MonthJanuar 2013

Ei Pääd bielen

Apple-Kids

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„Darf ich Ei Pääd bielen?“ – es gibt Zeiten, da höre ich diese Frage zigmal am Tag. Fast genau so oft sage ich dann: „Nein, jetzt nicht!“ Worauf Nora erwidert: „Aber ich liebe Ei Pääd.“ Und damit meint sie auch das iPhone. Die Größe des Spielgerätes ist ihr nämlich egal.

In jedem Papa-Blog muss irgendwann darum gehen, wie schnell und perfekt die lieben Kleinen den Umgang mit technischem Spielzeug lernen. Ich kann mich diesem Mainstream nicht entziehen.

Neulich hat mir meine Mutter erzählt, dass Nora meinem Väter in die Fernbedienung des Fernsehers hinein diktiert hat, dass er Kika einstellen solle, mit der Tastenkombination 262, bitte.

Wenn wir in Museen sind, in denen es multimedial aufbereitete Inhalte auf entsprechenden Geräten gibt, ist sie die erste, die mit gekonnt weil geübten Gesten, Bewegung und Veränderung auf den Bildschirmen schafft. Lustig ist natürlich immer wieder, wenn sie auf einen Bildschirm aus dem vergangenen Jahrtausend trifft, der partout nicht auf Gesten reagieren will.

Ja, es ist erstaunlich, dass Kinder tatsächlich beweisen können, dass eine intuitive Touchsteuerung wirklich intuitiv ist. Das zeigt: Ingenieure und Techniker machen vieles richtig. Bessere Tester als drei- oder vielleicht sogar schon zweijährige Kinder gibt es dafür wohl nicht.

Das technische Verständnis ist ausgeprägt. Doch manchmal kann man die kleine Füchsinnen aber dennoch austricksen. Wenn die drei Männer mal wieder in einer Wii-Session Mario und Luigi durch die Gegend scheuchen, dann möchte sich natürlich auch Nora einbringen. Und noch kann ich ihr einem solchen Fall einen PS3-Controller in die Hand drücken, auf dem sie dann munter die Tasten betätigt, in der Überzeugung, die Macht über eine der Spielfiguren zu haben. Ich befürchte: Auch diesen Trick werde ich nicht mehr sehr lange anwenden können. Dann wird wohl auch noch eine vierte Fernbedinung für die Wii in unser Haus einziehen müssen.

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Kurz vor dem Loben

Eine der seltenen Rodelpartien in diesem Winter.

Eine der seltenen Rodelpartien in diesem Winter.

Heute früh war ich drauf und dran eine Lobeshymne auf den Winter zu schreiben, nachdem ich ihn im letzten Post verteufelt hatte. Ich dachte tatsächlich: Mein Schimpfen hat sich ausgezahlt. Kalt seit Tagen, ausreichend Schnee, um ein bisschen darauf zu rodeln. Da hab ich doch glatt ein Foto gemacht, das die Stimmung auch rüberbringen sollte.

Am Nachmittag habe ich dann gehört, dass es noch weiter im Südwesten Deutschlands ein Chaos wegen des Eisregens geben soll. Die Menschen sind dort mit Schlittschuhen auf Landstraße unterwegs gewesen. „Das wird sich doch hier nicht auch so entwickeln?“, dachte ich noch…

Eine Stunde später war ich schlauer. Wir wollten uns gerade nach draußen begeben, um den Schnee ein wenig zu genießen – doch es regnete in Strömen. Ganz erstaunliche Effekte ergeben sich seitdem an Geländern und Bäumen und Sträuchern. Das ist die nette Seite des Horrorwetters. Wenn ich gerade hier aus dem Fenster schaue, könnte ich weinen. Es gießt noch immer. Die Bürgersteige vereist. Unser Rodelhügel – ein Schatten seiner selbst. Die Kinder bei Laune halten, fällt einem an einem solchen Tag nicht gerade leicht, wenn man sie nicht über Stunden Fenseher und Videospielen überlassen will. Es fehlt Bewegung die Zeit draußen.

