MonthSeptember 2013

Nächtliche Völkerwanderung

Die letzte Nacht war eine besondere Nacht. Seit gefühlt Monaten gab es mal keine nächtliche Völkerwanderung. Kennt ihr das auch, wenn morgens keiner in dem Bett wach wird, in dem er eingeschlafen ist? Das ist bei uns die Regel.

Jetzt stelle ich mir gerade vor, wie manche Leute das hier lesen und denken: „So etwas gibt/gäbe es bei mir nicht!“ Diese Frage ungehört frage ich zurück: „Warum eigentlich nicht?“

Was sagt uns das, wenn unsere Kinder nachts unsere Nähe suchen? Das zeigt doch nur, dass sie genau in diesem Moment das Bedürfnis haben bei uns zu sein. Sollten wir ihnen das absprechen und sie zurückweisen? Sicher, es gibt Nächte, in denen sie auch einmal damit klarkommen müssen, dass das Wünschelternteil passen muss. Dann ist aber doch in der Regel die zweitbeste Lösung möglich.

Selbstverständlich fällt es uns nicht immer leicht, die Sachen zu packen und umzuziehen. Oder Platz für manchmal zwei Kinder in unserem Bett zu schaffen. Aber eigentlich ist es so gut wie immer drin.

„Wie kann man so etwas nur einreißen lassen?“ „So verwöhnt man die Kinder doch nur?“ „Die Kinder gewöhnen sich dran und dann wird man sie nicht wieder los!“ Zugegeben, diese Aussagen sind ein wenig überspitzt, vielleicht. Diese oder ähnliche Aussagen, die man präsentiert bekommt, wenn man das Thema einmal zu Sprache bringt, spiegeln eine Haltung wider, die zum Glück nicht meine ist und zum Glück auch nicht die meiner Frau. Bei dieser Sache ist es sehr wichtig, dass die Eltern hier auf Linie sind. Manchmal kommt man unausgesprochen auf Linie, manchmal muss man diskutieren und einen gemeinsamen Weg finden. Wer das in seiner Beziehung noch nicht versucht hat, dem sei es empfohlen. Es lohnt sich immer wieder.

Sich selbst ein wenig zurücknehmen, nicht aufgeben, das ist extrem hilfreich für die Kinder. Und es dient ihrer Entwicklung. Das ist meine Überzeugung.

Versteht mich nicht falsch. Die letzte Nacht war wirklich erholsam. Das weiß ich zu schätzen. Jede dieser Nächte genieße ich. Aber die anderen Nächte genieße ich ebenfalls – so lange es sie noch gibt.

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Mit Herrn Nilsson unterwegs

Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter unserer Familie. Zudem ein sehr gelungenes. Antreiber war ein gewisser Herr Nilsson.

Herr Nilsson ist das Klassenkuscheltier von Tom. Am Freitag kam er schon jubelnd und über beide Backen grinsend auf mich zugestürmt, weil er für dieses Wochenende das große Los gezogen hatte, Herrn Nilsson heim nehmen zu dürfen. Die Aufgabe: Herr Nilsson soll in einem Buch über die Ereignisse des Wochenendes berichten, mit Fotos, als Beweis angereichert, versteht sich.

Einige Ereignisse waren vom Terminkalender vorgegeben, andere wurden geschaffen. Der Freitag startete mit dem Hortfest. Da war ich nicht dabei, im Gegensatz zu Herrn Nilsson. Das muss aber eine sehr gelungene Veranstaltung gewesen sein. Tom ist seit wenigen Wochen im Hort. Und er ist total begeistert, wie auch immer noch von der Schule. Das darf ruhig so bleiben. Der Abschluss des Festes war nicht ganz so erfreulich. Einige Kinder haben ein Wespennest aus einem Baum entfernt und die Insekten dadurch nicht gerade milde gestimmt. Es gab einige Stich, aber insgesamt ging es noch glimpflich aus. Einen gewissen Lerneffekt wird diese Aktion dann auch gehabt haben. Das ist zumindest zu hoffen.

