MonthOktober 2012

Kathrinchen Zimtstern auf großer Fahrt

Die drei Protagonisten des Buches "Kathrinchen Zimtstern"

Kathrinchen Zimtstern, Johann Knatterburg und Arthur Grimmbart - die drei Protagonisten des Buches von Bastian Backstein (Illustration: Gunter Springsguth).

Kürzlich ist ein sehr liebevoll geschriebenes und illustriertes Buch auf den Markt gekommen, das wir Euch besonders ans Herz legen wollen. Es gibt natürlich massenhaft Neuerscheinungen auf dem Kinderbuchmarkt – gerade ist ja erst die Buchmesse in Frankfurt zu Ende gegangen. Aber dieses Buch basiert auf einer ganz besonderen Idee: Es entführt den Leser und die kleinen Zuhörer nämlich in eine fantastische Welt rund um traditionelle erzgebirgische Weihnachtsfiguren. Das macht „Kathrinchen Zimtstern – Die Geschichte vom verschwundenen Engelchen“ natürlich zu einer perfekten Vorweihnachts- und Weihnachtslektüre. Dazu kommt noch, dass die Abenteuer des zauberhaften Wesens in 24 Kapiteln erzählt werden – das kommt Euch doch sicher bekannt vor.

Wir hatten nun die Gelegenheit, mit dem Autor des Buches, Bastian Backstein, zu sprechen. Es geht dabei um die Unterschiede zwischen Afrika und dem Erzgebirge, weihnachtliche Traditionen und den Begriff Heimat.

Bastian Backstein und ein Flachshaarengelchen.

Bastian Backstein mit einem Flachshaarengelchen aus den Werkstätten Flade, Olbernhau.

passionpapa.de: Bastian, was bedeutet Dir Heimat?

Bastian Backstein: Heimat ist für mich das Fleckchen Erde, an dem ich meine Wurzeln habe und das mich in meiner Kindheit geprägt hat. Selbst wenn wir später woanders ein Zuhause finden und uns wohlfühlen, bleibt eine spezielle Verbundenheit und Vertrautheit. Wenn ein Hesse in der Ferne seinen Äppelwoi trinkt oder ich mir als Sachse zu Weihnachten Räucherkerzen anzünde – dann ist das auch ein Stückchen Heimat.

In Hinblick auf das Buch – und für Kathrinchen – würde wohl eine ganz kurze Beschreibung ausreichen: Heimat ist hier der Ort, wo man hingehört und Freunde und Familie hat. Der Interpretation einer Tageszeitung, das es sich bei der Geschichte um eine „Liebeserklärung“ an meine Heimat handelt, würde ich noch hinzufügen wollen, dass es gleichzeitig auch eine Liebeserklärung an andere Kulturen, fremde Länder und das Reisen ist.

passionpapa.de: Kathrinchen Zimtstern geht ungewollt auf große Reise. Welche Bedeutung hat dieser Kontrast zwischen Erzgebirge und Afrika für das Buch? Inwieweit hat Kathrinchens Reise auch etwas mit Dir und Deinem Leben zu tun?

Bastian Backstein: Die Distanz und die Unterschiede zwischen Afrika und Erzgebirge spielen natürlich eine wichtige Rolle. Ein Erzgebirgsengel im Urwald – das passt für uns erst einmal nicht zusammen. Zunächst genießt Kathrinchen Zimtstern ja das Leben zwischen Palmen und Orchideen – problematisch wird es aber, als es kein Zurück zu geben scheint. Das Engelchen merkt, dass einem das schönste Paradies nichts nützt, wenn man einsam ist. Auch für Johann Knatterburg, den ängstlichen Nussknacker, spielt der Kontrast zwischen den Schauplätzen eine wichtige Rolle. Er muss sich seiner Furcht vor dem Fremden, dem Anderen, stellen und für seine kleine Freundin Neuland betreten.

