Kurz vor Ausbruch des Frühlings, eigentlich auf den Tag des Ausbruchs genau, habe ich mir nochmals vorgenommen, mit den Jungs ins Kino zu gehen. Seit einigen Wochen läuft die Verfilmung des Kindermusicals/der Kinderbücher/der Hörspiele mit dem liebenswerten Antihelden Ritter Rost. Ein wandelnder Haufen Schrott, der nicht immer mit bestem Benehmen glänzt. Das mit dem Schrott ist gar nicht so schlimm, da ziemlich viele Schrott-Charaktere unterwegs sind.

„Ritter Rost – Eisenhart und voll verbeult“ ist ein Kinderfilm, ganz klar. Interessant sind dennoch die Reaktionen meiner Kinder. Eigentlich dachte ich, dass der Film für Marc vielleicht etwas langweilig sein könnte, war es aber gar nicht. Er war durchaus zufrieden mit dem Kinobesuch. Tom hingegen fand den Streifen zu traurig. Es geht natürlich um Freundschaft aber auch um Vertrauen und Vertrauensverlust, es geht um Ängste und Sorgen, ein ganz kleines bisschen geht es auch um Ruppigkeit und natürlich um Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit sowie Gut und Böse. Kinder haben da ganz unterschiedliche Antennen, wir eigentlich auch. Aber bei uns kommt dann doch ganz oft der Verstand und die Erfahrung ins Spiel. Und das verändert die Realität und die Wahrnehmung. Die Kinder spüren das Jetzt, sie sind achtsam und verschwenden weniger Gedanken an das, was war, oder das, was kommt.

Ich habe mir überlegt, welche Filmfigur Tom wohl am nächsten steht. Ich habe auf Burgfräulein Bö getippt. Heute Abend habe ich Tom dann gefragt. Und tatsächlich, Tom hat meine Vermutung bestätigt. Bö ist ein ganz liebenswertes Wesen mit Hang zur Selbstaufopferung. Doch alles lässt sie sich von Ritter Rost dann doch nicht bieten. Mit Ritter Rost hat Tom auch ein wenig gelitten. Vor allem, dass er kurzzeitig teilweise auseinander genommen wurde, hat Tom nicht geschmeckt.

Marc hat sich auf den treuen Begleiter von Ritter Rost, den Drachen Koks, festgelegt. Klar, nicht ganz im Vordergrund aufhalten, aber trotzdem ordentlich cool sein.

Mich hat der Film nur teilweise überzeugt. Die Handlung ist mir zu sperrig, sie wirkt sehr konstruiert – eben auf ein paar Highlights für den Film hingeschrieben. Wahnsinnig viel habe ich auch nicht gelacht – ein bisschen mehr als die Jungs vielleicht. Der Drache mit dem Doppelkopf mit rheinländischem Akzent (unter anderem von Tom Gerhardt gesprochen) war ganz lustig. Besonders gefehlt haben mir ein paar mehr Songs. Wer das Musical/die Hörspiele kennt, weiß, dass sie wirklich sehr geistreich sind – und vor allem den Kindern sehr viel Spaß bereiten. Ich glaube, dass sie den Kindern auch gefehlt haben.

Qualitätszeit mit meinen beiden Rittern war es dennoch – für ein intensives Erleben des Miteinanders ist ein Film und dessen Qualität tatsächlich zweitrangig.

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