Herr Nilsson im Kino

Herr Nilsson im Kino.

Am Samstag gab es einen Bücherflohmarkt im Bickenbacher Weltladen, auch hier war Herr Nilsson dabei. Am Nachmittag ging es dann ins Kino. Tom hat am Vormittag gefragt, ob wir ins Kino gehen könnten. Er kam nur darauf, weil Herr Nilsson da war. Das glaube ich zumindest. Tatsache ist, dass das Wochenende wegen des Fußballs immer ziemlich auf Marc zentriert ist. Da ist es auch wichtig, den Wünschen und Bedürfnissen der anderen beiden gerecht zu werden, und so habe ich mich überzeugen lassen. Die Wahl fiel auf „Planes“. Mein Fazit, und auch das der Kinder: Mittelmaß. Ein Film, den man nicht gesehen haben muss. Die Grundbotschaft ist in Ordnung und auch kindgerecht. Die Witzigkeit hält sich in Grenzen. Typisch amerikanische Elemente wie der Kriegsveteran Skipper, inklusive Rückgriff auf den Zweiten Weltkrieg, fehlen auch nicht, stören dafür aber. Das Popcorn war okay.

Am Sonntag haben dann meine Frau und ich vorgegeben, wohin es Herrn Nilsson verschlagen sollte. Es ging in den Hessenpark nach Neu-Anspach. Da stieg ein Käsefest mit Kinderbespaßung und anderen Attraktionen. Wir sind dennoch auch in die Ausstellung gegangen, haben uns aber vor allem in der Baugruppe Mittelhessen aufgehalten. Dort gab es schon ausreichend zu entdecken. Es wurde gebuttert, es würden Körbe geflochten, Marc entzifferte Sprüche, die in Sütterlin verfasst waren. Tom und Nora dürften im Bollerwagen fahren. Wenn es jedoch in den alten Häusern etwas zu entdecken gab, sprangen sie aus dem Wagen und enterten die Häuser. An einer Knotenstation machte dann etwas älterer Herr eine kleine Knotenschulung mit Marc. Das ist toll, wenn über mehrere Generationen hinweg Interesse aneinander und an dem besteht, was der andere kann und was ihn ausmacht.

Am frühen Nachmittag haben wir dann den Rückzug angetreten, mit Herrn Nilsson versteht sich. Bilder auswählen, Bilder bearbeiten und Bilder einkleben. Tom hat dann noch einige Abort der Erläuterung hinzugefügt. Na, Herr Nilsson, wie hat es Dir in unserer Familie gefallen

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Vier, schon

Kerzen auspusten

Nora beim Kerzen auspusten.

Bei uns ballen sich gerade die Geburtstage. Nora ist doch am Sonntag tatsächlich schon vier geworden. Das war ein schöner Tag gestern. Omas und Opas waren da – und ganz wichtig die Mädchen aus der Nachbarschaft. Ehrlich gesagt: Die Schenkerei wird immer kleinteiliger und weniger spektakulär – in unseren Augen. Das wertvollste Einzelgeschenk war eine Sigg-Flasche für 18,99. Lego und Playmobil haben wir ausreichend im Haus. Es kann schon sein, dass hier irgendwann noch etwas hinzu kommt. Das schließe ich nicht aus. Aber vermisst wird es nicht wirklich – es ist ja da, und liegt links, meistens.

Geschenke sind natürlich trotzdem etwas Tolles. Klar. Nora hat sich auch über alles gefreut. Heute Morgen ist sie extra zeitig aufgestanden, um zu fragen, ob noch mehr Geschenke kommen. Nachdem wir das verneint hatten, sagte sie: „Ich brauche sie aber.“ Klar, aber jetzt muss sie erstmal wieder warten. Zum Glück kann sie mit ihren großartigen, wenn auch kleineren Geschenken, erstmal eine Menge Spaß haben. Und wir mit ihr. Danke dafür, kleine Nora – und alles Gute und Liebe für Deine Zukunft. Wir sind immer bei Dir, wenn Du uns brauchst.

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