MonthAugust 2013

Tom und der nächste Schritt

Schultüte

Die Schultüte befindet sich noch in der Mache. Aber sie wird bis Dienstag fertig, ganz sicher.

Selbstverständlich bekommt Tom zu seiner Einschulung hier auch einen ganz eigenen Post.

Wahnsinn, unser kleiner Tom, der als ganz kleiner Tom für wahnsinnig viele durchwachte Nächte gesorgt hat. Drei Lungenentzündungen in den ersten Lebensmonaten. 41,7 Grad Fieber, immer mal wieder. Ängste, Nähe, Liebe. Dieser kleine Tom, der jetzt schon bald sieben Jahre alt wird, tritt in die nächste Lebensphase ein. Wir haben dann unser zweites Schulkind. Fast schon überrollt wird man vom Lauf der Zeit.

Der kleine Mann hat sich gerade im vergangenen Jahr wahnsinnig weiterentwickelt. Es ist schon erstaunlich, dass es tatsächlich so funktioniert, dass ein Kind, zwar nicht von heute auf morgen, aber doch recht zügig, von einem Kindergarten- zu einem Schulkind wird. Körper, Geist, Charakter, Körpersprache – alles ändert sich. Falsch, es ändert sich nicht alles. Alles geht in eine neue Phase über. Gerade beim Charakter gibt es doch sehr viel, was eine zementierte Beharrlichkeit aufweist. Unser Tom ist eben unser Tom. Eine seiner Konstanten: Er sorgt immer wieder für Überraschungen.

Da sind sich meine Frau und ich auch einig: Er wird immer für Überraschungen gut sein. Jeder macht sich so sein Bild von dem, wie sich das eigene Kind entwickelt. Das machen wir auch. Bei Tom wissen wir aber, dass die Ideen recht schnell überholt sein können. Toll, diese unvorhersehbaren Situationen, die sicher nie langweilig werden.

Tom freut sich mittlerweile wahnsinnig auf die Schule. Wir werden ihn dabei unterstützen, diese Freude zu behalten. Er wird seinen Weg machen, wie sein Bruder und seine Schwester. Wir geben ihm die Liebe und Zeit, die er benötigt, um diesen Weg zu gehen. Das nehmen wir uns vor – und sind guter Dinge, dass das gelingt. Lieber, alles Gute für dich und eine gute Zeit.

Flattr this!

Schulbeginn, schon wieder

Am 3. August 2011 habe ich unter der Überschrift „Hilfe, die Schule geht wieder los!“ über meine Ängste vor dem neuen Schuljahr geschrieben. Ich habe mir den Beitrag nochmal durchgelesen. Und ich dachte: Komm, ich mache einfach Copy, Paste.

Das mache ich natürlich nicht. Die Vorzeichen sind auch andere, die Befürchtungen sind ähnlich. Aber es mischt sich etwas dazu: Die Freude, dass jetzt auch Tom ein Schulkind wird. Er freut sich seit einiger Zeit sehr auf die Schule. Und das ist richtig schön.

Höhleneingang

Was erwartet mich im neuen Schuljahr? Die Frage stellen sich Schüler, aber auch Eltern. Ich fühle mich wie vor dem Eingang in eine Höhle - ich weiß nicht, was da kommt.

Klar, die Beschäftigung mit Schule, Inhalten, Bildung wird noch intensiver und komplexer. Die Endstufe ist selbstverständlich erst erreicht, wenn alle Kinder in die Schule gekommen sind. Nora hat aber noch zwei, drei Jahre Zeit. Und damit auch wir als Eltern.

Wenn ich aber ganz nah bei mir und meinen Gefühlen bleibe, baut sich schon ein wenig Stress in mir auf. Hier geht es aber eher darum, in der nächsten Zeit den Verführungen zu widerstehen, sich all zu sehr einzubringen. Ich musste für mich eine Entscheidung treffen. Das heißt Konzentration auf unsere Kinder und die Vorstandsarbeit im Förderverein. Kein Verzetteln, auf die Engagement-Bremse treten. Das ist besser für mich und für die Familie. Insofern, wenn ich mich zu nichts verleiten lasse, sollte ich ganz fokussiert und in gewisser Weise entspannt in die Schul-Zukunft blicken können. Aber an dieser Haltung arbeite ich noch. Ich habe noch vier Tage Zeit.

Flattr this!

Von Katharern und wilden Schluchten

Im Nachhinein war es doch ganz gut, dass wir nur für 10 Tage einen Standplatz auf dem Campingplatz in Argélès-sur-mer bekommen hatten. Danach war dann alles ausgebucht. Der Platz hat 850 Stellplätze, Mobilwohnheime eingerechnet. Wir wollten sowieso noch ein paar Tage in dem sehr reizvollen Hinterland und dann vor allem in den Gorges du Tarn verbringen.