Ein wichtige Erfahrung aus meinem Leben, die sich in Kathrinchens Reise widerspiegelt, ist der Fakt, dass man – egal, wo man auf dieser Welt ist – Freunde finden kann. Außerdem habe ich die Geschichte in Spanien geschrieben. Das war eine tolle Zeit und anders als Kathrinchen hatte ich auch kein Heimweh – aber im Dezember kam und kam einfach keine Weihnachtsstimmung auf. Eine kleine, augenzwinkernde Hommage an die Erzgebirgstraditionen fiel mir unter diesen Umständen sehr leicht.

passionpapa.de: Du beschreibst in Deinem Buch eine Vielzahl interessanter Charaktere. Es kommen Menschen vor, aber vor allem viele Holzfiguren. In welchen Figuren steckt mehr Menschliches?

Bastian Backstein: Die Holzfiguren Johann Knatterburg, Arthur Grimmbart oder eben Kathrinchen sind die Protagonisten des Buchs – von daher habe ich ihre Charaktere natürlich stärker ausgebaut und mich mit ihrer Entwicklung beschäftigt. Allerdings halte ich die „echten Menschen“ in dem Buch nicht für weniger menschlich. Der berühmte Schatzsucher Professor Schlumann beispielsweise hat zwar nur eine Nebenrolle, aber ich glaube, er ist eine interessante Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen.

passionpapa.de: Warum hauchst Du den Holzfiguren so viel Menschlichkeit ein?

Bastian Backstein: Viele Traditionen stammen aus einer längst vergangenen Zeit und haben auf den ersten Blick nur noch wenig mit der Lebenswirklichkeit von jungen Leuten zu tun. Außerdem kommen Traditionen oft auch sehr ernst und gediegen daher. Ich hatte Lust wieder für etwas mehr Frische bei den erzgebirgischen Holzfiguren zu sorgen. Sie wie Menschen agieren zu lassen – und noch dazu in einer modernen Umwelt – hielt ich den besten Weg. Im Grunde genommen haben die Figuren ja schon an sich etwas sehr Menschliches an sich und man braucht nicht so viel Fantasie, sich ihre Charaktere vorzustellen. Polternde Nussknacker, chillige Räuchermännchen – das lag alles relativ nah – und ich brauchte mir nur noch vorstellen, wie sie sich mit all ihren Schrullen in bestimmten Situationen wohl verhalten würden.

passionpapa.de: Welche Bedeutung haben die traditionellen erzgebirgischen Figuren für Dich ganz persönlich? Welche Erinnerung an diese Figuren sind für Dich ganz besonders präsent?

Bastian Backstein:Für mich gehören Nussknacker und Co. untrennbar mit Weihnachten zusammen. Selbst wenn ich das Fest im Ausland verbringe, was schon öfters vorgekommen ist, gehört mindestens ein Räuchermann mit ins Gepäck.

Besonders präsent sind für mich vor allem zwei Erinnerungen: Die erste beschreibe ich in dem Buch recht ausführlich. Es ist dieser ganz besondere Zauber, den ich als Kind gefühlt habe, wenn man Anfang Dezember die Weihnachtskartons mit den Figuren vom dunklen Dachboden holte und dann damit die Wohnung schmückte. Die zweite ist das wohlige Gefühl, wenn man bei Kerzenschein am Wohnzimmertisch sitzt, sich die Pyramide dreht, der Räuchermannqualm langsam an die Decke zieht – und jemand eine Geschichte vorliest.

passionpapa.de: Welche Botschaft beinhaltet Dein Buch ganz speziell für Kinder, welche Botschaft steckt für Erwachsene darin?

Bastian Backstein: Ich glaube nicht, dass sich die Botschaften an die Kinder sich von denen an die Erwachsenen stark unterscheiden. Eine wichtige Idee hinter Kathrinchens Abenteuer ist, dass Europa von seiner Vielfalt und Buntheit lebt. Und das Wertschätzung eigener Tradition und Offenheit für andere Kulturen kein Widerspruch ist. Ganz salopp hätte ich auch formulieren können: „Kommt raus dem Tal. Keine Angst vor dem Neuen.“ Aber auch: „Vergesst eure Wurzeln nicht!“

Illustration aus dem Buch Kathrinchen Zimtstern von Gunter Springsguth.

