer enger Verwandter sagt. „Ich muss mir das gut überlegen. Ein Fahrrad kaufen ist ja schließlich eine Entscheidung fürs Leben.“ Sehr schwermütig das Ganze. Ich habe ihm gesagt, dass es nicht ganz so schlimm ist, er ja noch wachse, und es schließlich noch größere und damit später besser passende Räder gibt.

Aber so schwer wie es geklungen hat, war es schließlich doch nicht. Es war halt doch eher ein Satz von Mama und Papa. Die Entscheidung fiel rasch – und war zudem auch noch richtig. Glaube ich, oder vielleicht doch nicht? 😉

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Fragen, die gestellt werden müssen

Am Samstag kam es zum Schwur. Es gibt einfach Fragen, die irgendwann einmal gestellt werden müssen. Als Vater und Mutter ahnt man so etwas. Auch die Fragen ahnt man. Und die Antworten fürchtet man. Ich hätte vielleicht noch besser vorbereitet sein können. Aber eigentlich habe ich ganz gut pariert. Aufgepasst: Ihr werdet die Antwort hier nicht lesen. Ich habe Angst vor Zensur 😉

Als Mensch, der in DARMstadt groß geworden ist, empfindet man diesen Namen der Stadt nicht als besonders bemerkenswert. Als ich in Wien studiert habe, und erzählte, woher ich komme, habe ich auch anderes Feedback bekommen. Zum Glück hat Darmstadt eine gewisse Größe und damit auch eine Bekanntheit über den Kirchturm hinaus. Insofern halten sich die kritischen Anmerkungen insgesamt doch in Grenzen.

Jetzt kommt in Darmstadt eine kleine Namensbesonderheit hinzu. Es gibt ausgerechnet einen Stadtteil mit Namen WIXhausen. Und davon handelt meine kleine Geschichte.

Marc und ich waren nach einem seiner Fußballspiele mit dem Auto unterwegs. Wir kamen just an einem Wegweiser vorbei, auf dem auch der Weg nach Wixhausen verzeichnet war.

„Papa, was ist eigentlich damit gemeint, mit Wixhausen?“ „So heißt ein Ortsteil von Darmstadt.“ Ich hatte also noch die Chance, ganz sachlich zu bleiben. Doch Marc hakte nach. „Heute vor dem Spiel haben die Gegner irgendetwas von Wixer gesagt, das ist doch bestimmt ein Schimpfwort?“ (Anmerkung: Ich glaube nicht, dass sie das gesagt haben. Ich glaube eher, dass einige der Mitspieler von Marc das so verstanden und entsprechend weiter getragen haben.) „Das ist ein sehr schlimmes Schimpfwort. Ich finde, dass Ihr das nicht benutzen solltet.“ „Papa, aber was bedeutet das nun eigentlich?“

Wie gesagt, ich habe ihm eine Antwort gegeben, die ich für altersgerecht halte. Wahrscheinlich habe ich mir doch irgendwie schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, was ich Antworten würde, wenn diese Frage einmal gestellt wird.

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