Zu diesem Zweck haben wir zusätzlich zu unserem großen Zelt noch zwei kleine Wurfzelte mitgenommen, was sich sehr bewährt hat. Überhaupt hatten wir wahnsinnig viel Zeug dabei. Das bedeutete im Vorfeld: Die Investition in eine Dachbox wurde notwendig. Außerdem haben wir auch eine Kühlbox besorgt. Ein im wahrsten Wortsinn cooles Teil. Für Experten: Wir haben uns für eine Absorberbox entschieden und es nicht bereut. Aber genug der Technik.

Die Katharerburg Peyrepertuse

Die Katharerburg Peyrepertuse.

Wer sich im Languedoc aufhält, kommt um einen Besuch von Carcassonne nicht herum. Und das meine ich im besten Sinne. Entsprechend haben wir uns für einen kleinen kommunalen Campingplatz in Limoux, südlich von Carcassonne gelegen, entschieden. Der Standard war eher niedrig, aber immer noch okay. Dafür haben wir pro Nacht auch nur gut 13 Euro bezahlt. Das Schwimmbad des Ortes liegt direkt daneben, kostet aber auch extra, rund 12 Euro für die ganze Mannschaft. Trotzdem sehr zivil.

Auf dem Weg nach Limoux habe wir noch die Katharerburg Peyrepertuse besucht. Sehr beeindruckend, aber auch sehr anstrengend. Im Landesinneren waren die Temperaturen etwas höher als an der Küste. Vom Parkplatz geht es durch ein Buchsbaumwäldchen teilweise sehr steil zur Burg hinan. Zwischen 20 und 30 Minuten dauert das Ganze. Die Kinder sind großartig marschiert, auch Nora war begeistert und voller Elan.

Carcassonne

Carcassonne, spektakuläre Cité.

Carcassonne ist sowieso spektakulär. Ein Besuch der der Burg in der Cité ist Pflicht. 30 Euro Eintritt sind für unsere Familie allerdings recht schnell fällig. Wenn die Kinder älter werden, reicht das dann nicht mehr aus, noch gehen Nora und teilweise auch Tom recht günstig durch. Trotz der vielen Touristen ist die mittelalterliche Festungsanlage inspirierend und gespickt mit allerhand Dingen, die es zu entdecken gilt.

Minerve

Minerve - großartig gelegen.

Nach zwei Nächten in Limoux ging es weiter in Richtung Tarn. Auf dem Weg haben wir noch in Minerve, einem weiteren sehenswerten Katharerstädtchen, Halt gemacht. Hier waren die Kinder nicht mehr ganz so begeistert. Hier war dann schon ein wenig Motivationsarbeit gefragt. Die Lage des Ortes ist beeindruckend. Er liegt am Zusammenfluss zweier Bäche, die sich nicht sehr tief aber doch spektakulär in das Gestein hineingeschnitten haben.

Gorges d'Heric

Die Gorges d'Heric, ein Fluss von acht Kilometern Länge hat es in sich.

Auf dem Weg nach Le Rozier, wo sich unser letzter Campingplatz befunden hat, haben wir noch den Gorges d’Heric einen Besuch abgestattet. Der „Fluss“ Heric ist nur acht Kilometer lang, hat sich aber spektakulär den Weg nach unten gebahnt. An vielen Stellen lässt es sich hübsch planschen und gelegentlich sogar schwimmen. Verbunden sind die Badestellen häufig durch kleinere Kaskaden. Ein sehr schöner Ort, wahrlich. Wir sind mit den Kindern auch ein wenig durch den Fluss gestapft und konnten zahlreiche Fische und Libellen beobachten.

Schließlich kamen wir in Le Rozier an. Der Campingplatz war schön schattig, an einem Bachlauf gelegen. Der Stellplatz kostete gut 30 Euro. Der Standard war okay, aber auch nicht viel besser als auf dem kommunalen Platz im Limoux. Von unserem letzten Standort aus haben wir dann noch die Gorges du Tarn erkundet, hauptsächlich mit dem Auto. Auf dem Tarn wird sonst gepaddelt, was das Zeug hält. Staus an den Staustufen inklusive. Dieser Standort ist mehr für die Aktivurlauber und Sportbegeisterten geeignet. Das Publikum auf dem Campingplatz ist entsprechend gänzlich anders als am Meer. Und das lasse ich nun einmal bewusst wertfrei.

Die Gorges du Tarn.

Die Gorges du Tarn.