Illustration aus dem Buch Kathrinchen Zimtstern von Gunter Springsguth.

Ein paar weitere Botschaften ergeben sich dann doch aus den Charakteren: Der ängstliche Nussknacker Johann Knatterburg, der noch nie eine Nuss geknackt hat, zeigt beispielsweise, dass man auch dann ein Held sein kann, wenn man eher still und zurückhaltend ist. Und Arthur Grimmbart beweist, dass Abenteuerlust keine Frage des Alters ist. Außerdem spielt Freundschaft natürlich eine ganz große Rolle in der ganzen Geschichte – über Ländergrenzen hinweg.

Letztendlich muss ich aber auch feststellen, dass ich beim Schreiben des Buches gar nicht so sehr an Botschaften gedacht habe. Ich wollte vor allem eine Geschichte, die große und kleinen Leser gut unterhält – und eine Weihnachtsgeschichte, die eine gute Adventsstimmung verbreitet, trotzdem nicht allzu kitschig ist und vor allem für Schmunzler sorgt.

passionpapa.de: Wird Kathrinchen Zimtstern ein weiteres Mal auf große Fahrt gehen, oder wird es vielleicht der Pflaumentoffel, Arthur Grimmbart oder einer der Nussknacker sein?

Bastian Backstein: Ob es Kathrinchen oder jemand anderes ist, mag ich nicht verraten. Aber ja: weitere Abenteuer aus der – ich nenne das jetzt mal Backstein-Welt – wird es geben oder besser gesagt gibt es schon. Die Geschichte von Kathrinchen Zimtstern blieb ja relativ lange unveröffentlicht, wanderte aber schon seit 2004 von Grundschule zu Grundschule bzw. wurden von Freunden und Bekannten gelesen. Genau dasselbe geschieht mit einer anderen Geschichte, die es schon gibt. Und das neueste Abenteuer ist gerade erst fertig geworden und steht jetzt kurz vor der Premiere (im kleinen Kreis). Ob es diese Geschichten auch wie „Kathrinchen Zimtstern – Die Geschichte vom verschwundene Engelchen“ in den Buchhandel schaffen, weiß ich noch nicht. Lassen wir uns überraschen.

passionpapa.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Wer Bastian Backstein und Kathrinchen Zimtstern einmal live erleben möchte, hat dazu am 17. November in Bad Nauheim die Gelegenheit. Um 14 Uhr liest der Autor dann in der Buchhandlung am Park, Aliceplatz 3&4, aus seinem Werk vor.

Hier nochmal die wichtigsten Daten zum Buch: „Kathrinchen Zimtstern – Die Geschichte vom verschwundenen Engelchen“; geschrieben von Bastian Backstein, illustriert von Gunter Springsguth, erschienen im Husum Verlag. 120 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, Format 22×22 cm, Preis: 19,95 Euro. http://www.kathrinchen-zimtstern.de

Flattr this!

Kinderschuhe: Süß, funktional, fußgerecht?

Der Kauf von Kinderschuhen ist eine kleine Wissenschaft, die man erst einmal blicken muss. Die ersten Erlebnisse zeigen die Naivität junger Eltern. „Ich gehe mal eben Schuhe kaufen…“ Angekommen im ersten Schuhladen gibt es genau zwei relevante Paar zur Auswahl. Doch damit nicht genug. Wer schon einmal das Mega-Event genossen hat, in einem Schuhgeschäft dem Knirps etwas anzuprobieren, der weiß, wie spannend der Schuhkauf mit dem Sprössling ist.

