MonthOktober 2013

Demografischer Wandel im Hessenpark

Konntet ihr gestern auch diesen großartigen, weil sonnigen und warmen, Oktobertag gemeinsam mit eurer Familie genießen? Ich war einer der Glücklichen, denen diese Ehre zuteil wurde. Da habe ich doch wirklich die richtigen Tage für meinen Urlaub erwischt.

Die Windmühle im Hessenpark

Die Windmühle im Hessenpark

Es war ja absehbar, dass dieser Tag wettermäßig günstig werden würde. Eigentlich hatten wir uns mittelfristig schon auf einen Indoor-Tag eingestellt. Aber kurzfristig, mit dieser Wettervorhersage, haben wir uns umentschieden. Obwohl wir erst vor wenigen Wochen im Hessenpark gewesen sind, fiel unsere Wahl erneut darauf. In den Ferien gibt es dort neben den „normalen“ Handwerkervorführungen auch noch spezielle Aktionen für Kinder. Dieses Mal drehte sich alles rund um das Thema Papier.

So haben Nora und Tom Papierperlen gebastelt, während Marc und ich eine Weile in der Schmiede verbrachten, wo ein Schmied seiner Arbeit nachging. Die Bastel-Ergebnisse können sich sehen lassen. Es handelt sich hier um eine einfache Methode, hübschen und kostengünstigen Schmuck für den Eigengebracuh zu fertigen. Im Rahmen der Aktion im Hessenpark durfte jedes Kind drei solcher Perlen produzieren. Aufgefädelt an einem Wollfaden, ergibt das schon einen feinen Schmuck.

In einigen der Gebäude sind auch Ausstellungen untergebracht. Ausstellungen bieten unglaublich viel Gesprächsanlässe mit den Kindern. Es sind immer Fragen da, die nach Antworten trachten. Die Ausstellung mit den alten Fotoapparaten und dem Schwerpunkt Sofortbildkameras auf dem Marktplatz – und damit einem Bereich, für den noch kein Eintritt fällig wird, – ist selbstverständlich ganz nach dem Geschmack von Papa. Die Ausstellung mit den Exponaten herausragender Leica-Fotografen hatte gestern leider nicht geöffnet. Vielleicht beim nächsten Mal.

Sehr ausführlich war das Gespräch mit Marc nach dem Besuch der Sonderausstellung „Alt und Jung – Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft“ in der Stallscheune aus Asterode. Eine Armade von Playmobil-Männchen zeigt dort unter anderem anschaulich, was demografischer Wandel für unsere Gesellschaft bedeutet. Ich habe ein paar erklärende Worte dazu verloren und plötzlich kam Marc auf die Idee, den Mangel an Menschen im mittleren Alter mit Hilfe von Klonen auszugleichen. „Warum ist das Klonen bei uns eigentlich verboten?“, ist eine seiner Fragen. Ich habe auf die moralischen Bedenken hingewiesen – was er auch eingesehen hat. Zwischenzeitlich war sein Vorschlag, die Klone einfach nur bis zum Alter von 40 Jahren leben zu lassen. Hier habe ich meine und die berechtigten Bedenken der Gesellschaft noch deutlicher dargestellt. Und auch hier zeigte Marc, dass er das Ganze sehr gut nachvollziehen kann. Das mit den „echten“ Menschen“ und den „geklonten“ Menschen, also mit zwei Gruppen von Menschen, ist vom Tisch.

Ein Geist in der Windmühle.

Ein Geist in der Windmühle.

Als das Thema einigermaßen abgeschlossen war – ich bin gespannt, wann es ein weiteres Mal auf der Tagesordnung landet -, ging es noch in die Puppenmacherwerkstatt und die gut erhaltene Windmühle, die ihren Ursprung allerdings nicht in Hessen hat. Zum Abschluss, am Ende eines ordentlichen Fußmarsches, haben wir vom Hessenpark eigenen Postamt aus noch eine Karte mit Hessenpark eigenem Stempel an Freunde in Frankreich geschickt. Die ersten haben da schon sitzend zugeschaut, wie andere arbeiten.

Ein guter Tag, mit allem drum und dran.

Blick auf den Traktor

Blick auf den Traktor – die anderen arbeiten lassen.

 

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Malen für die Kita

Eine Video-Nachricht auf Facebook? Eine Aktion, die wir auf unserem Blog featuren können? Erstmal schauen, was dahinter steckt.

Unternehmen versuchen auf unterschiedliche Weise, mit Bloggern ins Gespräch zu kommen, sich ins Gespräch zu bringen. Diesmal ist es also eine Agentur, die für den Stiftehersteller Bic aus Frankreich die Werbetrommel überhaupt und vor allem auch unter Mama- und Papbloggern rührt.

