Die Zeit als Wert

Es ist natürlich Blödsinn. Aber, wenn ich hier nun sitze und diese Zeilen schreibe, habe ich das Gefühl, dass das Jahr 2013 überfallartig über mich hereingebrochen ist. Ist es natürlich nicht. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass die vergangenen zwei Wochen im Rückblick nicht so verlaufen sind, wie ich mir das vorgestellt habe.

Weihnachten war irgendwie doch wieder ziemlich zerfahren, mit all den Aufenthalten bei Familie und Freunden. Und die Zeit nach Weihnachten ist wie im Raketenflug vergangen. Wahrscheinlich bin ich auch unzufrieden mit mir. Ich habe mir weniger Zeit für die Kinder genommen als ich selbst erwartet habe.

Aber stimmt das wirklich? Marc hat am vergangenen Wochenende ein Fußballturnier gespielt, wir waren in Speyer, in der sehenswerten und inspirierenden Ägypten-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz, zum Jahresabschluss am Silvestertag haben wir einen schönen und langen Spaziergang durch unser Dorf gemacht. Zwischendrin haben wir ein paar Stunden mit Mario an der Wii verbracht, haben das eine oder andere Gesellschaftsspiel gemacht, mit Tom habe ich eine Theke für den Kaufladen gebaut.

Ein paar Punkte hätte ich noch für die Liste. Und trotzdem bleibt ein fader Geschmack zurück, wenn ich an die vergangenen Tage denke. Wahrscheinlich hat das doch damit zu tun, dass man an diesen Tagen im Jahr dazu neigt, sich zu viele Gedanken über das Gewesene und Werdende zu machen. Der Geist befindet sich in einem aufgewühlten Zustand. In den Gedankenstrudel wird hineingerissen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Insgesamt bin ich doch froh, dass ich diese Überlegungen anstellen kann. Ich hoffe, dass mich das davor bewahrt, die wichtigsten Menschen um mich herum zu vernachlässigen und zu wenig Zeit mit ihnen zu verbringen.

Damit ist ja auch schon wieder der erste Plan für das frische Jahr gefasst.

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2 Comments

  1. Ich finde, die Herumreiserei während den Feiertagen frisst unheimlich viel Ruhe. Dadurch wirkt alles oft viel hektischer als es tatsächlich ist. Ansonsten klingt es so, als hättet ihr viele schöne Dinge zusammen erlebt. Also kein Grund ein schlechtes Gewissen zu haben 🙂

  2. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Nach nun fast zwei Monaten zuhause, geht es nun wieder los im neuen Job und ich habe das Gefühl, ich hätte die zwei Monate vergeudet und zu wenig Zeit mit unserer kleinen Maus verbracht.
    Wenn ich mich dann aber hinsetze und in Ruhe zurückdenke, stimmt es gar nicht. Es ist bei der Zeit mit Kindern einfach so, wie bei all den anderen Dingen im Leben, die Spaß machen: Man hat das Gefühl, man hätte viel zu wenig zeit dafür aufgewendet. Und meist spielt uns unsere Erinnerung nur einen bösen Streich…

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