So bleibt mir nur, dann doch noch einmal über den Winter zu schimpfen. Vielleicht hilft es diesmal wirklich.

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Verkorkster Winter

Es kommt im Jahr sicher nur fünf Mal vor, dass ich schlecht schlafe. Ausgenommen sind selbstverständlich jene Nächte, in denen die Störungen von außen, in Form von kleinen Nachtgespenstern, an mich heran getragen werden. Die vergangene Nacht jedoch war eine dieser fünf Nächte.

Sonnenuntergänge wie diesen gab es in diesem Winter nur selten.

Sonnenuntergänge wie diesen gab es in diesem Winter nur selten.

Ich glaube, dass daran unter anderem der verkorkste Winter schuld ist. Okay, der Winter wird noch einige Wochen andauern. Aber dieses milde und trübe Wetter ist unerträglich. Die wenigen Pseudo-Schneetage in unserer Gegend Anfang Dezember zählen nicht. Es fehlt an Frost, Sonne und natürlich irgendwie auch Schnee. Da allerdings sind die Erwartungen bei uns nicht ganz so groß.

Die Kinder werden auch um viele nette Erlebnisse draußen gebracht. Der Körper kann kein Vitamin D bilden, die Seele beginnt zu verkümmern, die Laune ist so nicht gerade die beste.

Seit gestern fliegen in Deutschland schon wieder Pollen – das ist eine Horrorvorstellung. Experten warnen schon heute davor, dass es in diesem Jahr eine übergroße Menge an Haselnuss- und Birkenpollen geben wird. Das ist eine kleine Katastrophe für ein Haus voller Allergiker – natürlich tue ich mit vor allem selbst leid.

Auch wenn es umsonst sein sollte: Ich freue mich auf die nächste Frostperiode. Angeblich erhält der Winter in den kommenden Tagen eine Chance – hoffentlich kann er sie nutzen. Vielleicht kommt die Pollenproduktion dann doch noch ins Stocken. Auch für die Vernichtung von Viren und Bakterien ist der Frost gut. Also, Winter, auf geht’s!

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Die Zeit als Wert

Es ist natürlich Blödsinn. Aber, wenn ich hier nun sitze und diese Zeilen schreibe, habe ich das Gefühl, dass das Jahr 2013 überfallartig über mich hereingebrochen ist. Ist es natürlich nicht. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass die vergangenen zwei Wochen im Rückblick nicht so verlaufen sind, wie ich mir das vorgestellt habe.

Weihnachten war irgendwie doch wieder ziemlich zerfahren, mit all den Aufenthalten bei Familie und Freunden. Und die Zeit nach Weihnachten ist wie im Raketenflug vergangen. Wahrscheinlich bin ich auch unzufrieden mit mir. Ich habe mir weniger Zeit für die Kinder genommen als ich selbst erwartet habe.

Aber stimmt das wirklich? Marc hat am vergangenen Wochenende ein Fußballturnier gespielt, wir waren in Speyer, in der sehenswerten und inspirierenden Ägypten-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz, zum Jahresabschluss am Silvestertag haben wir einen schönen und langen Spaziergang durch unser Dorf gemacht. Zwischendrin haben wir ein paar Stunden mit Mario an der Wii verbracht, haben das eine oder andere Gesellschaftsspiel gemacht, mit Tom habe ich eine Theke für den Kaufladen gebaut.

Ein paar Punkte hätte ich noch für die Liste. Und trotzdem bleibt ein fader Geschmack zurück, wenn ich an die vergangenen Tage denke. Wahrscheinlich hat das doch damit zu tun, dass man an diesen Tagen im Jahr dazu neigt, sich zu viele Gedanken über das Gewesene und Werdende zu machen. Der Geist befindet sich in einem aufgewühlten Zustand. In den Gedankenstrudel wird hineingerissen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Insgesamt bin ich doch froh, dass ich diese Überlegungen anstellen kann. Ich hoffe, dass mich das davor bewahrt, die wichtigsten Menschen um mich herum zu vernachlässigen und zu wenig Zeit mit ihnen zu verbringen.

Damit ist ja auch schon wieder der erste Plan für das frische Jahr gefasst.

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