MonthJuni 2012

Ohne Zoff kein Spaß

Der 12. Mann.

Der 12. Mann.

Danke, Rewe. Danke dafür, dass unsere Kinder zugegebenermaßen einigen Spaß mit den Sammelkarten zur Fußball-Europameisterschaft haben. Und danke, Rewe, dass sie wegen der Karten mindestens genau so viel Zoff wie Spaß haben. Und danke, dass wir als Eltern – und nicht nur wir – unsere Streitschlichterqualitäten testen können – und das alles nur wegen Plastikkärtchen mit Bildern der mutmaßlichen Heroen der EM in Polen und der Ukraine.

Eigentlich interessiert sich Tom überhaupt nicht für Fußball – kürzlich hat er mir mitgeteilt, dass er sich nun entschieden habe, niemals Fußball spielen zu wollen. Aber so ganz einfach kann er es dann doch nicht auf sich sitzen lassen, dass Marc ein leidenschaftlicher Kartensammler ist. So hat er auch sein Sammelalbum bekommen.

Die erste Diskussion: Hat Tom das Recht auf eine Erstverwertung von Karten oder muss er sich damit zufrieden geben, was Marc als Erstverwerter übrig lässt? Die Meinungen gehen auseinander. Am Ende ist ein Mischsystem herausgekommen. Tom hat Erstzugriffsrechte erhalten, aber in der Regel sah das Ganze in der Realität dann doch anders aus. Die Folge: Marc hat bis auf eine alle Karten, Tom hinkt immer noch ein wenig hinterher.

Nächster Streitpunkt: Die Karte „Der 12. Mann“. Sie scheint einigermaßen selten vorzukommen. Beide Buben haben sie. Schon entbrennt ein Streit, wer die dritte, neu hinzu gekommene, bekommen soll. Tom will sie einem Freund vermachen, Marc meiner Schwester, weil diese die noch fehlende Karte doppelt hat. Es gab viele Tränen. Morgen entscheide ich, was damit passiert – wahrscheinlich mit Unterstützung meiner Schwester.

Der Karten-Wahnsinn setzt sich in der Schule fort. Die Kinder nehmen Karten oder ganze Alben mit. Und natürlich sind dann plötzlich Karten verschwunden. Was mit ihnen passiert ist, kann man nicht in jedem Fall eindeutig sagen. Verlegt, verschleppt, verloren und gestohlen. Auf jeden Fall haben die Lehrer alle Hände voll damit zu tun, die Konflikte zu entschärfen. Und man wünscht sich als Vater, dass die Probleme mit Karten dort bleiben, wo sie hingehören. Nach Hause.

Nochmals vielen Dank, Rewe. Für all den Spaß und all den Zoff.

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Gut für die Schulgemeinschaft und die Kinder

Manchmal sind es die banalen Ereignisse, die ganz viel Erkenntnis bringen. Manchmal muss es einfach nur Fußball sein.

Training vor dem entscheidenden Spiel.

Training vor dem entscheidenden Spiel.

Am vergangenen Freitag haben sich Grundschulen aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau zu einem Fußball-Turnier in Gernsheim getroffen. Die Mannschaften sind in zwei Altersklassen (Schuljahr 1 und 2 sowie 3 und 4) gegeneinander angetreten. Erste Erkenntnis: Bei einem solch jahrgangsübergreifenden Ereignis lernen sich die Kinder in der Schule deutlich besser kennen. Sie brechen aus dem Klassenverband aus und knüpfen über die Jahrgangsstufen hinweg Kontakte. Die Identifikation mit der Schule wird gestärkt.

Ein weiterer Punkt: Die Kinder gehen innerhalb der eigenen Gruppe und über die Jahrgangsstufen hinweg wertschätzend und anerkennend miteinander um. Sie fühlen sich als ein Team und kämpfen für das gleiche Ziel. Das sind ganz wertvolle Erfahrungen – und sie nutzen der Schulgemeinschaft.

Ein großes und wichtiges Thema für mich. Unterstützt von zwei Lehrerinnen der Schule haben auch zwei Väter ihre Fähigkeiten in den Ring geworfen und Zeit mit den Kindern, vor allem Jungs natürlich, verbracht. Es wurden zwei Trainingseinheiten angesetzt. Das Turnier selbst hat rund vier Stunden gedauert. Wertvolle Zeit, in der endlich auch mal Männer in eine Vorbildfunktion im Schulumfeld geschlüpft sind. Vor allem die Jungs profitieren ganz bestimmt von einem solchen Intermezzo. An der Grundschule von Marc in Bickenbach unterrichten ausschließlich Frauen. Der einzige Mann ist der Hausmeister – immerhin.

Am schönsten ist ein Mannschaftssport, wenn man zusammen Erfolge feiern kann. Auch hier haben die Bickenbacher Schüler gepunktet und sich am Erreichten gemeinsam erfreut. Die jüngeren Fußballer sind auf Rang 5 von 9 gelandet – bis zum 5. Platz gab es noch Pokale, damit war der Tag gerettet. Die Dritt- und Viertklässler sind Zweiter von elf Mannschaften geworden. Und haben dafür einen riesigen Pokal gewonnen.

Der Pokal als Belohnung.

Der Pokal als Belohnung.

Und was lernen wir daraus: Lernen und Weiterentwickeln ist auch jenseits der vier Wände eines Klassenraumes möglich, ohne Noten. Und: Auch für die meisten Eltern, an diesem Nachmittag Fans, war es sicher ein lehrreicher und schöner Tag.

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