Ein Freund von Marc hat angerufen. Er hat gefragt, ob Marc Lust hat, zum Spielen vorbei zu kommen. Von 14.30 bis 16.45 Uhr. Die Schwester sei gar nicht mehr so krank wie gestern.

Marc ruft mich in der Arbeit an. Meine Frau ist noch unterwegs und nicht erreichbar. Meine Mutter, die bei den Kindern ist, will die Entscheidung nicht treffen. Das ist korrekt.

Klar, ich bin natürlich auf diese überfallartige Frage nicht vorbereitet. Im Gehirn rattert es. Die Informationen werden geordnet. Unsere Kinder waren kürzlich alle erst einigermaßen krank, insgesamt drei Wochen. Krank? Welche Krankheit? „Fieber, 40 Grad.“ Na ja, was soll’s. Muss ja nichts schief gehen. Marc ist auch ein klein wenig angeschlagen. Was nun, was tun? Das Gehirn rattert weiter. Was hätte Mama gesagt? Sie hätte meine Meinung hören wollen. Das Ergebnis schließlich: Marc, bleib‘ lieber daheim, zu unsicher das Ganze. Aber jetzt bin ich gefragt. Meine Entscheidung: Marc, geh‘ ruhig, pass‘ gut auf Dich auf. Aber bitte nur bis 16.30 Uhr. Das reicht. Dein Freund muss dann ja noch zum Fußballtraining.

Marc äußert Unmut. Ich: „Sei doch froh, dass Du gehen kannst. Jetzt sei doch wegen der 15 Minuten nicht sauer. Es sind doch nur 15 Minuten.“

Und dann wird deutlich: Mit fadenscheinigen und nicht besonders gut durchdachten Argumenten kommst Du schon bei dem achtjährigen Jungen nicht mehr sehr weit. „Ja, eben, es sind doch nur 15 Minuten. Dann kann ich die doch auch noch dort bleiben. Du sagst doch selbst, dass es nur 15 Minuten sind.“ Der Unmut ist geblieben. Und mir die Gedanken zu dieser Episode.

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