Kinderschuhe: Süß - und auch fußgerecht? Foto: Emu Australia

Kinderschuhe: Süß - und auch fußgerecht? Foto: Emu Australia

Wasserabweisend sollen sie sein, mit gutem Fußbett, am besten mit Klettverschluss und leicht anzuziehen, ohne dass sich die Kinderschuhe bei nächster Gelegenheit vom Kind trennen. Gute Beratung ist hilfreich – aber genau so selten. In Düsseldorf haben wir bislang exakt einen Schuhladen ausgemacht, dessen Besuch sich mit Kind lohnt: Dengler Schuhe auf der Kölner Landstraße. Online gab’s bislang eher Pantoffeln oder andere unkritische Fußkleider zu bestellen. Dabei finden sich in zahlreichen Webshops ganz vorzügliche Modelle. Allein: Passen diese dann auch? Und wie läuft der Spross dann in dem Schuhwerk?

Ernie in Sandalen. Foto: Passionpapa

Ernie in Sandalen. Foto: Passionpapa

Ob die Schuhe fußgerecht sind, lässt sich bei allen Kinderschuhen schwerlich abschätzen. Es gilt hier wohl, auch ein bisschen auf die Hersteller zu vertrauen und auf Qualität zu setzen. So lautet eine Binsenweisheit ja, dass man Jeans, Bodys oder Jacken durchaus gebraucht kaufen kann – Schuhe aber immer neu kauft. Funktional waren bislang die meisten unserer Shopping-Beuteteile. Und wenigstens eines kann man immer beeinflussen: Dass die Schühlein auch süß ausfallen.

Auf der Schuhmesse GDS in Düsseldorf sehen wir immer Massen von tollen, niedlichen Kinderschühchen. Doch dann schränkt sich das Angebot ein. Im Schuhladen gibt es wenige Modelle, die in Frage kommen – mit Klettverschlüssen bestenfalls, in denen der Kleine gut gehen kann. Zumeist bleibt ein Paar, das in den Relevant Set fällt. Eine Auswahl wie bei Basketball-Spielern mit Schuhgröße 46 eben…

Flattr this!

Gesucht: Die Alternative zum Geschwisterkinderwagen

Die Sache mit dem Kinderwagen ist ja schon eine Wissenschaft für sich. Wir haben Modelle ausprobiert, gekauft, wieder verkauft, Alternativen gekauft und noch immer nicht den perfekten Wagen gefunden. Aber jetzt stellt sich eine ganz neue Herausforderung: Wie denn bitte soll man zwei Kinder transportieren? Die Nummer mit Kinderwagen und Tragetuch ist weder rückentauglich noch für alle Parteien bequem. Der eine kann noch nicht laufen – der andere noch nicht so weit. Außerdem möchte man ja auch einmal wahlweise ein Kind kurz fixieren, um sich dem anderen widmen zu können.

Geschwisterkinderwagen von ABC Design

Geschwisterkinderwagen von ABC Design

Eine erste Recherche liefert magere Erkenntnisse. Da gibt es die Geschwisterkinderwagen. Wer so ein Ding mal im Einsatz gesehen hat, der weiß: Mit der Straßenbahn braucht man überhaupt nicht versuchen zu fahren. Denn wenn einer der zwei für Kinderwagen vorgesehenen Stellplätze belegt ist, dann heißt es: Auf die nächste Bahn warten. Jüngst sah ich eine Frau beim mühsamen Versuch, ihren Geschwisterkinderwagen über den Bürgersteig zu manövrieren. Mal abgesehen davon, dass die Kleinen in so einem Teil aussehen wie gepresste Ölsardinen, scheint dies keine Lösung zu sein. Schließlich geht es nicht um Zwillinge in einem Zwillingswagen, sondern um den Transport von Baby plus Zweijährigem.

Fahrradanhänger und Doppelsitzer zum Schieben von Chariot.

Fahrradanhänger und Doppelsitzer zum Schieben von Chariot.

