MonthAugust 2012

Windelfrei im Urlaub

Sauber werden am Strand

Sauber werden am Strand

Ich wollte noch die eine oder andere Geschichte aus unserem Urlaub loswerden. Das hatte ich so angekündigt. Und hier kommt etwas, etwas ganz Großartiges. Ein wirklich nachhaltiges Thema – und für alle Kinder und Eltern ein großer Schritt – ist nämlich das Sauberwerden.

Nora hat wirklich sehr lange Zeit keine Anstalten gemacht, auf Windeln verzichten zu wollen. So falsch wie viele andere haben wir es dann schon mal damit versucht, sie aufs Töpfchen oder den Kindertoilettensitz zu bekommen. Fehlanzeige, das funktioniert nicht. Weil wir das eigentlich wissen, haben wir es wirklich nur ganz selten versucht. Kinder haben einen Zeitpunkt, an denen sie diesen Schritt ganz alleine gehen. Die richtigen Synapsen im Gehirn müssen da entstehen.

Das war haargenau im Urlaub soweit. Nora ist viel ohne Windel rumgelaufen, hat gemerkt, dass das wohl okay ist. Und wie das ganze Zeug wieder so aus dem Körper kommt, bekommt man da auch viel genauer mit. So hat sie ihre ersten selbstständigen Toilettengänge mehr oder weniger auf dem Campingplatz in Bibione hinter sich gebracht.

Und weil jedes Kind anders ist, hat sie uns ganz klar mit einer Tatsache überrascht. Egal, ob großes oder kleines Geschäft. In die Windel geht – außer gelegentlich nachts – nichts mehr. Da bekommt sie noch eine herkömmliche Schutzwindel. Höschenwindeln kann sie gar nicht leiden, so ist sie tagsüber ausschließlich windelfrei unterwegs – und zwar wirklich schlagartig und komplett. Die Kurve hat sie dann auch noch rechtzeitig vor dem Kindergarten bekommen.

Für uns bedeutet das Ganze auch Abschiednehmen. Unser letztes Windelkind beendet diese Ära. Das hat eine große Symbolkraft. Die Kinder werde größer, wir werden älter. Ganz praktisch bedeutet es, dass sich unser Restmüll um zwei Drittel reduziert. Die Kosten für den Windelkauf fallen weg. Aber macht Euch keine Hoffnung, billiger wird das Ganze dadurch nicht. Die Ausgaben für Kinder werden kontinuierlich mehr. Also verplant das gesparte Windelgeld nicht für das nächste Auto oder den kommenden Urlaub. Vom Ersparten bleibt sowieso nichts über.

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Alien oder Papa? Oder beides?

Nein, Nora guckt keine Science-Fiction-Filme im Fernsehen. Auch wenn sich Papa Horrorstreifen reinziehen sollte, was gefühlt das letzte Mal vor 20 Jahren passiert ist, schlummert Nora schon mehr oder wenig selig in ihrem Bettchen vor sich hin. Dennoch haben ihre gemalten Männchen, die ich übrigens sehr ästhetisch finde, eine gewisse Ähnlichkeit mit Aliens oder Kreaturen aus anderen nicht gerade jugendfreien Filmen.

Böse Zungen behaupten, dass die Figuren Ähnlichkeit mit Noras Papa besitzen. Das muss ich entschieden zurückweisen. Wer mich kennt, weiß, dass meine Arme aus den Schultern und nicht aus dem Kopf gewachsen sind. (Ich sehe Euch jetzt schon vor dem Monitor sitzen und grinsen, weil Ihr denkt, dass meine Ohrwaschel sehr wohl fast die Ausmaße mittelgroßer Hände erreicht haben.)

Alien oder Papa?

Alien oder Papa?

Auf dem Foto seht ihr übrigens die Männchen-Variante ohne Beine. Das Papier war einfach zu klein. Das ganze Männchen sieht natürlich noch viel schöner aus. Vielleicht gibt es ja auch eine Gelegenheit, euch später ein solches zu zeigen.

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Die schweren ersten Tage im Kindergarten

„Ich will nicht Kindergarten, in Bickenbach bleiben!“ Nora klingt sehr verzweifelt, ja verängstigt, wenn sie diese für Erwachsenenohren recht lustige Stellungnahme abgibt.

