MonthJuli 2012

Endlich wieder Kita

Dies ist eine kleine Ansage an alle Eltern, die dem Betreuungsgeld-Konzept folgen und sich für die Betreuung daheim  und hundert Euro Kindersubventionierung entscheiden: Wir haben uns heute alle wie Bolle wieder auf die Kita gefreut. Nach drei Wochen Ferien, von denen zwei ziemlich verregnet waren, stürmte unser Spross heute glücklich wieder seine Gruppe und konnte all seine Freunde wieder begrüßen.

Endlich wieder Kita. Foto: Jürgen Frey  / pixelio.de

Endlich wieder Kita. Foto: Jürgen Frey / pixelio.de

Alle hatten sich ein bisschen verändert – können neue Worte oder sind sogar gewachsen, wie es eben in einer Kleinstgruppe so ist. Natürlich waren die vergangenen drei Wochen wunderschön. Aber man merkte doch, dass Eltern ihrem Kind vieles geben können, die Kinder aber vor allem unter andere Kinder gehören, um mit diesen zu spielen.

Hier wird gemeinsam gefrühstückt, gespielt, draußen im Sandkasten getobt, es kommt einmal in der Woche ein Trommler, um mit den Kindern zu musizieren. Es gibt eine Kinderbücherei – die Kleinen haben sogar eigene Betten für den Mittagsschlaf. Wir sind echte Fans der Einrichtung. Und auch der kleine stimmte heute im Auto ein Lied an, als er merkte, dass es wieder in seine Gruppe geht. Und pfiff „Kika – Kika“…

In diesem Sinne: Happy Kita!

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Und jetzt der Kindergarten

Heute ist ein großer Tag für Nora. Sie geht heute zum ersten Mal in den Kindergarten, Eingewöhnungsphase. Leider kann ich nicht dabei sein. Das übernimmt meine Frau. Auch für sie steht eine riesige Veränderung an. In zwei Wochen steigt sie wieder in den Job ein. Wilde Zeiten – aber das ist ja eigentlich wie immer.

Nora am Tag ihrer Geburt, im Alter von 10 Stunden.

Nora neu geboren

Die kleine Nora. Die Zeit vergeht so schnell. Vor „kurzem“ war sie noch ein kleiner Wurm, ganz auf uns angewiesen. Jetzt erobert sie schon mit ihrem ganz eigenen Kopf die Welt.

Eltern stellen sich ja immer vor, wie es den Kindern wohl ergehen wird. Der ständige Blick in die Zukunft. Dabei ist es so gut und wichtig, das Jetzt im Blick zu behalten und es zu genießen, wenn möglich. Unsere Prognose: Sie wird sich ziemlich umstellen müssen. Unsere kleine Familiengruppe hat sie ganz gut im Griff. Die Kindergartengruppe wird erstmal sie ordentlich in den Griff nehmen. Das wird eine Herausforderung.

Aber wie gesagt, eigentlich sollte ich mich mit dem Blick nach vorn zurückhalten. Vielleicht wird alles ganz anders, und dann muss ich mein Weltbild schon wieder ändern. Das kostet unnötig Kraft. Nora ist ein großartiger kleiner Kerl mit Ecken und Kanten. Und sie macht ihren Weg. Da bin ich ganz sicher. Und das wird auch an ihrem ersten Kindergartentag so sein. Ich freue mich dennoch schon auf die Berichterstattung heute Abend.

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Küchengeräte = Spielzeug = Fun!

Warum ersteigere ich eigentlich die schönsten Legos auf eBay, bereite diese liebevoll in der Waschmaschine auf, trockne und poliere sie anschließend, sortiere die Steinchen nach Farben und führe diese liebevoll in Spielboxen mit dem aktuellen Stand zusammen? Manchmal ist dieses Gebaren, dass dem Spaß des Kindes dienen soll, gefühlt sinnlos.

Schnullersuppe.

Schnullersuppe - köstlich.

So sind doch Küchengeräte viel interessanter. Gleich, ob man sich an den Küchenschubladen die Finger klemmen kann oder der Dosenöffner auch scharfe Kanten hat – am besten ist es doch, wenn man wie Mama oder Papa einen Topf aus dem Schrank holt, eine Zwiebel reinpellt, die Schale sorgfältig auf dem kompletten Küchenboden verteilt, einige Knoblauchzehen mit dem Pfannenwender bis hinten unter dem Schrank platziert, die Nudeln („Ludl“, Anm. d. Red.) aus dem Apothekerschrank dann gleichmäßig zerhackt und sowohl im Topf als auch daneben platziert.

Einige Highlights: Wenn man schon die Steckdosen nicht nutzen darf, so kann man wenigstens die Stecker von Rührgerät und Kaffee-Röster in die Schranktür-Ritzen einpflanzen. Dass es dabei zu Kratzern kommt, ist ja eher witzig als hinderlich.

Angesagt ist auch Schnullersuppe. Schmeckt vorzüglich.

Wusstet ihr, dass man mit Kartoffeln an der Wand malen kann?

Recht schwierig zu ergattern und zu hüten wie ein Schatz, den man gefunden hat: Ein Messer. Das kommentiert man mit „Messer spitz“, aber natürlich auch mit einem „Messer lieb“.

Es wird schon deswegen niemals langweilig, eine komplette Schublade auszuräumen, weil die Dinge dann anschließend wieder in neuer Konstellation darin weilen. Und das passiert ganz automatisch. Irre.

Interessant: Hochwertiges Porzellan trashen. Das ist sinnvolle Vorbereitung auf den Polterabend, der ja alsbald anstehen könnte, schließlich fehlt noch jedes Gefühl für Zeit – für heute, gestern und morgen. Doof ist nur, wenn Papa den Teller nicht wieder heile machen kann, selbst wenn er es grad‘ soll. Dann heißt es auch schonmal: „Bäääää“.

