Die Frage, wie viel Spielzeug ein Kind braucht, um glücklich zu sein, stellt sich spätestens in folgender Situation: Wir suchen die Lok von der Duplo-Eisenbahn, die in einer der fünf überkindergroßen Legostein-Kisten sein könnte – aber nicht zwingend dort sein muss. Werkzeugkasten, Holzbau-Flughafen, Musikinstrumente, Puzzle, Knete, Malbuch, Kinder-Fahrzeuge. Die Liste der Spielzeuge ist lang. Was soll man aber tun, wenn sich der Sproß für etwas Neues wirklich begeistert?

Kinderregenschirm, Modell Sau-Bär, bei DM.

Kinderregenschirm, Modell Sau-Bär, bei DM.

Das Bügelbrett, das wir gestern erstanden haben, wird zumindest rege genutzt. Schon wochenlang wurde im Kindergarten immer mit dem „Gügeleisen“ auf dem „Gügelbrett“ erstmal eine Viertelstunde gegügelt, bevor es in die Gruppe ging. Das Fahrrad, das auch Pedale hat und nicht nur wie so ein blödes Laufrad ausschaut, ist längst bei Oma und Opa für Xmas eingebrieft. Für den Spielplatz gibt es inzwischen eine Maurerausrüstung, bei der sich mancher Bauarbeiter eine Scheibe abschneiden kann. Aber manchmal fragt man sich dann: „Warum zum Geier braucht er denn genau das jetzt auch noch?“

Ich weiß nicht einmal, wie unser Zweijähriger drauf gekommen ist, aber ein Künder-Regenschürm musste her. Bei jeder Einkaufsfahrt – bei jeder Frage im Supermarkt: „Was möchtest du einkaufen?“ – hieß es einhellig: „Einen Künder-Regenschürm“. Und dabei können Kinderaugen so dermaßen leuchten, dass Papa sich dann auf die Suche macht. Zu viel Spielzeug hin oder her.

Auf geht’s also in die Stadt. Die Billigläden wie Woolworth – wo ich so ein Ding vermutet hätte – lassen einen buchstäblich im Regen stehen. Der Kleine fragt die Verkäuferin erwartungsvoll selbst: „Ich brauche eine Künder-Regenschürm!“ – „Einen Kinderriegel?“ – antwortet die irritiert. Die Enttäuschung ist riesig. Auch Rossmann ist keine Hilfe. Hier gibt es zwar jede Menge Kinderkrempel und auch die wohl günstigsten Windeln in Sondergröße 5-Plus, aber das Objekt der Begierde fehlt im Sortiment. Immerhin weist die freundliche Kassiererin den Weg zu DM. Und dort steht gleich im Eingangsbereich ein großer Aufsteller mit Schirmen – und auch mit bunten kleinen Schirmchen mit rosafarbenem oder orangenem Griff von Sau-Bär. Er strahlt (gemeint ist nicht der Schirm).

Auf dem Weg heim ist der Regenschirm aufgespannt. Natürlich regnet es nicht. Zuhause angelangt schützt der Regenschirm vor möglichem plötzlichen Wassereindringen auch auf der Wickelkommode. Nur ins Bett ist er nicht geschlüpft.

Morgen erstehen wir einen Kaufladen mit viel Zubehör.

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