Von Liebe und Entwicklung

Das kennt Ihr sicher auch. Wenn eure Kinder einmal etwas kränker waren und sie sich wieder auf dem Weg der Besserung befinden, stelle ich oft ein verändertes Verhalten fest. Manche sprechen auch von Reifung, um den Ganzen eine positive Tendenz zu verpassen. Gerade aus der Ecke der Impfgegner – nein ich will hier jetzt keine ideologisch geprägte Diskussion vom Zaun brechen – kommt dieser Hinweis, der als ein Grund für ihre Entscheidung angeführt wird.

Zuwendung beim Spiel.

Zuwendung beim Spiel. Tom spielt mit seinem Cousin.

Wir, ganz individuell, tun alles dafür, um Krankheiten unsere Kinder zu verhindern. Und doch kommt man nicht immer drumherum. Jetzt war gerade wieder eine solche Phase. Die Drei waren nacheinander krank. Es war wohl ein grippaler Infekt, der bis zu eine Woche Fieber bis zu 40 Grad im Gepäck hatte. Am stärksten und langwierigsten hat es Tom erwischt. Und tatsächlich lässt sich bei einem ein geändertes Verhalten feststellen.

Doch woher kommt dieser Effekt? Ich glaube nicht, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Krankheitserreger und Entwicklungsschub gibt. Für mich liegt klar auf der Hand: Das Kind kann sich entwickeln, weil es während der Krankheit bedingungslose Zuwendung und Liebe erfährt. Ganz intuitiv reagieren Eltern, wenn ihre Kinder an einer Krankheit leiden. Die Bindung wird gestärkt. Auch Eltern gehen positiv entwickelt aus der Krankheit ihrer Kinder heraus. Das kommt von der intensiver erlebten Beziehung zum Kind.

Einen ganz kleinen Teil des Effekts schiebe ich darauf, dass auch das Kind unbewusst erlebt, dass es sich in schwierigen Situationen bewegen und diese vor allem überstehen kann, mit Unterstützung von außen zwar, aber auch die eigene Leistung von Geist und Körper wirkt nachhaltig.

Was bedeutet das? Entwicklung ist nur möglich durch Zuwendung, Zeit und Liebe. Es wäre doch schön, wenn wir nicht erst auf die nächste Krankheit warten würden, um den nächsten Schub zu erleben.

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1 Comment

  1. Das wir Eltern manchmal den Eindruck gewinnen eine Krankheit des Kindes geht mit einem Entwicklungsschub einher, ist wohl eine Tatsache. Alles andere scheint mir jedoch spekulativ zu sein. Zunächst stellt sich die Frage: ist es tatsächlich so – oder nehmen wir nur die Entwicklung unserer Kinder in Krankheitsphasen deutlicher wahr? Bevor mal also darüber spekuliert warum Kinder in solchen Phasen einen Entwicklungsschub machen, wäre es interessant zu klären ob das überhaupt stimmt – oder nur unserer veränderten Wahrnehmung geschuldet ist.

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