Wir müssen uns im Ernst fragen: Wozu also um Himmels Willen Spielzeug? Wir haben doch Küchengeräte…

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Wie man ein Kleinkind auf sein Geschwisterchen vorbereitet…

Bevor ein Geschwisterkindchen einzieht, üben sich Verwandte und Freunde darin, Horrorstorys zu erzählen. Selbst Erzieher machen davor nicht Halt. „Unser hat dem Kleinen ständig ein Kopfkissen auf den Kopf gelegt und versucht, es zu ersticken“, hatten gleich zwei auf Lager. „Er hat immer Gegenstände ins Babybett und die Babybadewanne geworfen und

Wie man ein Kleinkind auf sein Geschwisterchen vorbereitet: Stoffbaby zur Übung und Erklärungen im Buch

Wie man ein Kleinkind auf sein Geschwisterchen vorbereitet: Stoffbaby zur Übung und Erklärungen im Buch

gesagt, das Baby solle wieder weggehen“, war auch beliebt.

Vorab: Bei uns ist es bislang gut gelaufen. Unser nun fast Zweijähriger liebt sein kleines Brüderchen, sagt ganz stolz den Namen, weil er den weiß und zwitschert nicht nur häufig „kleines Baby“ mit einem Fiepen in der Betonung, sondern beruhigt das Baby auch, wenn es schreit.

„Leise  Baby, alles gut“, sagt er und rührt uns damit zu Tränen. Ob das so bleibt, steht natürlich in den Sternen. Wie wir das aber bislang hinbekommen haben, ist eigentlich ganz einfach. Wir haben vor der Geburt des neuen Geschwisterchens einfach offen darüber gesprochen und viel erzählt. Toll ist das Buch „Wir sind jetzt vier! aus dem Ravensburger Buchverlag. Als gut hat sich auch ein Übungsbaby aus Stoff erwiesen, das schon im Laufstall lag. So war es gar nicht verwunderlich, als plötzlich ein richtiges Baby darin schlummerte.

Und neben den ganzen Negativstorys hat sich auch ein Tipp einer Bekannten ausgezahlt: Das Kleinkind in viele Dinge einbeziehen, so dass es weiter der Chef im Hause ist. Unser Söhnchen reicht eim Windeln des Babys die Feuchttücher und die Windeln an und hilft. Vieles kommt sicherlich auf die Stimmung an. Man muss es schaffen, zu vermitteln, dass das neue Familienmitglied etwas tolles, besonderes ist – ohne dass der Erstgeborene sich in seiner Rolle und Aufmerksamkeit zurückgesetzt fühlt.  Sollte sich die positive Entwicklung der ersten Wochen ändern, so gibt’s hier sicherlich ein Update bei Passionpapa 🙂

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Erholung, einmal anders gesehen

Urlaub, Zeit der Erholung. Ein komischer Begriff, dieses Erholung. Wer Familie hat, und wer vor allem kleine Kinder hat, weiß, dass es sich hier um einen sehr dehnbaren Begriff handelt. Es soll ja Eltern geben, die partout nicht davon ablassen, unter Erholung zu verstehen, dass sie nichts und niemand in ihrer Ruhe und beispielsweise beim Lesen stören darf. Auch nicht die eigenen Kinder.

Leute, jetzt mal im Ernst: Ich habe sowieso viel zu wenig Zeit für meine Kinder, meine Frau, meine Familie. Dann kann ich mich doch nicht in der Zeit des Jahres, in der ich die meiste Zeit für sie habe, hinstellen und sagen: „Jetzt lasst mich doch bitte in Ruhe!“ Das wäre doch absurd. Und doch wird das Attribut familienfreundlich von Urlaubsanbietern in der Regel damit in Verbindung gebracht, dass die Kinder durchanimiert werden, damit Eltern endlich einmal ihre Ruhe haben. Ein schräges Leben führen wir da manchmal.

Unser Urlaub ist jetzt erstmal rum. Wir hatten drei Wochen intensiv Zeit für- und miteinander. Und das ist nicht immer einfach. Gerade, wenn man wegfährt. Das System muss sich erstmal finden. An einen anderen Ort verpflanzt ist diese Herausforderung noch größer. Entsprechend unentspannt war der Anfang unseres Zelturlaubs in Bibione an der italienischen Adriaküste. Aber machen wir uns nichts vor. Das hat mit den Kindern nur am Rande zu tun. In Wirklichkeit befinden sich die Spannungen in der Beziehung der Eltern.

Auf einige Details des Urlaubs und die Irrungen und Wirrungen sowie Spezialitäten werde ich dann noch in den kommenden Tagen eingehen. Jetzt allerdings, da ich wieder im Zug auf dem Weg zur Arbeit sitze, wird mir klar, wie wichtig diese intensive Auseinandersetzung mit den Kindern in den vergangenen Wochen war. Ich spüre ganz stark, wie sich unsere Beziehungen wieder einmal deutlich gestärkt haben. Die Bindung ist eine ganz andere geworden. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass wir alle die Umstellung jetzt wieder gut verkraften werden und diese qualitativen Veränderungen unserer Beziehungen möglichst lange Bestand haben werden.

So gesehen kann man wohl sagen, dass sich unsere Beziehungen erholt haben. Vielleicht ist das der richtige Erholungsbegriff im Zusammenhang mit Familienurlaub. Vielleicht macht es Sinn, sich darüber einige Gedanken zu machen und daraus die Kraft für die neuen Aufgaben und Herausforderungen des Alltags zu schöpfen.

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