Mit den zwei Übernachtungen in den Cevennen ging schließlich der Urlaub zu Ende. Die Mischung hat auch mir Strandmuffel ganz gut gepasst. Die Kinder hatten ausreichend Abwechslung. So ähnlich machen wir es wieder. Nach den abgelichtet gefragt, gibt es sicher unterschiedliche Antworten – aber das ja auch okay. Für die Kinder war das Schwimmbad auf dem Platz am Meer das Größte. Ein Schwimmbad haben wir auch daheim im Nachbarort, 2,5 Kilometer entfernt. So ein Glück.

Flattr this!

Urlaub vorbei

Urlaub vorbei. Schade. So ist es eben. Leider ist die intensive Zeit mit der Familie dafür für diesen Sommer Vergangenheit. Bei allem Aufwand und Stress, den Urlaub auch bedeutet, überstrahlt doch die gemeinsame Zeit alles. Ehrlich gesagt spielt es da auch gar nicht die große Rolle, ob und wie weit weg man in den Urlaub fährt. Der Ausbruch aus dem Alltag ist natürlich trotzdem hilfreich. Er sorgt für neue Herausforderungen, an denen der Einzelne und die Familie im Ganzen wachsen kann.

Dieses Mal hat es uns mal wieder nach Frankreich gezogen. Ehrlich gesagt: Vor allem ich hatte keine Lust mehr auf Italien. Zumindest nicht mehr auf die Ödnis des Hinterlandes an der Adriaküste zwischen Venedig und Grado. Ist halt praktisch dort. Der Weg ist nicht so weit. Die Strände passen in der Regel gut zu kleinen Kindern. Das war es denn auch schon.

Strand und Pyrenäen

Strand und Pyrenäen - Argélès-sur-mer.

Also ging es dieses Mal auf einen der rund 50 (!) Campingplätze auf dem Stadtgebiet von Argélès-sur-mer. Es handelt sich um die Camping-Hauptstadt Frankreichs, vielleicht sogar von ganz Europa. Das allein hätte uns vielleicht abschrecken sollen. Der Urlaub war gut. Dieses konkrete Ziel werden wir aber nicht mehr ansteuern.

Wir waren auf einem der wenigen Plätze mit direktem Zugang zum Meer. Und der Strand, der für mich ja nicht so wichtig ist, taugte mal wieder nichts. Grober Sand, steiler Abgang ins Meer, Kieselsteine. Ein kindertauglicher Sandstrand sieht anders aus. Einmal haben wir die Gelegenheit genutzt – und schleunigst haben wir uns auf die Suche nach einem besseren Strand gemacht. In St. Cyprien, etwa acht Kilometer nördlich, sind wir fündig geworden. Auch noch nicht optimal, aber deutlich besser.

Der Standard von dem Campingplatz Le Soleil ist hoch, hat aber auch seinen Preis. Ehrlich gesagt halte ich 65 Euro pro Nacht für einen Stellplatz für ein Zelt mit Stromanschluss und fünf Personen für deutlich zu teuer. Wenn auch das Schwimmbad wirklich sehr ordentlich ist. Das sind eben die Marktgesetze. Und so funktioniert Tourismus.

Zelten im Süden - auf dem Campingplatz Le Soleil.

Zelten im Süden - auf dem Campingplatz Le Soleil.

Wir waren 10 Tage vor Ort. Das Wetter war nicht optimal. Immer wieder gab es den einen oder anderen Schauer, die Temperaturen waren mit 28 bis 32 Grad okay und sehr gut erträglich. Das Hinterland hat seine Reize und ist deutlich näher als in Italien (s.o.). Allerdings war ich gut eine Woche körperlich nicht in der Lage, größere Aktionen zu starten. Irgendwelche Erreger haben sich in meinem Körper aufgehalten, die mich außer Kraft setzten. Klar, so ist das mit Urlaub. Für die Arbeit muss der Körper immer schön funktionieren. Machst Du eine Auszeit, holt der Körper seinen Anteil. Wie ich das hasse.

Das hat natürlich auch Zeit mit den Kindern gekostet, die übrigens in keiner Animation waren. Ich fahre doch nicht in den Urlaub, um meine Kinder loszuwerden. Übrigens war auch die Autofahrt (1150 Kilometer in zwölf Stunden) sehr in Ordnung. Kinder halten das aus, auch wenn die Langeweile einmal zuschlägt. Langeweile gehört zum Leben, sie fördert die Kreativität. Und Hörspiele gibt es ja auch zahlreich. Darüberhinaus gab es keine multimediale Bespaßung während der Fahrt.

Alles zusammen genommen hat alles gut geklappt. Nach den 10 Tagen in Argélès-sur-mer, haben wir noch vier weitere Nächte auf zwei anderen Campingplätzen im Landesinneren verbracht. Dazu aber später vielleicht mehr.

Flattr this!

© 2020 passionpapa

Theme by Anders NorenUp ↑