Eine durchaus sympathische Aktion für ein sympathisches Produkt. Es handelt sich hier um holzfreie Buntstifte, denen Ökotest Ende 2011 bescheinigt hat, besonders unbedenklich, weil frei von Schadstoffen, zu sein. Ehrlich gesagt war mir gar nicht so bewusst, dass Bic neben Kugelschreibern und Feuerzeugen und Einwegrasierern auch für Buntstifte bekannt ist. Da dies anderen wohl auch so geht, gibt es wahrscheinlich diesen Malwettbewerb, an dem sich jedes Kind beteiligen kann. Und Blogger können eben mit ihren kleinen Künstlern daheim eben auch mitmachen.

Die Bilder für den BIC-Wettbewerb von Tom und Nora.

Die Bilder für den BIC-Wettbewerb von Tom und Nora.

Die Kinder können auf eine Karte ihr Wunsch-Kuscheltier malen. Zu gewinnen gibt es das Kuscheltier in echt und andere Preise. Wenn ich hier als Blogger mitmache, könnte ich einen Satz Buntstifte für die Kita gewinnen. Buntstifte kann man nie genug haben. Die Kinder waren gleich begeistert und haben ihren Anteil beigetragen. Jetzt können sie mit ihren Werken beim persönlichen Wettbewerb mitmachen – und für Kindergarten und Hort darüberhinaus vielleicht auch noch ein paar Stifte gewinnen. Die Bilder könnten zur Abstimmung dann auf folgender Seite auftauchen: www.bic-deal.de . Schaut vorbei und votet mit, wenn Ihr wollt.

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Papa, rede nicht so viel!

Wir Erwachsenen reden zu viel. Den Spiegel halten uns dann oft die Kinder vor. Und das ist wirklich gut. Vor allem dann, wenn wir daraus lernen.

Neulich hatte ich einen Streit mit Marc. Er hat sich beim Schmutzwäsche entsorgen den Kopf am Waschbecken angehauen. Es hat wohl einigermaßen weh getan. Er hat geweint. Okay, was braucht ein Kind, aber wahrscheinlich auch ein Erwachsener in diesem Moment? Trost und Zuwendung. Was wird nicht benötigt? Kluge Sprüche und gut gemeinte Ratschläge. Davon haben wir aber reichlich. Wohin damit? Raus in die Welt! Das mag manches Mal hilfreich sein, manches Mal ist das Gegenteil der Fall.

So wie hier. Und da hilft es wirklich nicht, wenn es noch so gut gemeint ist. Und im Ton völlig vorwurfsfrei. Es hilft nicht!

Ringen ja, aber nicht so viel reden.

Ringen ja, aber nicht so viel reden.

„Ihr müsst besser aufpassen.“ „Gestern hat Tom sich doch erst den Kopf angehauen. Du hast doch gesehen, dass das eine gefährliche Stelle ist.“ Oft geraten wir in solchen Situationen in einen Redeschwall. Die einen mehr, die anderen weniger.

Was also passierte bei uns? Marc schrie mich an, ich schrie zurück. Wir bewegten uns weg von dem eigentlichen Problem. Schuld an der Eskalation war ausschließlich ich. Eigentlich bin ich mit besten Vorsätzen in die Situation hineingegangen – und dann kam es doch zum Gau. Ich wollte Zuneigung zeigen, Trost spenden. Und das hätte auch geklappt, wenn ich nur den Mund gehalten hätte. Ganz intuitiv wollte ich meine ganze Lebenserfahrung in diesem Moment zum Besten geben. Großer Fehler. Der Abend war für uns beide gelaufen. Am nächsten Morgen haben wir uns versöhnt. Ich habe meinen Fehler eingestanden.

Marc wollte genau das eine, dass ich ihn in seinem Schmerz ernst nehme. Er wollte nichts hören. Was er dann gehört hat, hat seine Schuldgefühle aktiviert. Das seinerseits hat seinen Gerechtigkeitssinn gereizt. „Was will der Mann? Ich habe mir weh getan, will getröstet werden und er überhäuft mich mit Du-Boschaften, die mir die Schuld an der gesamten Situation zuweisen sollen. Das ist nicht gerecht. Jetzt komm endlich deiner väterlichen Pflicht nach und tröste mich. Nutze die Chance zu zeigen, wie sehr du mich liebst und wie sehr du zu mir stehst.“ Das könnte im Schnelldurchlauf in ihm vorgegangen sein. Das Ergebnis habe ich dann präsentiert bekommen und habe falsch reagiert.

Was bleibt? Das nächste Mal werde ich innehalten. Ich werde mir bewusst machen: Hier geht es nicht um Worte. Es geht um nonverbale Kommunikation. Wenn ich irgendwelche gesprochenen Botschaften loswerden möchte, dann kann ich das auch an anderer Stelle tun, zwei Tage später, beim Abendessen. Oder den Schmutzwäschebehälter an einer anderen Stelle unterbringen. Ich habe verstanden. Nächste Herausforderung: Das Gelernte umsetzen.

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