Der Tag ist gemeistert, der Zweijährige schlummert und auch das Baby wurde weich gebettet. Nun beginnt die Zeit für sich selbst. Sollte man meinen. Denn häufig heißt es dann noch mindestens drei Mal: Bääääh! Und auch nach Tagesschau und der ersten Hälfte des Spielfilms, wenn die Eltern entkräftet selbst auf die Matratze krabbeln, gibt es manchmal noch keine Ruhe. Beim Baby fällt der Schnuller raus, es wacht auf – oder die drei Schritte am Babybett werden mit knallwachen Augen erwiedert. Wie viel Schlaf braucht ein Baby? Schlafexperte Jürgen Zulley, Professor an der Universität Regensburg, hat Procter & Gamble – Hersteller der Markenwindel Pampers – im Rahmen der Kundenaktion „Guten Morgen, Baby“ ein Interview mit einigen spannenden Antworten gegeben, das wir euch heute vorstellen und zur Diskussion stellen möchten.

Frage: Wie viel Schlaf braucht mein Baby?

Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley, Uni Regensburg.

Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley, Uni Regensburg.

Jürgen Zulley: Wie bei Erwachsenen fällt das Schlafbedürfnis auch bei Babys und Kleinkindern individuell aus. Es gibt Richtwerte, die der Orientierung dienen können. Kleinere Abweichungen sollten jedoch nicht überbewertet werden. Das Schlafbedürfnis von Kindern bis drei Monate liegt zwischen 16 und 18 Stunden. Babys im vierten und fünften Monat brauchen rund 14 bis 15 Stunden Schlaf. Zwischen sechs und zwölf Monaten schlafen Kinder etwa 13 Stunden plus zwei Stunden am Mittag. Und vom ersten bis zum vierten Lebensjahr schlafen Kinder in der Regel zwölf Stunden und nochmal zwei mittags.

Frage: Woran merke ich, dass mein Kind zu wenig Schlaf bekommt?

Jürgen Zulley: Nach einer erholsamen Nacht sind Babys tagsüber aufnahmefähiger, konzentrierter und aufgeschlossener für Neues. Ein unausgeschlafenes Baby ist dagegen morgens und tagsüber oft gereizt oder unruhig.

Frage: Warum ist ein erholsamer Schlaf in der Nacht für mein Baby wichtig?

Jürgen Zulley: Guter Schlaf ist die Quelle einer optimalen und gesunden Entwicklung von Babys. Wenn das Baby tief schläft, spielen sich in seinem Köpfchen alle Geschehnisse des Tages noch einmal ab und es lernt von diesen Interaktionen. Darüber hinaus werden nachts alle tagsüber erlebten Eindrücke, Geräusche und Bewegungen eingeordnet und gespeichert – Schlaf spielt also für das Lernvermögen eine wichtige Rolle. Schlechter Schlaf und Schlafmangel hingegen können auch das Immunsystem schwächen und Babys anfälliger für Krankheiten machen.

Frage: Was sind häufige Ursachen für einen gestörten Nachtschlaf bei Babys?

Jürgen Zulley: Die Gründe für schlechten Nachtschlaf sind vielfältig. Neben entwicklungsbedingten Schlafstörungen, beispielsweise während des Zahnens, liegen häufig beeinflussbare Faktoren zugrunde, wie etwa ein zu warmes Raumklima. Vor dem Zubettgehen sollte das Zimmer deshalb noch einmal gut gelüftet werden. Optimal ist eine Schlaftemperatur um 18 Grad Celsius. Bei Erwachsenen konnte gezeigt werden, dass ein trockenes Klima im Bett den Schlaf verbessert. Daher ist anzunehmen, dass auch Babys mit einem feuchten Hautgefühl schlechter schlafen. Deshalb ist auch eine trockene Windel eine wichtige Voraussetzung für eine erholsame Nacht.

Frage: Wie kann ich mein Kind optimal bei einer erholsamen Nachtruhe unterstützen?

Jürgen Zulley: Ein gesunder Schlaf beginnt mit einem geregelten Tagesablauf. Finden Sie eine ausgewogene Mischung aus Aktivität und Ruhephasen. Ergänzend dazu eignen sich Einschlafrituale hervorragend, um das Baby auf eine erholsame Nacht einzustimmen: Zum Beispiel Vorlesen. Auch am Morgen verhelfen Rituale Ihrem Kind zu einem perfekten Auftakt. Starten Sie gemeinsam in den neuen Tag. Mit Aktivitäten wie kuscheln, singen oder zusammen das Lieblingsbuch Ihres Babys durchblättern, können Sie den Morgen genießen und den Tag bestmöglich nutzen.

Schlafforscher Jürgen Zulley ist außerplanmäßiger Professor für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg, war Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitäts- und Bezirksklinikum Regensburg und arbeitet zudem als Buchautor und Schlafseminarleiter.

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