„Ich will nicht Kindergarten, in Bickenbach bleiben!“ Nora klingt sehr verzweifelt, ja verängstigt, wenn sie diese für Erwachsenenohren recht lustige Stellungnahme abgibt.

Für sie ist Bickenbach ihr Zuhause, ihr Heim, ihr Revier. Bickenbach ist das Haus, in dem sie bislang einen großen Teil ihrer Zeit verbrachte, dort fühlt sie sich geborgen – und nur dort. Dass die Kita aus Erwachsenensicht auch in Bickenbach liegt, ist ihr egal. Ihr ist auch egal, dass liebevolle Erzieherinnen sich intensiv um sie kümmern in der Kita. Die ersten Wochen für ein Kind im Kindergarten sind einfach schwierig, vielleicht sogar psychisch brutal.

Ein Glubschi/Glupschi als Freund

Ein Glubschi/Glupschi als Freund

„Ich will nicht Kindergarten, nicht Kindergarten.“ Wieder weint Nora schon kurz nach dem Aufstehen. Was ist ihr Problem (eines ihrer Probleme)? „Angst vor den Kindern!“ Das ist eine ihrer Antworten. Sie hat Angst, sie ist im Stress. Nora wird in zwei Wochen drei Jahre alt. Sie hat also das Kindergarteneintrittsalter erreicht. Sie kann verbal Gefühle erläutern.

Kinder, die schon mit zwölf Monaten oder etwas früher oder eben auch etwas später in die Fremdbetreuung kommen, können das nicht. Die Standardgefühlsäußerungen werden von uns Eltern dann gern mit solchen Sprüchen abgetan: „Da muss sie halt durch. Sie wird sich schon daran gewöhnen. Es geht halt nicht anders.“

Auch Nora wird sich an den Kindergarten gewöhnen. Dennoch müssen wir alles tun, ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen. Ich will hier ein weiteres Mal ein Plädoyer für die Sicht des Kindes anbringen. Natürlich haben wir als Eltern unser Leben, unsere Verpflichtungen, unsere Zwänge. Wir haben aber auch Freiheiten.

De Kinder benötigen in diesem Prozess unsere Unterstützung, die sich in Liebe, Hingabe und Aufmerksamkeit äußern muss.

Interessanterweise sind dazu auch schon andere, etwas größere Kinder fähig. An dem Tag, als Nora, das erste Mal eine Stunde allein im Kindergarten war, ohne die Präsenz von Mama, hat Marc Nora seine Zuneigung gezeigt, indem er sie gelobt und geherzt hat. Er ging sogar soweit, ihr von seinem Taschengeld ein Glubschi zu kaufen. Nora liebt ihren neuen kleinen Freund. Bisher hat sie sich nicht auf ein Kuscheltier fokussiert. Jetzt hat sie einen kleinen stillen Partner, durch den sie ihre Lieben in fast allen Situationen ganz nah bei sich haben kann.

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