Eine Alternative, mit der sich einige findige Eltern hervortun, ist der Fahrradanhänger, der zum Doppel-Kinderwagen umfunktioniert wird. Der Vorteil: Man kann das Teil auch nach drei Monaten noch nutzen, wenn man es nicht mehr schiebt, sondern hinter den Drahtesel montiert. Aber auch hier gibt es identische Fragezeichen: Passt so ein Ding in die Straßenbahn? Ist es ausreichend gefedert? Vertragen sich die beiden Minis nebeneinander in einem solchen Gefährt? Momentan herrscht bei uns – wie so oft in Sachen Anschaffungen – etwas Ratlosigkeit. Was nicht in Frage kommt – aber schon im Bekanntenkreis vorgeschlagen wurde: Das Gängelband – verniedlichend auch „Lauflernhilfe“ getauft. Das gab es im Mittelalter und da gehört so eine Hundeleine ehrlich gesagt auch hin.

Und ja: Wir sind für jeden Tipp höchst dankbar.

Flattr this!

Spitze Gegenstände

Alles was gefährlich ist – so scheint es – übt bei Zweijährigen eine unglaubliche Faszination aus. Das beginnt beim Backofen, den man ja probiert anzufassen, obwohl es verboten ist. Und es geht weiter über jegliche Form von Messern. Küchenmesser, Brotmesser, Heckenschere, Rasierklingen, Apfelschälmaschine. Überall dort, wo der Gegenstand spitz wird, da leuchten die Augen und es heißt: „Einmal die Schere haben!“

Messer, Gabel, Schere, Licht... Foto: segovax / Pixelio.de

Messer, Gabel, Schere, Licht... Foto: segovax / Pixelio.de

Aber was ruft diese Begeisterung hervor? Längst legen wir zum Mittagessen ein Kindermesser dazu, damit der Kleine selbst sein Fleisch schneiden kann. Das „Verbotene“ kann es also nicht sein. Gewiss – einige Dinge sind tabu. Etwa der Handrasierer oder das scharfe Fleischmesser. Und dennoch: Gibt es auf dem Balkon zwei Plastik-Schüppchen und eine spitze Metallschaufel für die Balkonblumen, so können wir sicher sein, dass letztere zum Objekt der Begierde avanciert.

Scheren sind ein Riesenthema. Und Bügeleisen – aktuell noch genannt „Gügeleisen“. Wer dies kurz haben darf, muss von unendlichem Glück beseelt sein. Allein: Wenn die Schere dann einmal bei der Pediküre zum Einsatz kommt, dann ist der Coolness-Faktor doch ganz schnell dahin. Und vor dem Thema Kerze, da herrscht dankenswerterweise noch eine gehörige Portion Respekt.

Flattr this!

Zahnen in der zweiten Reihe

Tom ist unser Mann für alle Fälle. Vor allem für Überraschungen jeglicher Art.

Ich habe schon einmal über Zähne, Zahnen, Zähne kriegen berichtet. Damals ging es auch darum, dass es Frühzahner und dann eher Normalzahner gibt. Marc gehört zur ersten Sorte und hat schon mit 4 seine ersten Milchzähne abgeben müssen. Tom entwickelt sich jetzt zum Schulkind – im kommenden Jahr ist es so weit – und pünktlich kommt Bewegung in seine Mundhöhle.

Doppelte Zahnreihen

Doppelte Zahnreihen

Aber eben nicht so, wie man das kennt. Wackelzahn und raus damit, Platz machen für das Neue. Nein, bei Tom muss es selbstverständlich anders sein. „Ich brauche keinen Platz, ich komm einfach raus“, dachte sich die erste Schneidezahn unten. „Interessiert mich doch nicht, wenn die ollen Dinger keinen Platz machen wollen.“ Dafür geben sich die Neuen im Mund dann auch mit der zweiten Reihe zufrieden.

