MonthNovember 2013

Telefon-Gespräche

Telefonieren im anderen Jahrtausend.

Telefonieren in einem anderen, früheren Jahrtausend.

Eine Geschichte ist noch offen. Ich hatte es angekündigt. Nora hat an besagtem Morgen noch ein zweites Thema auf den Tisch gebracht. Auf ihren Einwurf hin entspann sich ein kurzes Telefon-Gespräch.

Nora: „Die Xenia* bekommt jetzt ein Handy.“ (*Name von der Redaktion geändert)

Ich: „Und wie alt ist Xenia? 4?“

Nora: „Nein, 5.“

Ich: „Und was heißt das? Willst du jetzt auch ein Handy?“

Nora: „Ja.“

Ich: *grummel, grummel*

Tom: „Ich wünsche mir ein Handy, wenn ich 11 oder 12 werde.“

Marc: „Ich will erst ein Handy, wenn ich 18 bin, oder so. Wozu brauche ich vorher ein Handy.“

Verrückt irgendwie, da liegen nur wenige Jahre zwischen diesen Dreien und situativ nehmen sie solch unterschiedliche Positionen ein. Selbstverständlich befinden sie sich auf unterschiedlichen Entwicklungsständen, allerdings ist das Ganze doch irgendwie symptomatisch. Mal sehen, wie es aussieht, wenn die Ereignisse dann schließlich eintreffen – und vor allem wann.

Wenn ich jetzt allerdings wertfrei etwas zum Thema „Handys für Kindergartenkinder“ sagen wollte, wäre dies in seiner ganzen Wertfreiheit wahrscheinlich wertend. Und deshalb belasse ich es bei dieser Metaaussage in einem wertfreien Raum, der selbst auch schon die Wertung beinhaltet und niemals wertfrei existieren kann.

PS: Also, Nora bekommt natürlich kein Handy, auch wenn der Druck in der Peer-Group größer wird.

Flattr this!

Edelsteinmomente am Morgen

Heute Morgen war Nora mal wieder besonders gut drauf. Obwohl wir nur wenig Zeit miteinander verbringen konnten, hat sie mit ihren Wortbeiträgen Stoff für zwei Blogposts zusammen bekommen. Fangen wir mit dem ersten an.

Ich war gerade dabei, die beiden Jungs auf ihren Schulweg zu schicken, als Nora Fröhlich grinsend aus der Küche getänzelt kam. „Unser Papa ist der beste Papa der Welt?“ Von den Buben kam kein Widerspruch. Sollte dieser Tag zu einem ganz großartigen werden können? In diesem Moment dachte ich: „Auf jeden Fall!“ Die Jungs gingen ihres Weges. Zum Glück hatte ich dann noch Zeit für unsere kleine Tochter.

Wir verzogen uns ins Bad, anziehen, fertig machen für den Kindergarten. Vor ihr knieend, fiel ihr Blick auf mein Haupthaar. „Papa, hast Du hier eine Glatze?“ Ich deutete auf meine bekannt und mit ihr abgefunden hohe Stirn „Ja, das kann man schon so nennen. Irgendwie ist es eine Art Glatze.“ „Ich meine nicht da, sondern dort!“ Um Gottes Willen, welchen schütteren Teil meines Haupthaares hatte sie nun schon wieder entdeckt?

Zum NachdenkenIch konnte gar nicht weiter darüber nachdenken, da präsentierte sie schon das nächste – irgendwie im Zusammenhang mit dem vorherigen Aspekt stehende – Thema. „Wenn Du gestorben bist, bist Du dann nicht mehr da?“ „Ja, Nora, das ist so, wenn der Papa gestorben ist, dann ist er nicht mehr da.“ „Suchen wir uns dann einen anderen Papa?“ „Es gibt nur einen wirklichen Papa. Aber man kann sich dann so etwas wie einen neuen Papa suchen.“ Nachdenklich gingen wir im Anschluss die Treppe hinunter – und waren uns wirklich ganz, ganz nah. Das war schön. Die Verbundenheit war intensiv zu spüren. Edelsteinmoment.

PS: Meine Frau hat mir später am Tag eine Begebenheit erzählt, die einige Tage zurückliegt. Aber hier auch irgendwie passt. Meine Frau hat Nora gesagt, sie müsse jetzt zur Schule. Nora fragte, wer dort eigentlich der Lehrer meiner Frau sei. „Ich bin in der Schule selbst eine Lehrerin“, sagte meine Frau. Und Nora erwiderte: „Bist Du dann kein Mensch mehr?“ Einfach großartig.

Flattr this!

© 2019 passionpapa

Theme by Anders NorenUp ↑