Für sie ist Bickenbach ihr Zuhause, ihr Heim, ihr Revier. Bickenbach ist das Haus, in dem sie bislang einen großen Teil ihrer Zeit verbrachte, dort fühlt sie sich geborgen – und nur dort. Dass die Kita aus Erwachsenensicht auch in Bickenbach liegt, ist ihr egal. Ihr ist auch egal, dass liebevolle Erzieherinnen sich intensiv um sie kümmern in der Kita. Die ersten Wochen für ein Kind im Kindergarten sind einfach schwierig, vielleicht sogar psychisch brutal.

Ein Glubschi/Glupschi als Freund

Ein Glubschi/Glupschi als Freund

„Ich will nicht Kindergarten, nicht Kindergarten.“ Wieder weint Nora schon kurz nach dem Aufstehen. Was ist ihr Problem (eines ihrer Probleme)? „Angst vor den Kindern!“ Das ist eine ihrer Antworten. Sie hat Angst, sie ist im Stress. Nora wird in zwei Wochen drei Jahre alt. Sie hat also das Kindergarteneintrittsalter erreicht. Sie kann verbal Gefühle erläutern.

Kinder, die schon mit zwölf Monaten oder etwas früher oder eben auch etwas später in die Fremdbetreuung kommen, können das nicht. Die Standardgefühlsäußerungen werden von uns Eltern dann gern mit solchen Sprüchen abgetan: „Da muss sie halt durch. Sie wird sich schon daran gewöhnen. Es geht halt nicht anders.“

Auch Nora wird sich an den Kindergarten gewöhnen. Dennoch müssen wir alles tun, ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen. Ich will hier ein weiteres Mal ein Plädoyer für die Sicht des Kindes anbringen. Natürlich haben wir als Eltern unser Leben, unsere Verpflichtungen, unsere Zwänge. Wir haben aber auch Freiheiten.

De Kinder benötigen in diesem Prozess unsere Unterstützung, die sich in Liebe, Hingabe und Aufmerksamkeit äußern muss.

Interessanterweise sind dazu auch schon andere, etwas größere Kinder fähig. An dem Tag, als Nora, das erste Mal eine Stunde allein im Kindergarten war, ohne die Präsenz von Mama, hat Marc Nora seine Zuneigung gezeigt, indem er sie gelobt und geherzt hat. Er ging sogar soweit, ihr von seinem Taschengeld ein Glubschi zu kaufen. Nora liebt ihren neuen kleinen Freund. Bisher hat sie sich nicht auf ein Kuscheltier fokussiert. Jetzt hat sie einen kleinen stillen Partner, durch den sie ihre Lieben in fast allen Situationen ganz nah bei sich haben kann.

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Normal wie normal, banal wie banal

Heute ist ein großer Tag für unsere Familie, dabei ist es eigentlich so banal wie banal etwas sein kein. Der ganz normale Alltag beginnt nämlich.

Meine Frau hat heute nach rund drei Jahren Pause ihren ersten Arbeitstag. Nora geht in den Kindergarten, Tom darf endlich in der Kita mittags essen (darauf wartet er schon drei Jahre), Marc geht wieder in die Schule und auch für mich gehen drei Jahre Ausnahmezustand zu Ende.

Jetzt bin ich nämlich wieder ungeschonter Teil des Familienlebens. Nachts konnte man sich manchmal rausnehmen. „Ich muss morgen arbeiten, ich kann jetzt nicht aufstehen.“ Das ist nur einer der Sätze, die der Vergangenheit angehören. Jetzt bin auch ich beispielsweisewieder dran, die Kinder in den Kindergarten zu begleiten. Das wirkt sich auf meine Arbeitszeiten aus.

Es ist die Zeit der Umstellungen, auf normal (also so normal wie normal sein kann).

Auf einige Dinge freue ich mich, vor anderen habe ich auch ein bisschen Angst. Das System Familie kommt in Bewegung. Und das wird sicher das eine oder Mal an dieser Stelle Thema werden.

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Venedig mit Kindern

Venedig per Schiff

Venedig per Schiff

Natürlich, Tiefenentspannung fühlt sich anders an. Aber darum geht es ja auch nicht unbedingt, wenn man sich im Hochsommer für einen Besuch Venedigs entscheidet.