Der Zahnarzt übrigens ist informiert. Wenn sich nämlich gar nicht tun würde, muss man auch mal ein bisschen nachhelfen. Das scheint aber nicht möglich zu sein. Den Ersten wird es jetzt wohl doch zu eng. Das Wackeln hat begonnen. De Schule kann dann auch kommen.

Flattr this!

Kuscheltiere zum Liebhaben und für die Kuscheltiertonne

Ich selbst hatte in meiner Kindheit ein Lieblingskuscheltier. Es war ein kleiner Hase und ich kann mich leider nicht mehr an seinen Namen erinnern – so angestrengt ich auch darüber nachdenke. Unserem Sohn haben wir irgendwann ein Krokodil geschenkt – und er hat seinen „Kroko“ als Liebling angenommen. Jeden Abend, wenn er ins Bett soll, fragen wir ihn: Wo ist denn der Kroko? Und er antwortet: „In der Heia“ – und wird dann zu ebendiesem gelegt.

Kuscheltiere: Zum Liebhaben und für die Kuscheltiertonne

Kuscheltiere: Zum Liebhaben und für die Kuscheltiertonne

 

Es gibt noch eine Reihe weiterer Favoriten. Ernie und Bert zum Beispiel, die es auch ins Kinderbettchen geschafft haben – ein Schaf, ein Elefant, der auch gern gemeinsam mit Sohnemann und einem Plastikrasenmäher in der Wohnung den Rasen stutzt. Doch so viele Kuscheltiere wie hier auch gern Verwendung finden – es ist nur ein Bruchteil dessen, die wir besitzen.

Die Qualität wiederum fällt höchst unterschiedlich aus. Nur wenige Kuscheltiere haben wir selbst gekauft, viele wurden geschenkt, manche gab es sogar als Werbegeschenk. Sicherlich setzen viele auf Kuscheltiere von Steiff, wir haben eine Reihe weiterer hochwertiger Tierchen, was sich erst im Laufe der Zeit bemerkbar macht. Zum Beispiel bei der dritten Waschung in der Waschmaschine. Es gibt Exemplare, die verlieren schon vor der ersten Dusche ihr Fell, was natürlich gerade für Babys höchst nachteilig ist. Die wandern nicht in die Kuscheltier- sondern direkt in die Mülltonne.

Überhaupt gibt es einige Nachteile von Kuscheltieren: Man kann kaum etwas mit ihnen anfangen. Mit Legos, da lässt sich in immer neuen Varianten spielen. Auch mit Autos kann man sich immer gut beschäftigen. Ein neuer Favorit ist auch bunte Knete. Nur die Kuscheltiere, die wandern entweder ins Bettchen oder auf den großen Haufen. Und so gibt es bei uns den einen Berg oben auf dem Schrank, auf dem sich die Tierlein tummeln, die in keine Tonne passen. Dann gibt’s die große Tonne, in der all die Exemplare ihren Aufenthalt fristen, die einfach nicht zum Einsatz kommen. Und schließlich diejenigen, die zwar zu schade zum Wegwerfen sind, aber irgendwie doch überflüssig. Sie ziehen in eine Plastiktüte in den Keller.

Das mag erneut sehr undankbar klingen, aber im Laufe eines Kinderlebens kommt so einger Rummel zusammen.

Eine Herausforderung stellt sich für uns dennoch: Der erstgeborene hat ein Krokodil auf seiner Kuscheldecke, Kroko als Lieblingstierchen und irgendwie zieht sich das Krokodil auch als Lieblingstier durch sein junges Kleinkindleben. Dazu gesellt sich das Schaf, an dessen Schwanz man ziehen kann, um eine Einschlafmelodie zu hören. Aber der Zweite – der hat noch kein Lieblingstier. Seine Krabbeldecke zeigt einen Elmo. Auf seinem Shirt prangt Kermit und im Laufstall gibt’s den klassischen Teddybär. Dies zu Vereinheitlichen wird das Projekt der kommenden Wochen sein…

Flattr this!

© 2020 passionpapa

Theme by Anders NorenUp ↑