Im Nachhinein war es doch ganz gut, dass wir nur für 10 Tage einen Standplatz auf dem Campingplatz in Argélès-sur-mer bekommen hatten. Danach war dann alles ausgebucht. Der Platz hat 850 Stellplätze, Mobilwohnheime eingerechnet. Wir wollten sowieso noch ein paar Tage in dem sehr reizvollen Hinterland und dann vor allem in den Gorges du Tarn verbringen.

Zu diesem Zweck haben wir zusätzlich zu unserem großen Zelt noch zwei kleine Wurfzelte mitgenommen, was sich sehr bewährt hat. Überhaupt hatten wir wahnsinnig viel Zeug dabei. Das bedeutete im Vorfeld: Die Investition in eine Dachbox wurde notwendig. Außerdem haben wir auch eine Kühlbox besorgt. Ein im wahrsten Wortsinn cooles Teil. Für Experten: Wir haben uns für eine Absorberbox entschieden und es nicht bereut. Aber genug der Technik.

Die Katharerburg Peyrepertuse

Die Katharerburg Peyrepertuse.

Wer sich im Languedoc aufhält, kommt um einen Besuch von Carcassonne nicht herum. Und das meine ich im besten Sinne. Entsprechend haben wir uns für einen kleinen kommunalen Campingplatz in Limoux, südlich von Carcassonne gelegen, entschieden. Der Standard war eher niedrig, aber immer noch okay. Dafür haben wir pro Nacht auch nur gut 13 Euro bezahlt. Das Schwimmbad des Ortes liegt direkt daneben, kostet aber auch extra, rund 12 Euro für die ganze Mannschaft. Trotzdem sehr zivil.

Auf dem Weg nach Limoux habe wir noch die Katharerburg Peyrepertuse besucht. Sehr beeindruckend, aber auch sehr anstrengend. Im Landesinneren waren die Temperaturen etwas höher als an der Küste. Vom Parkplatz geht es durch ein Buchsbaumwäldchen teilweise sehr steil zur Burg hinan. Zwischen 20 und 30 Minuten dauert das Ganze. Die Kinder sind großartig marschiert, auch Nora war begeistert und voller Elan.

Carcassonne

Carcassonne, spektakuläre Cité.

Carcassonne ist sowieso spektakulär. Ein Besuch der der Burg in der Cité ist Pflicht. 30 Euro Eintritt sind für unsere Familie allerdings recht schnell fällig. Wenn die Kinder älter werden, reicht das dann nicht mehr aus, noch gehen Nora und teilweise auch Tom recht günstig durch. Trotz der vielen Touristen ist die mittelalterliche Festungsanlage inspirierend und gespickt mit allerhand Dingen, die es zu entdecken gilt.

Minerve

Minerve - großartig gelegen.

Nach zwei Nächten in Limoux ging es weiter in Richtung Tarn. Auf dem Weg haben wir noch in Minerve, einem weiteren sehenswerten Katharerstädtchen, Halt gemacht. Hier waren die Kinder nicht mehr ganz so begeistert. Hier war dann schon ein wenig Motivationsarbeit gefragt. Die Lage des Ortes ist beeindruckend. Er liegt am Zusammenfluss zweier Bäche, die sich nicht sehr tief aber doch spektakulär in das Gestein hineingeschnitten haben.

Gorges d'Heric

Die Gorges d'Heric, ein Fluss von acht Kilometern Länge hat es in sich.

Auf dem Weg nach Le Rozier, wo sich unser letzter Campingplatz befunden hat, haben wir noch den Gorges d’Heric einen Besuch abgestattet. Der „Fluss“ Heric ist nur acht Kilometer lang, hat sich aber spektakulär den Weg nach unten gebahnt. An vielen Stellen lässt es sich hübsch planschen und gelegentlich sogar schwimmen. Verbunden sind die Badestellen häufig durch kleinere Kaskaden. Ein sehr schöner Ort, wahrlich. Wir sind mit den Kindern auch ein wenig durch den Fluss gestapft und konnten zahlreiche Fische und Libellen beobachten.

Schließlich kamen wir in Le Rozier an. Der Campingplatz war schön schattig, an einem Bachlauf gelegen. Der Stellplatz kostete gut 30 Euro. Der Standard war okay, aber auch nicht viel besser als auf dem kommunalen Platz im Limoux. Von unserem letzten Standort aus haben wir dann noch die Gorges du Tarn erkundet, hauptsächlich mit dem Auto. Auf dem Tarn wird sonst gepaddelt, was das Zeug hält. Staus an den Staustufen inklusive. Dieser Standort ist mehr für die Aktivurlauber und Sportbegeisterten geeignet. Das Publikum auf dem Campingplatz ist entsprechend gänzlich anders als am Meer. Und das lasse ich nun einmal bewusst wertfrei.

Die Gorges du Tarn.

Die Gorges du Tarn.

Mit den zwei Übernachtungen in den Cevennen ging schließlich der Urlaub zu Ende. Die Mischung hat auch mir Strandmuffel ganz gut gepasst. Die Kinder hatten ausreichend Abwechslung. So ähnlich machen wir es wieder. Nach den abgelichtet gefragt, gibt es sicher unterschiedliche Antworten – aber das ja auch okay. Für die Kinder war das Schwimmbad auf dem Platz am Meer das Größte. Ein Schwimmbad haben wir auch daheim im Nachbarort, 2,5 Kilometer entfernt. So ein Glück.

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