Das Highlight gleich zu Beginn. Die Kinder haben es knapp sechs Stunden mit uns in Venedig ausgehalten – und wir mit ihnen. Trotz des absoluten Touristenwahnsinns haben wir eine sehr schöne Mischung aus Menschenmassen und leeren Gassen hinbekommen.

Es ist schon erstaunlich, wie die Besucher einer Stadt ausschließlich und gezielt die ausgetretenen Pfade suchen und weiter austreten. Interessant ist doch gerade, das ganz normale Leben in einer solche unnormalen Stadt wie Venedig kennenzulernen.

Unser Weg führte uns an einem ganz normalen Supermarkt vorbei, von denen es in Venedig nicht so wahnsinnig viele gibt. Da dort die Preise nicht ganz so exorbitant hoch sind, wie an den „Büdchen“ (so würde man wohl in Düsseldorf sagen), haben wir uns dort mit Getränken eingedeckt. Ich habe mit den Kindern draußen gewartet. Dort standen Paletten voll mit Mineralwasser, die der Chef des Ladens gerade entladen und in das Geschäft verbracht hat. Die Jungs haben spontan mitgeholfen, das Wasser auf einen Wagen umzuladen. Dafür gab es dann für alle drei eine Süßigkeit. Alltagsbegegnungen in Venedig.

Mittägliche Ruhe haben wir dann in dem Stadtteil Canareggio erlebt. Hier und da ist ein Venezianer von A nach B gegangen. Ansonsten hat man nichts von dem geschäftigen Treiben im Viertel San Polo und der Rialtobrücke mitbekommen. Herrlich.

Nora hat sich übrigens im Buggy fahren lassen. Sie war und ist in letzter Zeit nicht so gut zu Fuß und überhaupt gesundheitlich ein bisschen angeschlagen. Nach 2 Stunden Buggy fahren und sich die Treppen rauf- und runtertragen lassen hat sie gesagt, dass sie nicht mehr kann. Mama und Papa konnten aber noch. Zum Glück.

Es war einer der ganz heißen Tage unseres Urlaubs. Auf dem Campingplatz war es unerträglich heiß. Kein Lüftchen war zu spüren. Dafür war es in Venedig wirklich angenehm.

Markusplatz

Markusplatz

Wir haben uns ganz korrekt der Stadt angenähert. Wir sind von Punta Sabbioni mit dem Boot übergesetzt. Stilecht sind wir dann in der Nähe von San Marco gelandet. Das Boot legte leider etwas verspätet ab. Daher waren wir nicht ganz so früh in der Stadt, wie wir uns das gewünscht hatten. An einen Besuch von San Marco war nicht mehr zu denken. Die Schlange, abschreckend.

Die Spannung konnten die Kinder unter anderem deshalb halten, weil sie mit Gondeln- und Löwenzählen beschäftigt waren. Das waren zwei der Aufgaben, die Nadja ihnen gestellt hat. Das war eine gute Idee. Ein solches Rätselprogramm bietet sich sicher auch für andere Städtetrips mit Kindern an. Die Vorbereitung dafür muss gar nicht so aufwändig sein.

Der Rückweg durch die Stadt zum Anleger war dann doch Länger als gedacht. Das war vor allem den Menschenmassen geschuldet. Nadja ist mit der schlafenden Nora vorneweg gezogen, die Jungs im Schlepptau. Nur der älteste Junge konnte an einer besonders vollen Stelle nicht mehr folgen. Wir haben uns tatsächlich verloren. Gut, dass nur ich verlorenen gegangen bin. Ihr Lieben, wenn Ihr an einem Ort wie Venedig im Sommer unterwegs seid, passt 120% auf die Kinder auf. Wir konnten uns zum Glück zusammentelefonieren. Das Schiff habe wir dennoch verpasst.

Das hat dann doch noch für einige Tränen gesorgt. Auch hier: Die Ängste der Kinder muss man absolut ernst nehmen. Vor allem Tom war verzweifelt, dachte er doch, dass wir nun nicht mehr zum Auto kommen, da uns die anderen Boote nicht mitnehmen würden.

Aber das haben sie doch – und wir sind nach einem ereignisreichen und schönen Tag wieder auf dem Campingplatz angekommen.

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